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Mohamadou Idrissou (M.) erzielte gegen Dortmund seinen neunten Saisontreffer © imago

Freiburg feiern den Sieg gegen den BVB, als der Stürmer seinen Abschied verkündet. Hummels fordert eine Sieger-Mentalität ein.

Freiburg - Die Freiburger Fans feierten ihre "Drinbleiber" nach dem perfekten Saisonabschluss wie Könige - da mutierte ausgerechnet "Fußball-Gott" Mohamadou Idrissou zum Partyschreck.

Der Nationalspieler aus Kamerun verkündete inmitten der Nicht-Abstiegs-Sause seinen Abschied vom SC Freiburg nach zweieinhalb erfolgreichen Jahren. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich bleibe nicht. Der Verein hat nicht den Willen gezeigt, mich zu halten. Wenn sie es gewollt hätten, dann wäre ein besseres Angebot gekommen", erklärte WM-Fahrer Idrissou.

Der Stürmer erzielte beim 3:1 (0:0) gegen Borussia Dortmund seinen neunten Saisontreffer (60.) und war damit bester Torschütze des SC in der abgelaufenen Spielzeit.

In der Woche zuvor hatte "Mo" mit zwei Toren beim 1. FC Köln (2:2) den vorzeitigen Klassenerhalt der Breisgauer quasi im Alleingang besiegelt.

Nur sieben Tage später avancierte Angreifer Idrissou zum Buhmann. Die Ankündigung des 30-Jährigen warf einen dunklen Schatten auf die stundenlangen Feierlichkeiten nach dem erfolgreichen Saisonende der Breisgauer.

"Dann hätten wir das Gehaltsgefüge pulverisiert"

"Sein Abgang ist bitter. Aber wären wir auf die Forderungen eingegangen, hätten wir unser Gehaltsgefüge innerhalb der Mannschaft nicht nur gesprengt, sondern pulverisiert", meinte SC-Trainer Robin Dutt.

Der Trainer schob Idrissou im monatelangen Poker um einen neuen Kontrakt den Schwarzen Peter zu: "Wenn man mit dem Gastronom vereinbart, das Bier kostet 2,40 Euro und dann soll man plötzlich 10 Euro zahlen, ist das happig."

Dreimal hatte der Sportclub, der im August in seine zwölfte Bundesliga-Saison gehen wird, das Angebot für den Kameruner seit Oktober 2009 nachgebessert. Ohne Erfolg.

In der Winterpause von Schalke umworben

Idrissou, der im Winter von Schalke 04 umworben worden war, hatte während der Rückrunde für einen Eklat gesorgt, als er in der Kabine zu seinen Mitspielern sagte: "Ich habe keine Lust mehr, mit Euch Absteigern zu spielen."

Verteidiger Felix Bastians meinte nach dem neunten Saisonsieg nur: "Wir haben Mo bewiesen, dass wir keine Absteiger sind."

Einen neuen Klub hat der Ex-Duisburger Idrissou nach eigenen Angaben noch nicht.

Cisse erzielt ein Doppelpack

Gegen die bereits für die Europa League qualifizierten Dortmunder deutete indes Papiss Demba Cisse an, dass er Idrissou in der neuen Saison als Torjäger ersetzen kann - nicht nur wegen seiner beiden Treffer (70./90.+3).

"Cisse wird der neue Cisse, nicht der neue Idrissou", wiegelte Dutt ab, hatte aber nur Lob für den senegalesischen Nationalstürmer parat.

Cisse war erst in der Winterpause vom FC Metz gekommen und hat in der Rückrunde sechsmal getroffen.

Auch Dortmund feiert

Während die Freiburger auf dem Rasen Ringelrei tanzten, ließen sich auch die Dortmunder mit ihren "Europapokal"-T-Shirts umjubeln.

Zwar wurde der Sprung auf den vierten Tabellenplatz ebenso verpasst wie die beste Punkteausbeute seit der Meistersaison 2001/2002 (70 Zähler).

Doch Trainer Jürgen Klopp war trotzdem stolz wie Oskar auf sein Team, das Welttorjäger Lucas Barrios mit seinem 19. Saisontreffer in Führung gebracht hatte (47.).

Hummels fordert "Mia-san-Mia"-Mentalität

"Meine Truppe hat Großartiges geleistet. Der Abschluss war nicht perfekt, aber alles in allem war die Saison eine runde Geschichte", meinte Klopp.

Verteidiger Mats Hummels forderte mit Blick auf die Zukunft die "bayerische 'Mia-san-mia'-Mentalität, denn erst, wenn wir zurückliegen, geben wir Gas. Das ist ein Kopfproblem und muss sich ändern."

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