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Oliver Neuville (r.) lief 334 Mal in der Bundesliga auf und erzielte 91 Tore © getty

Der Gladbacher verabschiedet sich nach 334 Spielen gegen Bayer von der Fußball-Bühne. Nur eine Tatsache vermiest ihm die Laune.

Gladbach - Mit Tränen in den Augen drehte Oliver Neuville eine letzte Ehrenrunde.

Der 37-Jährige wurde nach dem 1:1 (0:1) zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen sowohl von den Gastgebern als auch von den Fans der Werkself mit einer "La-Ola-Welle" verabschiedet. 234347(die Bilder)

"Sicher habe ich die eine oder andere Träne verdrückt, aber das ist normal in meiner Situation. Einen besseren Abschied hätte ich mir kaum vorstellen können", sagte der 37-Jährige nach seinem 334. und letzten Spiel in der Bundesliga vor 54.057 Zuschauern, bevor dann doch der alte Ehrgeiz noch einmal aufblitzte:

"Okay, ein Tor hätte ich schon noch gerne gemacht, und fast hätte es ja auch geklappt, doch der Ball war schneller als ich."

Damit meinte er eine Szene in der 70. Minute, als er nur um Zentimeter an einer Flanke und damit an seinem 92. Bundesliga-Tor vorbeirutschte.

Aber auch so hatten beide Klubs ihre Saisonziele erreicht: Bayer mit der Rückkehr auf die internationale Bühne und Gladbach mit Platz 12 vor dem Erzrivalen 1. FC Köln (13.). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ein solcher Abschied ist wie gemalt, wenn die beiden Mannschaften gegeneinander spielen, für die man am längsten gespielt hat", sagte Leverkusens Sportchef Rudi Völler über Neuville, der von 1999 bis 2004 für Bayer und danach für die Borussia spielte.

"Ein Traum für Olli"

"Das ist ein Traum für Olli, den er sich aber auch verdient hat. Nicht nur seine Schnelligkeit und seine Schusstechnik haben ihn ausgezeichnet. Er ist auch ein total angenehmer Zeitgenosse", sagte Völler, unter dessen Regie Neuville 2002 Vize-Weltmeister wurde:

"Manchmal war er aber auch ein kleines Schlitzohr und ist mal um die Häuser gezogen. Aber wenn jemand so lieb ist, dann verzeiht man ihm das."

Gladbachs Trainer Michael Frontzeck lobte Neuvilles Einstellung bis zum letzten Spiel, auch wenn der Angreifer in dieser Saison oft nur Ersatzmann war.

"Olli hat die Saison über dazu beigetragen, dass das Team funktioniert. Er hat sich vorbildlich verhalten, gerade in schwierigen Situationen", sagte Frontzeck:

"So war es für mich nie eine Frage, dass ich ihm heute seinen verdienten Abschied gebe. Es war kein Gnadenbrot von mir."

"Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich ihn mit dem Rollstuhl auf den Platz fahren muss. Olli ist immer für ein oder zwei Highlights im Spiel gut, das hat er heute wieder bewiesen."

Reus droht Länderspiel-Absage

Um ein Haar hätte er nach seiner mit "Standing ovations" bedachten Einwechslung in der 57. Minute sogar noch dazu beigetragen, dass die Borussia erstmals seit mehr als 21 Jahren, seit dem 25. Februar 1989, wieder ein Heimspiel gegen Leverkusen gewinnt.

Doch Marco Reus, der wegen einer Muskelverletzung im rechten Oberschenkel wahrscheinlich auf sein Debüt in der Nationalmannschaft gegen Malta verzichten muss, hatte Neuvilles Vorlage in der 84. Minute "leider auf die Tribüne gedroschen", wie der Routinier meinte, der aber dann den Youngster gleich in Schutz nahm: "Das kann passieren."

Heynckes zieht positives Fazit

Stürmer müssen halt auch mal Rückschläge verkraften, wie Leverkusens Stefan Kießling, der ohne Treffer blieb und die Torjägerkanone daher Wolfsburgs Edin Dzeko überlassen musste.

"Soll ich mich deswegen jetzt hinlegen und heulen?", fragte Kießling.

Nein, lieber auf die WM freuen, sagte sein Trainer Jupp Heynckes, der nach der Punkteteilung durch Tore von Patrick Helmes (34.) und Roel Brouwers (55.) am Tag vor seinem 65. Geburtstag trotz der verpassten Champions-League-Qualifikation ein positives Saisonfazit zog.

"Wenn Rene Adler und Simon Rolfes nicht verletzt wären, würden nicht nur zwei, sondern vier Spieler von uns in Südafrika dabei sein. Das ist ein Indiz, dass die Truppe sehr gut gearbeitet hat", sagte er.

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