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Der 1. FC Nürnberg feiert den Klassenerhalt ausgelassen © imago

Nürnberg verhindert den achten Bundesliga-Abstieg dank Gündogan und Choupo-Moting. Beim FCA verliert Traore die Nerven.

Aus Augsburg berichtet Mathias Frohnapfel

Augsburg ? Relegationserfahrung macht sich eben bezahlt:

Der 1. FC Nürnberg hat sich im zweiten Jahr in Folge in der Relegation durchgesetzt - diesmal als Erstligist gegen den FC Augsburg. Beim FCA behaupteten die Nürnberger sich mit 2:0 klar. (DATENCENTER: Ergebnisse)

Ilkay Gündogan und Eric-Maxim Chuopo-Moting machten die entscheidenden Treffer.

Die Franken verteidigten damit den 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel und feierten verdient den Klassenerhalt in der Bundesliga. (237912die Bilder des Spiels)

"Wir haben unser Spiel gespielt"

Augsburg fehlte letztlich die Routine und Cleverness, um Nürnberg ernsthaft zu gefährden.

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Club- Trainer Dieter Hecking, der nach dem Klassenerhalt bei den Franken im Amt bleiben wird, stand die Freude ins Gesicht geschrieben:

"Wir waren sehr konzentriert und haben uns nicht provozieren lassen. Wir haben unser Spiel gespielt."

Anerkennung von Luhukay

Sein Augsburger Pendant Jos Luhukay erkannte die Überlegenheit der Nürnberger in beiden Spielen neidlos an und sagte:

"Nürnberg ist verdient weitergekommen. Wir haben eine tolle Saison nicht krönen können. Wir haben alles gegeben, aber es hat nicht gereicht."

Dabei hatten sich die bayerischen Schwaben so viel für das Rückspiel vorgenommen, wollten unbedingt den 1:0-Rückstand aus der Begegnung vom Donnerstag wettmachen.

Reinhardt verletzt sich

Doch vor 30.600 Zuschauern in der Impuls-Arena, darunter 3000 Nürnberger Fans, wollte der Funke anders als etwa beim Pokalcoup gegen Köln nicht so recht überspringen.

Und schon nach acht Minuten mussten die Hausherren wechseln:

Für Dominik Reinhardt, der sich bei einem Pressschlag verletzte, kam Marcel Ndjeng. Er rückte in die Viererkette.

Augsburg ideenlos

Jos Luhukay war damit die Option genommen, Ndjeng später als Flügelflitzer und Joker für den Angriff zu bringen.

Offensiv fiel den Augsburger in der Startphase wenig ein, lediglich Ibrahima Traore brachte mit einem Freistoß von rechts etwas Gefahr (13.).

Die Nürnberger standen ihrerseits hinten sicher, ohne zu Beginn sonderlich nach vorne zu spielen. In der ersten halben Stunde hatte so kein Team eine nennenswerte Torchance.

Gündogan erzielt Führung

Die Ausgangsposition änderte sich schlagartig, als Ilkay Gündogan sich ein Herz fasste und nach Bunjaku-Ablage aus 20 Metern aufs Tor zimmerte (34.).

Die FCA-Abwehr stand Spalier und auch Keeper Simon Jentzsch konnte nicht parieren. Die Führung für den Club!

Das Frankenland sehnte jetzt mehr denn je den Klassenerhalt herbei.

Blackout von Traore

Dabei war zuvor noch unklar gewesen, ob Gündogan fit sein könnte, er spielte trotz einer Verletzung am Sprunggelenk.

Der FCA versuchte sich gegen die drohende Pleite zu wehren, mehr als ein sehenswertes Dribbling von Traore (43.) sprang aber nicht heraus.

Nach der Pause machte dann ein Blackout des Flügelflitzers alle Augsburger Hoffnungen zunichte.

Choupo-Moting mit Entscheidung

Der bis dahin stärkste Augsburger nahm Juri Judt an der Seitenlinie in Würgegriff und sah zu Recht von Schiedsrichter Manuel Gräfe Rot.

Die erkämpfte kurzzeitige Dominanz, inklusive der Chancen von Daniel Brinkmann und Jens Hegeler ? war jetzt Makulatur.

Kurz danach sorgte Chuopo-Moting für die endgültige Entscheidung. Cool versenkte er den von Uwe Möhrle an ihm selbst verursachten Strafstoß (60).

Frustrierte Augsburger

Die Nürnberger spielten die Partie clever zu Ende, während die Fans bereits "Nie mehr, nie mehr Zweite Liga" sangen.

Mit Schlusspfiff durften dann auch die Club-Profis mit dem treuen Anhang feiern. Damit schaffte Nürnberg als erster deutscher Verein das Kunststück, ein Jahr nach dem Aufstieg über die Relegation auf dem gleichen Weg die Klasse zu halten.

Die Augsburger sanken dagegen ebenso erschöpft wie frustriert auf den Boden. Der Traum vom Aufstieg ist vorerst vertagt.

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