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Die neue sportliche Spitze des HSV: Trainer Armin Veh (l.) und Sportdirektor Bastian Reinhardt © imago

Der HSV-Boss ist trotz kritischer Stimmen überzeugt vom neuen Trainer. Reinhardt kann gleich eine Verlängerung verkünden.

Hamburg - "Veh-nomenal" oder ein "Veh-ler" - schon bei seiner Präsentation am Dienstag hat der neue HSV-Trainer Armin Veh polarisiert.

Während viele Fans des Hamburger SV den am Pfingstmontag verpflichteten Coach kritisch sehen und ihrem Frust im Internet Luft verschafften, glaubt man beim Bundesliga-Siebten, endlich eine längerfristige Lösung auf dem Trainerstuhl und einen Nachfolger für den im April gefeuerten Bruno Labbadia gefunden zu haben.

"Ich habe ein gutes Gefühl, dass es länger trägt", kommentierte der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann die für viele Beobachter unerwartete Personalentscheidung.

Veh hatte zuletzt beim Nordrivalen VfL Wolfsburg gearbeitet, war dort aber im Januar beurlaubt worden. Auch zuvor in Stuttgart, Augsburg, Rostock, Reutlingen und Fürth hatte er das Vertragsende nicht mehr erlebt 241307(DIASHOW: Bilder seiner Karriere). Beim HSV hat der 49-Jährige einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2012 unterschrieben.

Reinhardt "nicht die ganz große Lösung"

Zusammen mit Veh nahm am Dienstag auch Bastian Reinhardt seine Tätigkeit als neuer Sportchef auf.

Elf Monate nach der Demission von Dietmar Beiersdorfer und nachdem mehr als ein halbes Dutzend Kandidaten aus unterschiedlichsten Gründen durch das Rost gefallen waren, einigte sich der Aufsichtsrat mit der erforderlichen Dreiviertel-Mehrheit auf den 34-Jährigen, der gerade seine sportliche Karriere beim HSV beendet hat.

"Es ist sicher nicht die ganz große Lösung, aber wir haben ein gutes Team beieinander", erklärte dazu der Aufsichtsratsvorsitzende Horst Becker, der wegen der nicht enden wollenden Suche nach einem Beiersdorfer-Nachfolger zuletzt heftig kritisiert worden war und weiterhin einen Rücktritt nicht ausschließt.

Veh sieht Situation als Chance

Das neue HSV-Trio der sportlich Verantwortlichen wird am 1. August Urs Siegenthaler komplettieren.

Der Schweizer, bis WM-Ende noch in Diensten des DFB als Spielbeobachter und Analytiker von Bundestrainer Joachim Löw, soll beim HSV die Talentsichtung intensivieren und dabei mithelfen, dass sich die Hanseaten in der kommenden Saison wieder eine Startberechtigung für einen internationalen Wettbewerb erkämpfen.

Dass es in der Hansestadt in der neuen Spielzeit nur Fußball auf nationaler Ebene geben wird, sieht Veh sogar als Chance: "2007 in Stuttgart war die Konstellation ganz ähnlich. Wir sind mit dem damals jungen Sportchef Horst Heldt bis zur deutschen Meisterschaft durchgestartet, auch weil wir nicht die Belastung der Europacupspiele hatten."

Guerrero verlängert

Veh setzt nach eigenem Bekunden beim HSV auf Kurzpassspiel und attraktiven Angriffsfußball. "Der HSV hat enormes offensives Potenzial, das genutzt werden muss", meinte er.

Dazu passte, dass der neue Sportchef Reinhardt quasi als erste Amtshandlung die Vertragsverlängerung von Torjäger Paolo Guerrero bis 2014 bekanntgab.

Der Peruaner war im Frühjahr wegen eines gezielten Flaschenwurfes ins Gesicht eines Zuschauers in die Schlagzeilen geraten und vom DFB bis zum Saisonende gesperrt worden.

Zuvor war der Südamerikaner wegen eines Kreuzbandrisses monatelang ausgefallen.

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