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Markus Babbel wurde im Dezember 2009 als Trainer des VfB Stuttgart entlassen © imago

Der Wunschtrainer der Berliner erhält einen Einjahresvertrag: Und Babbel soll den Klub gleich zurück ins Oberhaus hieven.

Berlin - Wunschtrainer Markus Babbel soll die Fußball-Depression in der Hauptstadt beenden und Hertha BSC Berlin zurück in die Bundesliga führen.

Der 37 Jahre Babbel erhielt nach Angaben des Klubs einen Einjahresvertrag, der sich im Falle des Aufstiegs in die Bundesliga um ein weiteres Jahr verlängert.

Zudem gab der Klub bekannt, dass der Vertrag mit Lewan Kobiaschwili um drei Jahr verlängert wurde.

"Unser gemeinsames Ziel ist der Wiederaufstieg", sagte Herthas Manager Michael Preetz zur Trainerverpflichtung und fügte an: "Markus Babbel hat beim VfB Stuttgart schon erfolgreich als Trainer gearbeitet. Er ist ein ausgewiesener Fußball-Fachmann, der unsere Philosophie für die Entwicklung von Hertha BSC teilt."

Widmayer Assistenztrainer

Auch Babbel gab sich vor seiner neuen Aufgabe optimistisch: "Hertha BSC ist ein toller Verein mit großer Tradition", sagte der ehemalige Profi und erklärte: "Entscheidend war für mich die sportliche Perspektive." Assistenztrainer wird der 42 Jahre alte Rainer Widmayer, mit dem Babbel bereits in Stuttgart gearbeitet hatte.

Babbel, der zum 1. Juli sein Amt antritt, wurde am Montag von Hertha in einem Berliner Nobel-Hotel vorgestellt. "Als Michael Preetz anrief, brauchte ich nicht lange nachdenken", sagte Babbel.

"Hertha wird gejagt"

Der neu Hoffnungträger erschien in einem dunkelblauen Anzug und gab sich trotz der ernsten Lage locker: "Hertha wird in der Zweiten Liga gejagt. Darauf müssen wir uns einstellen."

Preetz sprach davon, dass der Wunschkandidat Babbel das Anforderungsprofil genau erfülle: "Wir benötigen zum Neuanfang einen jungen, dynamischen Trainer, der aber auch Erfahrung besitzt." Babbel sei stresserprobt und könne mit dem Druck umgehen.

Trainingsstart soll am 5. Juli sein. Am vergangenen Dienstag hatte der Klub bekannt gegeben, dass man den Vertrag mit dem in Berlin glücklosen Trainer Friedhelm Funkel nicht verlängern werde.

Kobiaschwili bleibt

Eine wichtige Aufgabe besteht für das Duo Preetz/Babbel nun darin, den Kader für die neue Saison zusammenzustellen. Mit Lewan Kobiaschwili, der einen neuen Dreijahresvertrag unterschrieb, konnte ein erster Leistungsträger gehalten werden.

Auch Defensivmann Roman Hubnik sowie die Mittelfeldspieler Fabian Lustenberger und Raffael sollen bleiben.

Tremmel für Drobny?

Torwart Jarsolav Drobny ließ dagegen mitteilen, dass er Berlin verlassen werde. Für ihn wird Gerhard Tremmel (Energie Cottbus) als Nachfolger gehandelt.

Im Juli 2007 hatte Babbel nach Ende seiner Laufbahn als Spieler seine Trainerkarriere beim VfB Stuttgart als Assistent von Armin Veh gestartet.

2008 erstmals Cheftrainer

Im November 2008 übernahm er Vehs Aufgaben als Chef-Trainer. Da ihm jedoch die nötige Trainerlizenz fehlte, fungierte er zunächst formal als Teamchef.

Mit dem VfB schaffte er am Ende der Saison 2008/09 noch den Sprung in die Champions League.

In der folgenden Saison wurde ihm die Doppelbelastung zum Verhängnis. Weil er in Köln seinen Trainerschein absolvieren musste, konnte Babbel die Mannschaft unter der Woche nicht trainieren.

Trainer-Diplom in der Tasche

Nach nur zwei Siegen aus den ersten 15 Saisonspielen wurde er am 6. Dezember 2009 in Stuttgart entlassen. Im April erhielt er sein Trainer-Diplom und kann sich seitdem ganz auf das Traineramt konzentrieren.

Als Spieler absolvierte Babbel 288 Bundesliga-Spiele und sammelte Titel wir nur wenige Profis seiner Zeit. 1996 wurde er mit 23 Jahren Europameister.

Im gleichen Jahr gewann er den UEFA-Cup mit seinem Stammverein Bayern München, mit dem er dreimal die deutsche Meisterschaft und zweimal den DFB-Pokal gewann.

Mit dem FC Liverpool holte er 2001 erneut den UEFA-Cup. Zum Ende seiner Laufbahn als Profi wurde er 2007 im Trikot des VfB Stuttgart noch einmal deutscher Meister.

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