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2010 hat Jens Lehmann seine aktive Karriere beim VfB Stuttgart beendet © getty

Im zweiten Teil im SPORT1-Doppelpass spricht Jens Lehmann über seine Eskapaden auf dem Platz und Boatengs Foul an Ballack.

München - Nicht nur über die T-Frage im DFB-Team und sein Missverständnis mit Mario Gomez spricht Jens Lehmann im SPORT1-Doppelpass:

Im zweiten Teil analysiert der Ex-Keeper den Bayern-Auftritt im DFB-Pokal-Finale, urteilt über Kevin Boatengs Foul an Michael Ballack im FA-Cup-Endspiel.

Ebenso bezieht Lehman Position zu den Besonderheiten des Torwart-Daseins und zu seinen Eskapaden auf dem Platz.

Auch zu Bayern-Trainer Louis van Gaal und dessen Widersachse in der Champions League, Inter Mailands Jose Mourinho, hat der 40-Jährige eine Meinung.

Jens Lehmann...

über seine vergangenen Eskapaden auf dem Platz:

"Es gibt gutes und schlechtes Benehmen auf dem Fußballplatz. Das war auch bei mir der Fall, und das wird auch in den nachfolgenden Generationen so sein. Aber ich glaube, dass ich abseits des Platzes nie eine Linie überschritten habe, persönlich geworden bin und auch nicht so viel persönlich genommen habe. Ich bin in einer Zeit groß geworden, in der man sich hochkämpfen musste. Ich bin aus dem Ruhrpott, und um mich herum waren immer Menschen, die viel gearbeitet haben.

Da gab es keine anderen Dinge, außer hart zu arbeiten, ehrlich zu sein und Erfolg zu liefern. Das war auch so, als ich bei Schalke 04 angefangen habe. Wir mussten für Titel spielen, wir mussten für Aufstiege spielen, wir mussten gut sein und funktionieren, um erfolgreich zu werden. Diese Mentalität habe ich auch im hohen Fußball-Alter wahrscheinlich nie richtig ablegen können. Aber ich bin damit auch nicht schlecht gefahren, da ich neben einigen Enttäuschungen auch einige Erfolge erleben durfte."

über die Besonderheiten des Torwart-Daseins:

"Ein Stürmer kann mit einem Tor sein ganzes Spiel gut machen. Ein Torwart kann mit einem Misserfolg sein ganzes, zuvor gutes Spiel zunichte machen. Als Torwart wird man zum Perfektionisten erzogen. Ich merke das auch im Privatleben, mache alles 100-prozentig. Man ist das aus dem Tor so gewöhnt. Wenn ich einen Fehler mache, dann hagelt es Kritik, meine Mannschaftskameraden sind von mir enttäuscht, wir holen die Ergebnisse nicht, die wir brauchen. Ein Feldspieler kann das anders gestalten."

auf die Frage, ob er schon Pläne für die Zeit nach dem Fußball habe:

"Die habe ich noch nicht und die möchte ich auch noch gar nicht haben, denn ich glaube, dass es ganz gut ist, wenn ich mal ein, zwei Monate nichts mache und mir dann genau überlege, was mir Spaß machen könnte."

auf die Frage, ob das Foul von Kevin-Prince Boateng im FA Cup-Finale gegen Michael Ballack Absicht gewesen sein könnte:

"Jedes grobe Foul ist natürlich immer ein 'In-Kauf-nehmen' von etwas Schlimmen, was passieren kann. Aber kein Spieler geht absichtlich hin und sagt: "Den foule ich jetzt, damit der sich die Bänder reißt oder den Knöchel bricht."

über das DFB-Pokalfinale zwischen Werder Bremen und dem Bayern:

"Es war ein schönes Spiel, vor allem von den Bayern. Da hat es Spaß gemacht, zuzuschauen, weil die inzwischen einen sehr schönen Fußball spielen. Es war von Bayern ein hoch-taktisches Spiel. Wenn man da als gegnerische Mannschaft nicht in der Lage ist, zwei taktische Varianten spielen zu können ? zum Beispiel ein Mal ein bisschen warten und kommen lassen, aber auf der anderen Seite auch draufgehen und zustellen ? dann haben sie keine Chance."

über Bayerns Spielfreude und Dominanz:

"Mit dem neuen Trainer wurde viel Wert auf taktische Dinge gelegt, und die zahlen sich nicht nach einem Monat aus, sondern das dauert seine Zeit. Nach zehn oder elf Monaten sieht man jetzt das Ergebnis."

über das Champions League-Finale:

"Das wird ein Spiel, das von taktischen Feinheiten und Details entschieden wird. Das ist heute auf diesem Niveau so. Was ich bei Bayern sehr schön finde, ist, dass man sie momentan gerne spielen sieht ? das ist bei Inter weniger der Fall. Inter ist eine Mannschaft, die total auf Ergebnis spielt. Das hat Jose Mourinho auch schon in England gemacht."

zum Duell zwischen Louis van Gaal und seinem Ex-Schützling Mourinho:

"Ich finde die Konstellation der Trainer sehr interessant. Van Gaal hat Mourinho ja mit ausgebildet. Aber daher weiß er auch, dass ihn natürlich ein ganz anderer Gegner erwartet, als es Bremen war. Inter Mailand hat auch gezeigt, dass sie sehr offensiv spielen können. Das haben sie im Heimspiel gegen Barcelona getan, als sie die praktisch zurückgepresst haben."

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