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Spielen wäre ihm lieber statt simsen: Kölns Ümit Özat hat Langeweile © getty

Ihm ist langweilig: 47 Tage nach seinem Kollaps wegen einer Herzmuskel-Entzündung fiebert Ümit Özat dem Comeback entgegen.

München - Es fällt ihm schwer, die Füße still zu halten - zweieinhalb Monate nach seinem Kollaps im Bundesliga-Spiel beim Karlsruher SC und anschließend diagnostizierter Herzmuskel-Entzündung verströmt Ümit Özat bereits wieder seine Vorfreude aufs Fußball-Spielen.

"Am Wochenende muss ich wieder in die Klinik nach Hannover. Ich hoffe, dass ich Klarheit bekomme", sagte der Kapitän des 1. FC Köln in der "Bild".

"Ich habe die Ärzte so verstanden, dass sie mir nach erneuten Untersuchungen sagen können, ob ich wieder Fußball spielen kann ? oder noch etwas warten muss."

Das Warten jedoch fällt dem 31-Jährigen zusehends auf die Nerven: "Hinter mir liegt die langweiligste Zeit meines Lebens."

Konkret: "Ich musste pro Tag mindestens zwölf Stunden schlafen. Dazu sechs Stunden spazierengehen und sechs Stunden ausruhen. Jeden Tag zweimal Medikamente einnehmen. Ich habe viel gelesen und vor allem so viel Fußball geschaut wie noch nie in meinem Leben. Spiele weltweit über Satellit. Nun kenne ich sogar jeden Spieler in der 2. deutschen Liga."

Ehefrau Nurdan in Sorge

47 Tage nach dem Vorfall Ende August im Wildpark-Stadion und Kliniken-Aufenthalten in Karlsruhe, Köln und Hannover sehnt Özat wieder sein Comeback herbei. Ehefrau Nurdan sieht es zwar wohl am liebsten, wenn er nie mehr spielte.

Özat aber meint diplomatisch: "Der erste Tag nach dem Schock war für meine Frau wahnsinnig schwer. Da war ihr Wunsch, dass ich aufhöre mit Fußball, in ihrer ersten Aufregung normal."

Und weiter. "Ich möchte jedoch wieder spielen. Fußball ist mein Leben. Aber nichts ist wichtiger als meine Kinder. Wenn die Ärzte sagen, du bist 100 Prozent fit, dann vertraue ich ihnen - und die Familie würde es auch tun."

Familie hat großen Einfluss

Dass die Familie Angst habe, sei normal. "Die Familie wird großen Einfluss auf meine Entscheidung haben", sagt Özat. "Ich kann meinen Kindern nichts abschlagen, ihnen nicht widerstehen. Aber alles liegt in Gottes Hand. Ich bete zu ihm, dass er mir, meiner Familie und allen Menschen Gesundheit schenkt."

Wieder kicken will der Türke schnellstmöglich - mit dem Traineramt hat er es weniger eilig: "Ich kann mit Worten nicht beschreiben, wie heiß ich darauf bin, wieder das FC-Trikot anzuziehen. Ich bin noch nicht satt. Erst drei Bundesligaspiele ? ich will die deutsche Eliteklasse noch richtig schmecken und genießen."

Und: "Ohne meinen Herz-Vorfall hätte ich in zwei Jahren Schluss gemacht. So aber will ich jeden Tag, den ich nun nicht gespielt habe, als einen Monat zusätzlich dranhängen. Ich habe noch große Sehnsucht nach Fußball."

Trainer-Karriere kann warten

Özats Vorfreude ist groß: "Falls die Ärzte am Wochenende grünes Licht geben, kann die Trainer-Karriere noch warten. Dann kicke ich noch paar Jahre."

Sicher sei aber auch, "dass ich nach Deutschland und zum 1. FC Köln gekommen bin, weil ich hier auch die Trainer-Ausbildung machen möchte. Sie ist immer noch die beste in der ganzen Welt. So würde ich auch bei einem späteren Trainer-Job in der Türkei einen deutschen Co-Trainer mitnehmen."

Was meinen zum schnellen Comeback-Wunsch von Ümit Özat - jetzt mitdiskutieren!

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