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Arnold Bruggink (l.) bejubelt den Treffer zum 1:0 für Hannover 96 © imago

96 gewinnt verdient und souverän beim VfL und bleibt in der Bundesliga. Bochum steigt zum sechsten Mal aus dem Oberhaus ab.

Aus Bochum berichtet Rainer Nachtwey

Bochum - Nach vier Jahren Erstklassigkeit und zum sechsten Mal insgesamt muss der VfL Bochum den Gang in die Zweite Liga antreten.

Die Mannschaft von Interims-Trainer Dariusz Wosz verlor das Abstiegsendspiel gegen Hannover 96 nach einer desolaten Vorstellung mit 0:3 (0:3) und belegt nach dem 34. Spieltag den 17. Platz.

"Wir sind zurecht abgestiegen. Wie wir uns heute verkauft haben, das war eine Katastrophe", sagte VfL-Interimscoach Dariusz Wosz.

96 feiert mit 10.000 Fans

Hannover rettete sich durch den Sieg als Tabellen-15. und sorgte dafür, dass der 1. FC Nürnberg die Relegationsspiele bestreiten muss. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vor 30.748 Zuschauern erzielten Arnold Bruggink (9.), Mike Hanke (23.) und Sergio Pinto (45.) die Treffer für die clever agierenden Gäste.

Nach einer Horror-Saison mit dem Selbstmord von Robert Enke feierten die Niedersachsen gemeinsam mit 10.000 Fans den Klassenerhalt.

"Aufgrund der ersten Halbzeit, der Cleverness und der Gesamtleistung war es ein verdienter Sieg", meinte Trainer mirko Slomka. "Die Fans haben uns gegen Gladbach schon toll unterstützt, heute war es wieder so", sagte Mike Hanke: "Es war einfach richtig geil."

VfL kalt erwischt

Vor den Augen des vor zehn Tagen entlassenen Trainers Heiko Herrlich begann der VfL mit viel Elan und hatte bereits in der 2. Minute die erste Chance als Fuchs einen Freistoß aus rund 25 Metern halbrechter Position knapp neben den langen Pfosten setzte.

Doch bereits wenige Minuten später sorgte der starke Bruggink durch einen Konter für die Gäste-Führung. Nach einer Flanke von halblinks nahm er den Ball direkt und zimmerte ihn aus zehn Metern unhaltbar für Bochums Keeper Philipp Heerwagen ins untere rechte Eck.

Harmlose Gastgeber

Bochum bestimmte weiterhin das Spielgeschehen, kam jedoch kaum zu echten Torchancen. Die 96er verlegten sich aufs Kontern, blieben aber ebenfalls ohne echte Chance.

Recht überraschend fiel daher das 0:2. Nach einem der seltenen Hannoveraner Angriffe schnappte sich Hanke aus dem Gewühl an der 16er-Grenze den Ball und traf ins linke untere Eck (23.).

Pfeifkonzert zur Pause

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Die Bochumer Fans, die dank des Erfolgs im Hinrundenspiel (3:2 nach 0:2-Rückstand) mit großer Hoffnung in die Partie gegangen waren, machten sich mehr und mehr Zweifel breit und die Unterstützung ebbte ab.

Zumal die Bochumer im Angriff kaum noch etwas zu Stande brachten und die Pfiffe sich mehrten. Hannover machte im Mittelfeld die Räume geschickt dicht und stand auch in der Verteidigung sehr sicher.

Entscheidung vor der Pause

Kurz vor dem Seitenwechsel bot sich Stanislav Sestak die Chance zum Anschluss, aber Christian Schulz rettete vor dem Bochumer Stürmer.

Im Gegenzug sorgte Sergio Pinto mit seinem Schlenzer aus 14 Metern halblinker Position noch vor der Pause für die Entscheidung. Etliche Bochumer Fans verließen fluchtartig das Stadion und kamen zu den zweiten 45 Minuten nicht mehr zurück.

Kein Aufbäumen

Wer auf ein Aufbäumen der Gastgeber gehofft hatte, wurde bitter enttäuscht. Vielmehr boten sich den 96ern weitere Chancen.

In der 53. Minute scheiterte erst Hanke mit einem Kopfball an Heerwagen, den Nachschuss setzte Haggui aus zehn Metern über den Kasten.

Resigniert und planlos

Erst in der 60. Minute meldete sich Bochum zurück. Nach Doppelpass mit Fuchs zog Mergim Mavraj in den 16ern und prüfte mit seinem Rechtsschuss 96-Torwart Florian Fromlowitz.

Zwei Minuten später scheiterte Anthar Yahia mit einem Kopfball erneut am Gäste-Keeper.

Es blieb aber bei den wenigen Möglichkeiten der Bochumer, die resigniert und planlos im Spielaufbau wirkten.

Hannover souverän

Die letzte Möglichkeit bot sich Zlatko Dedic, der in der 83.Minute den Ball aus sechs Metern nicht an Fromlowitz vorbei im Tor unterbrachte.

Hannover hingegen spielte die Begegnung souverän zu Ende und machte nicht mehr als nötig.

Randale nach der Partie

Nach dem Schlusspfiff ließen einige VfL-Fans ihrer Wut freien Lauf. Mehrere Dutzend zum Teil vermummte Anhänger kletterten über die Zäune und versuchten, auf das Spielfeld zu stürmen.

Dabei schleuderten sie Gegenstände, ein Ordner wurde von einem Plastikstuhl am Kopf getroffen und musste ärztlich behandelt werden.

Ordner und Polizisten waren unmittelbar zur Stelle. Nur wenige Hooligans schafften es bis auf das Spielfeld, wo sie sofort gestellt und in Gewahrsam genommen wurden.

Ein Krawallmacher gelang es allerdings, Abwehrspieler Mergim Mavraj von hinten zu stoßen, woraufhin Anthar Yahia und Marcel Maltritz zur Hilfe eilten und sich eine Rangelei mit den Hooligans lieferten.

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