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Mario Gomez wechselte 2009 vom VfB Stuttgart zum FC Bayern München © getty

Der "Kaiser" kritisiert den 30-Millionen-Mann scharf. Aber Gomez will bleiben, auch wenn er mit der Joker-Rolle Probleme hat.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - 29 Einsätze, zehn Tore: Die Bilanz von Mario Gomez in seiner ersten Bundesliga-Saison beim FC Bayern ist nicht schlecht. Gut aber auch nicht.

Sie hat vielmehr gezeigt: Der Stürmer, der für eine Ablöse von 30 Millionen Euro vom VfB Stuttgart kam, hat Probleme.

Für Ehrenpräsident Franz Beckenbauer ist der 24-Jährige "ein Rätsel".

"Wenn ich den Kader so durchgehe, muss ich sagen: Er ist der Einzige, der sich wohl nicht so weiterentwickelt hat wie der Rest der Mannschaft", kritisiert er in der "Sport-Bild".

Gomez spielt die Nebenrolle

Der "Kaiser" weiter: "Beim VfB hat er ja nicht nur Tore gemacht, er hatte auch eine ganz andere Wendigkeit."

Als die Münchner das Double gewannen und das Finale in der Champions League bestritten, spielte Gomez nur eine Nebenrolle. (240448DIASHOW: Die Bilder des Finales)

Er zeigt sich auf Nachfrage von SPORT1 selbstkritisch: "Natürlich habe ich mir das Ende ein Stück weit anders vorgestellt, wenn ich auf die letzten Wochen und diese wichtige Phase schaue."

Van Gaal bevorzugt Klose

Seit sechs Wochen sitzt der Angreifer nunmehr auf der Bayern-Ersatzbank. Und wenn Trainer Louis van Gaal in der zweiten Halbzeit frischen Wind erzeugen wollte, brachte er zunächst Miroslav Klose.

Er weiß, was mittlerweile viele erkannt haben: Gomez tut sich als "Joker" unheimlich schwer. Zudem kam ihm das System mit Arjen Robben und Franck Ribery als Außenspieler nicht entgegen.

Nur "Zwischenstation"

Die beiden Stars nutzten ihn meist nur als "Zwischenstation", um danach wieder selbst an den Ball zu kommen.

"Ich habe dann gut gespielt, wenn ich von Anfang an auf dem Platz war", blickt Gomez bei SPORT1 zurück.

Im Nachhinein gesteht er sich auch Fehler ein. "Die Enttäuschung hat man auch gespürt, als ich dann auf dem Platz stand. Das ist etwas, was mir nicht passieren darf."

Hängende Schulter, wenig Dynamik, kaum Zug zum Tor: Die Körpersprache war es, die seinen Gemütszustand verriet.

In diesen Momenten werden ihm sicherlich auch die Begrüßungsworte von van Gaal wieder im Kopf geklungen haben.

"Gomez ist nicht mein Transfer"

"Mario Gomez ist nicht mein Transfer", hatte der Niederländer damals öffentlich kundgetan. Der Stürmer will sich künftig bemühen, das auszublenden.

"Ich werde versuchen, es besser in Griff zu bekommen und mich nicht von der Enttäuschung lenken zu lassen", hat er sich vorgenommen.

"Ich möchte erhobenen Hauptes auf das Spielfeld gehen, auch wenn ich nicht erste Wahl bin. Das ist mir sehr schwergefallen, das muss ich besser machen", betont er.

Keine Abwanderungsgedanken

Abwanderungsgedanken hegt er keine. Einen Tausch mit Edin Dzeko vom VfL Wolfsburg hat er kategorisch ausgeschlossen.

"Das ist völliger Quatsch. Ich will es allen bei der WM und bei Bayern zeigen", formuliert er eine Kampfansage in der "Sport-Bild".

Bei der WM könnte er es jedoch ebenfalls schwer haben, wenn auch Bundestrainer Joachim Löw auf nur eine Spitze setzt, was sehr wahrscheinlich ist.

Bangen um WM

"Ich hoffe, dass wir mit zwei Stürmern spielen. Ich muss es aber hinbekommen, dass ich zumindest eingewechselt werde und dann richtig helfen kann", sagt Gomez.

Womöglich nimmt Löw ihn gar nicht mit nach Südafrika.

Denn nachdem in Christian Träsch nach Kapitän Michael Ballack der nächste Fixstarter für das Turnier in Südafrika ausgefallen ist, werden die Karten neu gemischt, die zuvor ausgesprochene WM-Garantie für die sechs Stürmer zählt nicht mehr.

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