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Florian Fromlowitz ist bei Hannover 96 der Nachfolger von Robert Enke © getty

Hannovers Torwart Fromlowitz sieht der Partie in Bochum zuversichtlich entgegen. Bei SPORT1 spricht er über den Abstiegskampf.

Von Thorsten Mesch

München - Florian Fromlowitz hat in nur einer Saison so viele Höhen und Tiefen erlebt wie kaum ein anderer Bundesliga-Profi.

Nach dem Tod von Robert Enke musste er in Hannover dessen Nachfolge antreten - eine höchst schwierige Aufgabe.

Denn die Mannschaft brachte keine Leistung mehr und stürzte immer weiter ab, bis in den Abstiegsstrudel. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Fromlowitz blieb dabei nicht frei von Fehlern und leistete sich einige Unsicherheiten.

Hoffnung für 96

Mittlerweile hat sich der 23-Jährige akklimatisiert und ist ein sicherer Rückhalt der 96-er Hintermannschaft.

Der 6:1-Heimsieg über Borussia Mönchengladbach gibt den "Roten" vor dem Abstiegskrimi in Bochum (Sa., ab 15 Uhr LIVE) einen zusätzlichen Schub. (SERVICE: Der Tabellenrechner)

Im SPORT1-Interview spricht Fromlowitz über die Bewährungsprobe am letzten Spieltag, den Konkurrenzkampf um das Tor von 96 und einen privaten Glücksmoment.

SPORT1: Herr Fromlowitz, Sie haben mit Kaiserslautern bereits Erfahrung mit dem Abstieg gesammelt. Gehen Sie daher anders in so ein entscheidendes Spiel wie das in Bochum als Spieler ohne diese Erfahrung?

Fromlowitz: Ich habe 2006 mit Kaiserslautern den negativen Ausgang erlebt. Wir haben es damals nicht geschafft, weil wir gegen Wolfsburg 2:2 gespielt haben. Zum heutigen Zeitpunkt hätte es damals von der Platzierung her zumindest zur Relegation gereicht. Jetzt sind wir auf dem 15. Platz, haben uns befreit und eine gute Ausgangsposition für Samstag. Wir wissen alle, was auf dem Spiel steht.

SPORT1: War die Partie gegen Gladbach das stärkste Spiel der Saison?

Fromlowitz: Auf jeden Fall war das eine sehr gute Mannschaftsleistung. Wir haben nach vorne sehr viel Druck gemacht und ich hatte so gut wie nichts zu tun. Wir haben auf jeden Fall ein Zeichen gesetzt. Das 6:1 gegen Gladbach war schön, aber wir müssen jetzt schnell den Schalter umlegen, um uns auf Bochum konzentriert vorzubereiten. Es gilt jetzt, diesen Schwung mitzunehmen, um nicht wieder in das alte Muster zu verfallen. Eine Niederlage dürfen wir uns auf keinen Fall leisten.

SPORT1: Schon ein Unentschieden könnte bei einem Sieg von Nürnberg gegen Köln zu wenig sein und die Relegation bedeuten.

Fromlowitz: Jetzt ist natürlich alles drin. Wir haben die beste Ausgangslage, da wir uns mit einem Sieg direkt retten können. Wir wissen auch, dass ein Unentschieden reichen kann. Bei einer Niederlage wollen wir erst gar nicht darüber reden, was dann passiert. Wir schauen auf uns. Es liegt nicht in unserer Hand, wie das Spiel in Nürnberg ausgeht. Wenn wir gewinnen, spielt das auch keine Rolle.

SPORT1: Sehnen Sie das Saisonende herbei nach der Achterbahnfahrt in dieser Saison?

Fromlowitz: Diese Woche wird noch mal alles mobilisiert, um die 90 Minuten erfolgreich zu gestalten. Klar wünscht man sich nach so einer Saison, den Nichtabstieg zu schaffen. Das ist nicht nur für mich persönlich wichtig, sondern für die ganze Mannschaft, die einen enormen Druck die ganze Saison hatte und viel einstecken musste. Auch für den Verein, die Region, die Fans und das Umfeld, wir sitzen alle in einem Boot.

SPORT1: In der Winterpause wurde bekannt, dass Hannover mit dem ehemaligen 96-Keeper Gerhard Tremmel verhandelt hat. Jetzt kommt zur neuen Saison der junge Ron-Robert Zieler. Der Konkurrenzkampf steigt. Werden Sie noch das Gespräch wegen der Tremmel-Geschichte suchen?

Fromlowitz: Ich werde mich wie immer erst mal auf das Spiel konzentrieren. Ich kann nur sagen, dass ich meine Arbeit hier abgeliefert habe und der Mannschaft und der Region gezeigt habe, dass ich ein würdiger Nachfolger von Robert Enke geworden bin und zurecht die Nummer eins bei Hannover 96. Von daher gehe ich das alles sehr entspannt an. Auch was die Neuzugänge betrifft, ist das Ganze kein Problem für mich. Es war klar, dass ein neuer Torhüter geholt wird, wenn Uwe Gospodarek nicht mehr dabei ist. Das ist für mich aber kein Problem, dass da ein junger Torhüter kommt, der vielleicht auch was von mir lernen kann.

SPORT1: Kann das Team mit einem Sieg in Bochum endgültig aus dem Tal klettern, in das es nach dem Tod von Robert Enke gestürzt ist?

Fromlowitz: Es ist natürlich unser Ziel, am Wochenende den Klassenerhalt perfekt zu machen. Was wir in dieser Saison durchmachen mussten, musste wohl kein anderer Bundesligaprofi in seiner ganzen Karriere durchmachen. Von daher war und ist es ein enormer Druck, der auf der Mannschaft lastet. Wir alle haben uns auf diese Situation eingeschworen und viele Probleme beseitigt, auch mit der Hilfe von Psychologen. Die Mannschaft ist gerüstet und gewappnet, das haben wir auch am Samstag gezeigt.

SPORT1: Sie werden nach der Saison heiraten, stimmt das?

Fromlowitz: Ich werde meine Freundin heiraten, die auch immer zu mir gestanden hat. Ich hoffe, dass wir im Sommer schön feiern und die Weichen auf Familie stellen können.

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