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Friedhelm Funkel war vor seiner Zeit bei der Hertha für Eintracht Frankfurt tätig © getty

Nach dem verpassten Klassenerhalt verlängert die Hertha den Vertrag des Trainers nicht. Nachfolger werden bereits gehandelt.

Berlin - Nur drei Tage nach dem bitteren Gang in die Zweite Liga hat sich Hertha BSC Berlin wie erwartet von Trainer Friedhelm Funkel getrennt. Der Hauptstadt-Klub kündigte an, den auslaufenden Vertrag mit dem 56-Jährigen nicht mehr zu verlängern.

"Auch wenn das gemeinsame Ziel, der Klassenerhalt in der Bundesliga, nicht erreicht wurde, bedankt sich Hertha BSC bei Friedhelm Funkel für seine Arbeit", schrieb der Klub in einer Pressemitteilung (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Offenbar wurde bei der Trennung tatsächlich kein Porzellan zerschlagen, denn die Hertha lud zeitgleich für Mittwoch zu einer Pressekonferenz, an der neben Manager Michael Preetz auch Funkel teilnehmen wird.

Als Nachfolger Funkels sind der ehemalige Stuttgarter Coach Markus Babbel, der Ex-Nürnberger Michael Oenning und Lorenz-Günther Köstner, zuletzt Interimstrainer beim VfL Wolfsburg, im Gespräch.

Trennung kommt nicht überraschend

Seit Tagen wurde mit der Trennung von Funkel gerechnet. Am Samstag im letzten Saisonspiel gegen Meister Bayern München (1:3) skandierten Herthas Fans bereits "Funkel raus".

Nur im Fall des Klassenerhaltes hätte sich der Kontrakt des Trainers automatisch verlängert. Der Coach hatte sich vor drei Wochen bei Hertha auch für die Zweite Liga angeboten, als er auf seine erfolgreiche Arbeit als Zweitliga-Coach hingewiesen hatte.

Fünfmal war ihm der Aufstieg in die Bundesliga gelungen.

Funkel schafft die Rettung nicht

Der als "Retter" geholte Funkel konnte die Hoffnungen der Berliner auf den Klassenerhalt nicht erfüllen.

Am 3. Oktober hatte der frühere Profi von Bayer Uerdingen seinen Job in der Hauptstadt als Nachfolger des erfolglosen Lucien Favre angetreten.

Bis zur Winterpause wollte Funkel das Team aus dem Tabellenkeller führen, doch die "Alte Dame" blieb unter seiner Regie dauerhaft Schlusslicht.

Am Ende folgte Herthas fünfter Abstieg aus der Bundesliga. Der gebürtige Neusser könnte nun ein Kandidat für Berlins Mitabsteiger VfL Bochum werden.

Heimkomplex wird Herta zum Verhängnis

In der Winterpause durfte Funkel das Team noch verstärken. Mit Angreifer Theofanis Gekas sowie den Defensivspielern Roman Hubnik und Lewan Kobiaschwili kamen drei erfahrene Profis.

Gute Leistungen in Auswärtsspielen bei Hannover 96 (3:0) und dem SC Freiburg (3:0) nährten die Hoffnungen auf den Klassenerhalt, doch der unüberwindbare Heimkomplex wurde dem Klub zum Verhängnis.

Bilanz spricht gegen den Coach

Dem Vorjahres-Vierten gelang unter Funkel nicht ein einziger Erfolg vor heimischem Publikum.

Am Ende blieben die Berliner in 16 Spielen in Serie zu Hause ohne Erfolgserlebnis und steigerten damit den Negativrekord der Bundesliga von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66.

In 27 Spielen unter Funkel holte die Mannschaft nur 21 Punkte. Ein Neuanfang unter seiner Regie schien unmöglich.

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