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Herthas Hoffnungsträger: Andrej Voronin fühlt sich ungemein wohl in Berlin © imago

Endlich trifft Andrej Voronin für Hertha: Im Interview mit Sport1.de erklärt er, was in dieser Saison noch zu erwarten ist.

Von Martin Hoffmann

München - Mit ihm will sich Hertha BSC aufschwingen zu neuen Bundesliga-Höhen.

Und Andrej Voronin meint, dass Berlin mit Trainer Lucien Favre "eine Mannschaft aufbauen kann, die sich mit Schalke, Bremen und Hamburg irgendwann auf Augenhöhe messen kann".

Der Torjäger in spe, der wegen eines Nasenbeinbruchs am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) gegen Stuttgart mit einer Spezialmaske spielen will, sieht sich in der Hauptstadt angekommen - obwohl er nach seinem Wechsel aus Liverpool in sieben Pflichtspielen für den Bundesliga-Achten bisher erst einmal traf.

Im Gespräch mit Sport1.de erklärt der 29-Jährige auch, welche besondere Beziehung er zu Rolf Rüssmann und Real Madrid hat.

Sport1.de: Wie haben Sie sich inzwischen eingelebt in Berlin?

Andrej Voronin: Hervorragend. Ich habe eine schöne Wohnung gefunden, meine Frau hat unsere Tochter Sofia in Berlin zur Welt gebracht, und gegen Leverkusen habe ich endlich mein erstes Tor für Hertha BSC erzielt. Ich fühle mich rundum wohl und bin sehr glücklich.

Sport1.de: Sieben Pflichtspiele haben Sie auf ihr erstes Tor für die Hertha gewartet - gegen Ex-Verein Leverkusen hat es dann endlich geklappt. Ist der Knoten jetzt geplatzt?

Voronin: Ich hoffe, dass der Knoten geplatzt ist. Das wird sich am Samstag gegen Stuttgart zeigen, wobei mir der Erfolg der Mannschaft wichtiger ist als mein persönliches Erfolgserlebnis.

Sport1.de: Dennoch: Wie viele Tore sollen es denn in der Saison noch werden?

Voronin: Am liebsten soviele wie möglich. Doch wie gesagt steht der Erfolg des Teams im Vordergrund. Wenn ich mit meinen Toren dazu beitragen kann, soll mir das recht sein.

Sport1.de: Der Sieg in Leverkusen war etwas glücklich. Was muss da noch besser werden bei Ihrem Team?

Voronin: Wir haben in Leverkusen in der Defensive sehr kompakt gestanden. Das hat dazu geführt, dass wir kaum Torchancen zugelassen haben. Auf der anderen Seite kommt es den Stürmern entgegen, wenn wir entschlossener nach vorne spielen.

Letztendlich gibt uns der Erfolg recht. Wenn wir unsere verletzten Spieler wieder an Bord haben, dann werden wir sicher auch wieder offensiver spielen.

Sport1.de: Was sind Ihre Erwartungen an das Spiel gegen Stuttgart nach dem klaren Sieg des VfB gegen Bremen?

Voronin: Stuttgart ist sehr gut in die Saison gestartet. Dem Sieg gegen Bremen steht aber auch eine 0:3-Niederlage in Dortmund gegenüber. Ich glaube, dass Stuttgart zwei Gesichter hat. Wir wollen unseren ersten Saison-Heimsieg einfahren und werden alles daran setzen, dass uns dies gelingt.

Sport1.de: Der Großteil der Hertha-Mannschaft besteht aus jungen Spielern. Was wollen Sie denen mit Ihren mehr als zehn Jahren Profi-Erfahrung mitgeben?

Voronin: Die Mischung zwischen jungen und alten Spielern muss stimmen. Mit Arne Friedrich, Joe Simunic, Marko Pantelic und mir sind genügend erfahrene Spieler im Team, die die jungen Spieler führen können. Hier und da geben wir den jungen Spielern Tipps und helfen ihnen.

Sport1.de: Ziel von Lucien Favre ist es, ein Team aufzubauen, dass Titel gewinnen kann. Welche Perspektive sehen Sie für Hertha?

Voronin: Ich finde es gut, wenn der Trainer ehrgeizige Ziele formuliert. In Zürich hat es auch etwas länger gedauert, bis er mit seiner damaligen Mannschaft am Ziel war. ich traue unserem Trainer zu, dass er eine Mannschaft aufbauen kann, die sich mit Schalke, Bremen und Hamburg irgendwann auf Augenhöhe messen kann.

Sport1.de: In Liverpool hatten Sie einen guten Start, haben sich aber letztlich nicht in der Stammelf etablieren können. Woran hat es gelegen?

Voronin: Ich hatte in Liverpool eine tolle Zeit, doch zum Schluss war das Angebot in der Offensive sehr groß. Der Verein hat mir ziemlich deutlich gemacht, dass ich keine große Rolle mehr spielen werde. In Anbetracht der vorhandenen Stürmer wie Torres, Babel, Kuyt und dann auch noch Keane ist das kein Wunder.

Sport1.de: Können Sie sich vorstellen, dauerhaft in Berlin zu bleiben, oder würde Sie doch ein zweiter Anlauf in Liverpool reizen?

Voronin: Das ist noch Zukunftsmusik. Zunächst einmal konzentriere ich mich auf meine Aufgabe bei Hertha BSC. Ich möchte eine gute Saison spielen. Was danach kommt, wird sich zeigen.

Sport1.de: Ihr Ex-Manager Rolf Rüssmann soll mal gesagt haben, dass Sie entweder bei Real Madrid oder in der Kreisklasse landen - was hat er denn damit gemeint?

Voronin: Da müssten Sie ihn schon fragen. Aber wahrscheinlich meinte er, dass ich genügend Talent hatte, um bei Real Madrid zu landen, falls ich mich nur auf Fußball konzentriere. Immerhin habe ich beim FC Liverpool gespielt. Was auch keine schlechte Adresse ist.

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