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Louis van Gaal wechselte im Sommer 2009 von Alkmaar zum FC Bayern © imago

Louis van Gaal ist in München erfolgreich - wie bereits zuvor in Spanien und den Niederlanden. Doch es gibt Unterschiede.

Von Martin Volkmar

München - In Barcelona erinnert man sich dieser Tage an einen legendären Auftritt vor fast genau zwölf Jahren auf dem Rathaus-Balkon.

"Barca, Champions", rief der euphorisierte Meister-Trainer damals immer wieder in die jubelnde Menge auf der Plaza Sant Jaume.

Sein Name: Louis van Gaal.

Doch trotz der rauschenden Feier nach der ersten Meisterschaft des Niederländers wurden die Fans des FC Barcelona nie ganz warm mit van Gaal.

Autoritär und hölzern

Er galt als autoritär, hölzern und beratungsresistent. Zudem wurden ihm die Tatsache, dass er acht Niederländer holte und seine anfangs mäßigen Spanischkenntnisse vorgeworfen.

Sein Auftreten in den Anfangsmonaten hat auch viele beim FC Bayern bis weit in die Führungskreise hinein verstört.

Doch davon ist in München seit dem Erfolgszug in der Rückrunde und allerspätestens seit seinem unglaublichen Auftritt bei der Meisterfeier auf dem Marienplatz keine Rede mehr.

"Balkon-Auftritt bleibt in Erinnerung"

"Sein Auftritt auf dem Balkon wird allen noch lange in Erinnerung bleiben", glaubt nicht nur Sportdirektor Christian Nerlinger.234960(die Bilder der Feier).

Plötzlich Superstar - die "Abendzeitung" nennt van Gaal den "Enter-trainer", die "Bild" kürt ihn zum "dollsten Holländer seit Rudi Carrell".

Und der neue Liebling der Massen kann sein Glück gar nicht fassen. "Es ist das erste Mal, dass ich von den Medien so positiv bewertet werde", sagte van Gaal.

"Das war in Holland und Spanien nicht so."

Riesen-Lob für Bayern

Dabei feierte der 58-Jährige dort seine größten Erfolge, doch über den deutschen Rekordmeister sagt er: "Das ist der beste Klub, bei dem ich je gearbeitet habe."

Zumal er mit den wiedererstarkten Bayern den Höhepunkt seiner Karriere erreichen könnte, wenn er gleich im ersten Jahr das historische Triple schaffen sollte.

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach dem freien Dienstag will der "Tulpen-General" daher ab Mittwoch wieder die Zügel anziehen, um sein Team bestmöglich aufs DFB-Pokalendspiel am Samstag gegen Werder Bremen und aufs Champions-League-Finale eine Woche später gegen Inter Mailand vorzubereiten.

Butt will den ganz großen Triumph

"Die Mannschaft muss nun den Schalter umlegen, aber ich habe überhaupt keine Bedenken, dass das nicht gelingt", meinte Nerlinger.

Und Torhüter Jörg Butt bestätigte: "Der Marienplatz war ein tolles Erlebnis. Aber der Hunger auf mehr Titel ist da."

Sollte der FCB tatsächlich beide Partien gewinnen, wäre es eigentlich der ideale Zeitpunkt für van Gaal, aufzuhören. Das hat er vor einigen Monaten selbst erklärt: "Denn dann kann ich nicht mehr erreichen."

Doch inzwischen rudert er zurück und plant seine Zukunft in München. "Ich bleibe auch, wenn wir das Triple gewinnen", sagte er der "Bild".

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