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Markus Babbel arbeitete zuletzt beim VfB Stuttgart als Cheftrainer © imago

Nach der Trennung von Friedhelm Funkel beginnt in Berlin die Suche nach einem neuen Trainer. Ein Ex-Stuttgarter ist Favorit.

Berlin - Markus Babbel, Armin Veh oder doch Michael Oenning?

Bundesliga-Absteiger Hertha BSC Berlin sucht nach der Ankündigung, den Vertrag mit Coach Friedhelm Funkel nicht zu verlängern, fieberhaft nach einem Trainer für die neue Saison in der zweiten Liga.

Die Gerüchteküche brodelt, die Kandidatenliste ist lang.

Noch lassen sich die Verantwortlichen beim Hauptstadtklub nicht in die Karten schauen, doch die Mission des neuen Trainers ist klar: Das Ziel ist der direkte Wiederaufstieg (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Hertha will "Neuanfang"

"Wir wollen einen Neuanfang mit einem neuem Trainer und einer neuen Mannschaft. Ich nehme mir die Zeit und gehe diese Aufgabe nicht unter Druck an", sagte Hertha-Manager Michael Preetz.

Ein konkretes Anforderungsprofil für den neuen Trainer wollte Preetz nicht verraten:

"Da würden wir dann bestimmte Kandidaten von vornherein ausschließen. Er muss aber die Mentalität mitbringen und vermitteln können, die wir in der zweiten Liga brauchen."

Als heißester Kandidat für das Amt des neuen Trainers gilt Markus Babbel.

Der Ex-Coach des VfB Stuttgart hat schon mit Preetz zusammen in der deutschen Nationalmannschaft gespielt und würde offenbar auch in der zweiten Liga arbeiten.

Zwischen den Berlinern und dem 37-Jährigen soll es schon erste Vorverhandlungen gegeben haben.

Babbel ist erste Option

Offiziell wollten sich Preetz und Co. dazu aber nicht äußern.

Sollte es mit dem Europameister von 1996 nicht klappen, könnten auch Veh, Oenning, der Ex-Bochumer Marcel Koller oder Lorenz-Günther Köstner, zuletzt Interimstrainer beim VfL Wolfsburg, den vakanten Posten bei der Hertha übernehmen.

Allerdings muss die Suche nach einem neuen starken Mann schnell gehen. Schließlich soll der neue Coach weite Teile der Mannschaft zusammenstellen.

Das Ziel wurde nicht erreicht

Am Dienstag hatte Hertha die Trennung von Funkel bekannt gegeben. Der auslaufende Vertrag mit dem 56-Jährigen, unter dem die Mannschaft in 27 Spielen nur 21 Punkte holte, wird nicht verlängert.

"Es war eine sehr gute Zusammenarbeit, aber wir haben halt unser gemeinsames Ziel nicht erreicht", sagte Preetz.

Funkel, der noch bis zum 21. Mai das Training der Berliner leiten wird, bilanzierte am Mittwoch.

Funkel braucht "keine Auszeit"

"Es war eine kurze, intensive Zeit in Berlin. Ich möchte kein Sekunde missen", sagte der Ex-Profi und versicherte, er habe "vollstes Verständnis" für die Entscheidung von Preetz.

Eine "Auszeit" brauche er allerdings jetzt nicht, für ihn könne es bald irgendwoanders weitergehen.

Der Coach hatte sich vor drei Wochen bei Hertha auch für die zweite Liga angeboten, als er auf seine erfolgreiche Arbeit als Zweitliga-Coach hingewiesen hatte.

Fünfmal war ihm der Aufstieg in die Bundesliga gelungen.

Friedrich hält zu Funkel

"Ich halte persönlich sehr viel von Friedhelm Funkel. Er ist ein hervorragender Trainer, aber der Druck - vor allem der Fans - war wahrscheinlich zu stark. Deshalb musste der Verein handeln", sagte der ebenfalls scheidende Berliner Kapitän Arne Friedrich.

Besonders der unüberwindbare Heimkomplex wurde dem Klub zum Verhängnis.

Dem Vorjahres-Vierten gelang unter Funkel nicht ein einziger Erfolg vor heimischem Publikum.

Am Ende blieben die Berliner in 16 Spielen hintereinander zu Hause ohne Erfolgserlebnis und steigerten damit den Negativrekord der Bundesliga von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66.

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