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Jan Schindelmeiser arbeitete seit 2006 für 1899 Hoffenheim © imago

Der Hoffenheimer Manager verlässt den Klub, während der Trainer noch immer über seine eigene Zukunft nachsinnt.

Sinsheim - Manager Jan Schindelmeiser wirft frustriert das Handtuch, Trainer Ralf Rangnick avanciert zum Alleinherrscher:

Auch nach dem Ende einer enttäuschenden Saison geht das Chaos bei1899 Hoffenheim munter weiter.

"Er scheidet aus eigenem Wunsch aus. Die atmosphärischen Störungen sind offenbar in den Kleidern hängengeblieben", sagte Mäzen Dietmar Hopp der "Bild am Sonntag" und bestätigte, dass Schindelmeiser den Verein wegen der Probleme mit Rangnick verlässt.

Hopp: Trainer soll bleiben

Gleichzeitig betonte Hopp auf einer am Sonntag eilig einberufenen Pressekonferenz, dass Trainer Rangnick seinen Vertrag bis 2011 auf jeden Fall erfüllen soll. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir versuchen, ihn zu halten. Und ich gehe auch davon aus, dass er bei uns bleibt. Rangnick weiß, was er an Hoffenheim hat und umgekehrt - wir müssen uns gegenseitig nichts schmackhaft machen", sagte Hopp, der offen ließ, ob ein neuer Manager eingestellt wird.

Rangnick erbittet sich Zeit

Rangnick erklärte, dass er sich bis Donnerstag Zeit lassen möchte, ehe er eine Entscheidung darüber trifft, ob er auch in der nächsten Spielzeit Hoffenheim trainieren will.

"Ich werde auf mein Bauchgefühl hören und mich nicht vom Tagesgeschäft treiben lassen", sagte Rangnick, der allerdings als großer Verfechter davon gilt, geschlossene Verträge auch zu erfüllen.

Schindelmeisers Abschied schon lange fix

Das Schindelmeiser unmittelbar nach dem 1:1 gegen den VfB Stuttgart am Samstag den Medienvertretern sogar noch ohne mit der Wimper zu zucken die Planungen für die kommende Saison in den Block diktierte, war ein reines Ablenkungsmanöver.

Denn Schindelmeisers Entscheidung, nicht mehr mit Rangnick zusammenarbeiten zu wollen, stand bereits seit drei Wochen fest.

Neue Pläne

"Den Entschluss, den Klub zu verlassen, habe ich Herrn Hopp bereits vor einigen Wochen mitgeteilt", sagte Schindelmeiser, der offenbar bereits einen neuen Klub in Aussicht hat:

"Es ist mir nicht leicht gefallen, weil ich mich hier sehr wohl gefühlt habe, aber ich denke, es ist jetzt nach vier sehr erfolgreichen Jahren der richtige Zeitpunkt für eine Veränderung."

Schindelmeiser informierte Trainer Rangnick allerdings erst am Donnerstag von seinem Abschied.

"Es war ein innerer Konflikt. In Detailfragen gab es auch mal Dissonanzen", sagte Schindelmeiser.

"Atmosphärische Störungen"

Ursprünglich wäre der Vertrag von Schindelmeiser noch bis 2014 gelaufen. Durch den selbst gewählten Abgang wird laut Hopp keine Abfindung fällig.

Der 46-Jährige war im Juli 2006 gemeinsam mit Trainer Ralf Rangnick in Hoffenheim eingestiegen. Zwei Jahre später führten beide den Dorfverein aus dem Kraichgau in die Bundesliga.

Die "atmosphärischen Störungen" und der Machtkampf mit Rangnick führten nun aber dazu, dass Schindelmeiser eine neue Herausforderung sucht.

Problem war offenbar, dass Schindelmeiser in Hoffenheim nach dem Aufstieg zum Geschäftsführer Sport Vorgesetzter von Rangnick wurde.

Fehlgriffe Zuculini und Maicosuel

Dabei gelangen ihm allerdings keine Transfercoups mehr wie die Verpflichtungen von Chinedu Obasi oder Carlos Eduardo.

20 Millionen Euro hatte die TSG vor Saisonbeginn in die Mannschaft investiert.

Franco Zuculini (4.6 Millionen Euro) und Maicosuel (4,5 Millionen Euro) konnten sich jedoch nicht durchsetzen, zudem belastete der Ärger wegen der angeblichen Herzprobleme von Prince Tagoe den Verein.

So blieb Sieben-Millionen-Verteidiger Josip Simunic die einzige sinnvolle Verstärkung.

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