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Felix Magath, Peter Peters und Clemens Tönnies (v.l.) auf der Jahreshauptversammlung © imago

Schalkes Finanzlage ist bedrohlich. Doch anstatt zu sparen, erschließen die Knappen neue Geldquellen - die Anhänger sollen zahlen.

Gelsenkirchen - Jede Menge Schulden, noch höhere Eintrittspreise und eine Fananleihe:

Die Mannschaft und Trainer Felix Magath wurden bei der Jahreshauptversammlung von Schalke 04 frenetisch gefeiert, doch ansonsten wurden den rund 2000 anwesenden Mitgliedern wieder einmal Hiobsbotschaften überbracht.

Sparen sollen auf Schalke nur die Fans.

Neue Verluste und gigantischer Schuldenberg

Finanzvorstand Peter Peters trug am Montagabend die besorgniserregenden Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2009 vor.

16,8 Millionen Euro Verlust wurden verzeichnet, und den eingetragenen Verein drückten zum Stichtag 31. Dezember 2009 135,2 Millionen Euro Verbindlichkeiten.

Der Gesamtkonzern steht mit seinen insgesamt 13 Tochtergesellschaften sogar mit 248,6 Millionen Euro in der Kreide, der Umsatz ging um 20 Millionen auf 119 Millionen Euro zurück.

Höhere Kartenpreise und Fananleihe

Doch anstatt einen drastischen Sparkurs einzuschlagen, erschließen die Königsblauen lieber neue Geldquellen - und die Anhänger sollen zahlen.

Die Preise für Eintrittskarten werden für die kommende Saison weiter erhöht, und eine Fananleihe soll weitere Mittel zur Verfügung stellen, obwohl die lukrative Champions League erreicht wurde.

Magath will Mannschaft weiter aufrüsten

Denn die vorhandenen Mittel will Magath einsetzen, um die Mannschaft für das internationale Geschäft zu rüsten.

"Wenn wir den FC Schalke dauerhaft in der Bundesligaspitze neben Klubs wie Bayern München und Werder Bremen etablieren wollen, dann brauchen wir noch einige Veränderungen im Verein, strukturell wie im vertrauensvollen Miteinander zwischen Fans und Verantwortlichen", sagte Magath.

"Und um wettbewerbsfähig zu sein, müssen wir uns nicht nur entschulden, sondern auch sportlich weiterentwickeln."

Keine Allmacht für Magath

Noch mehr Macht für Trainer-Manager Magath wollten die Mitglieder allerdings nicht. Die Versammlung verweigerte einer Satzungsänderung ihre Zustimmung.

Magath hatte durchsetzen wollen, Geschäfte im Rahmen eines festgelegten Budgets ohne Genehmigung des Aufsichtsrates tätigen zu dürfen.

Applaus für Kuranyi

Wesentlich harmonischer ging es bei der Verabschiedung von Kevin Kuranyi zu. Als der Torjäger ein letztes Mal die königsblaue Bühne betrat, brandete Applaus auf.

"Kevin, danke für fünf wirklich gute Jahre", gab Aufsichtsratsmitglied Clemens Tönnies ihm mit auf den Weg. Kuranyi wechselt nach Russland zu Dynamo Moskau.

Pfiffe gegen Metzelder

Die Verpflichtung des ehemaligen Dortmunders Christoph Metzelder kommentierten die Mitglieder mit Pfiffen.

"Ich bin froh, dass wir ihn verpflichten konnten", sagte Magath, der den zu großen Spielerkader in den kommenden Wochen verschlanken will, um Platz für weitere Zugänge zu schaffen. Außer Nationaltorhüter Manuel Neuer, so Magath, seien alle Spieler bei entsprechenden Angeboten verkäuflich.

Schnusenberg tritt wie geplant ab

Die Planungen obliegen allein Magath, der nun nur noch gemeinsam mit Peters als Doppelspitze den Verein führt. Präsident Josef Schnusenberg trat wie geplant ab.

Magath ist für den gesamten sportlichen Bereich sowie fürs Marketing zuständig, Peters, dessen auslaufender Vertrag in den nächsten Tagen um voraussichtlich drei Jahre verlängert wird, leitet die Bereiche Organisation, Personal und Finanzen.

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