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Urs Siegenthaler tritt dem Vorstand des Hamburger SV bei © imago

Der zukünftige Sportchef übernimmt einen Vorstandsposten und will bei der Trainersuche entscheiden. Ein Schweizer ist Favorit.

Hamburg - Urs Siegenthaler, der designierte Sportchef beim Hamburger SV, wird nun doch einen Posten im Vorstand der Norddeutschen einnehmen.

Der Schweizer, der momentan noch als Chefscout und Analytiker für die deutsche Nationalmannschaft tätig ist, gab mit seiner Entscheidung für den Vorstandssitz dem Drängen des Aufsichtsrates nach.

Ein Sport-Vorstand ist satzungsgemäß vorgesehen. Siegenthaler soll seinen Job beim HSV am 1. August antreten. Er wollte ursprünglich auf einen Vorstandsposten verzichten.

Schweizer stellt Konzept vor

Siegenthaler hat sich nach Informationen des "Hamburger Abendblattes" am Montag acht der zwölf Aufsichtsräte vorgestellt, die ihn berufen müssen.

Dabei stellte der 62-Jährige sein Konzept und eine grundlegene Vereinsphilosophie vor.

Siegenthaler will auch bei der Trainersuche entscheiden. Der Coach müsse zur Vereins-Philosophie passen und nicht umgekehrt.

Er möchte einen Trainer, der seine Vorstellungen teilt: "Er muss eine starke Persönlichkeit sein, er muss gleich denken, gleich sprechen und gleich handeln."

Koller Favorit

Top-Kandidat für die Nachfolge des entlassenen Bruno Labbadia soll laut "Sport Bild" Marcel Koller sein. Wie Siegenthaler ist Koller Schweizer und wurde sogar vom neuen HSV-Sportdirektor ausgebildet.

"Der HSV ist eine Top-Adresse", lobt Koller seinen möglichen zukünftugen Arbeitgeber. Schon 2008 war der HSV an Koller, dran - damals sagte der Ex-Trainer des VfL Bochum ab.

Auch Favre Kandidat

Neben Koller werden etwa zehn weitere Kandidaten gehandelt, unter anderem Lucien Favre, ebenfalls ein Schweizer.

"Bisher gab es keinen Kontakt", macht der Ex-Hertha-Coach klar. Dennoch soll Interesse seinerseits bestehen.

Moniz nur Außenseiter

Der aktuelle Interimstrainer Ricardo Moniz kann sich ebenfalls vorstellen, in der nächsten Saison den HSV zu trainieren, jedoch soll der Niederländer nur Außenseiterchancen haben.

"Diese Diskussion führen wir nach Abschluss der Saison", erklärt HSV-Boss Bernd Hoffmann.

Gerets im Gespräch

Neben den beiden Schweizern wird laut der französischen Sportzeitung "L'Equipe" auch der Belgier Erik Gerets gehandelt. In der Bundesliga trainierte er bereits den 1. FC Kaiserslautern und den VfL Wolfsburg.

Desweiteren kursieren die Namen von Fenerbahce-Trainer Christoph Daum und Frank Rijkaard, Trainer von Fenerbahces Istanbuler Ortsrivalen Galatasaray.

Absage an Pläne des Aufsichtsrats

Nach dem sportlichen Niedergang im Frühjahr, der im Rauswurf von Labbadia eskaliert war, waren wegen Siegenthalers ursprünglichen Verzichts auf einen Vorstandsposten im Aufsichtsrat Stimmen laut geworden, eventuell einen weiteren Sport-Vorstand zu etablieren. (DATENCENTER: Die Tabelle)

Solchen Gedankenspielen erteilte Siegenthaler nun eine klare Absage: "Wenn der Aufsichtsrat noch jemanden will, bin ich hier fehl am Platze."

Nach dem Abschied von Dietmar Beiersdorfer im vergangenen Sommer hatte Marketingfrau Katja Kraus die Aufgaben des Sportchefs im Vorstand mit übernommen.

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