vergrößernverkleinern
Armin Veh wurde 2007 mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister © getty

HSV-Coach Veh geht locker mit seinem angekratzten Ruf um. Die Spieler will er aber hart anfassen. Zwei verdonnert er zum Bleiben.

Von Martin Hoffmann

München - Armin Veh macht sich keine Illusionen darüber, wie ihn die Außenwelt sieht.

Dass gegenüber dem Trainer, der in seiner Karriere noch kein Vertragsende erlebt hat, im Umfeld des Hamburger SV eine - vorsichtig gesagt - gewisse Skepsis herrscht, weiß er 241307(DIASHOW: Bilder von Vehs Karriere).

Und er geht auf seine Weise damit um. Eine "Wohnung mit einem kurzfristigen Mietvertrag" suche er in Hamburg, erzählt er bei einem Pressetermin den Journalisten der Hansestadt. Womöglich bleibe er auch einfach im Hotel.

Und auf die Frage, was passiere, wenn der Erfolg ausbleibe, antwortet er: "Dann sitzt hier nächstes Jahr wieder ein neuer Trainer."

Lockere Plaudereien...

Es sind scherzhafte, selbstironische, andererseits wiederum auch durchaus realistische Bemerkungen. Dass sie öffentlich so ausgesprochen trotzdem fatale Eindrücke hinterlassen können, hat Veh schon oft zu spüren bekommen.

An seiner ihm eigenen Art ändert er dennoch nichts. Genauso locker, wie er mit seinem Ruf umgeht, plaudert er auch über seinen Hund, seine Kinder und den anstehenden Urlaub mit der Ehefrau.

Zugleich macht er aber klar, dass er mit Hamburgs Spielern nicht so kumpelhaft umgehen wird wie mit den Reportern.

... klare Ansagen

"Ich lege großen Wert auf Respekt", macht er klar: "Eine lange Leine wird es bei mir nicht geben. Wenn jeder macht, was er will, dann können wir das alles knicken."

Ein wichtiges Statement, bedenkt man die auch von offizieller Seite kritisierten Charakterprobleme innerhalb des Teams.

Mit derselben Klarheit erteilt Veh auch dem angeblichen Wechselwunsch von Altmeister Ze Roberto eine Abfuhr: "Ze hat Vertrag." Dasselbe gelte für Jonathan Pitroipa. Beide müssten also bleiben.

Talente früher fördern

Verpflichten will Veh unbedingt noch einen schnellen Abwehrmann für die Innenseite, womöglich auch einen Außenverteidiger und einen defensiven Mittelfeldspieler.

Als System hat er wie schon in Wolfsburg ein "schnelles Kurzpass-Spiel" im Sinn. Sein Ziel ist "oben mitzuspielen".

Veh will auch die oft kritisierten Mängel in der Förderung hausgemachter Talente beim HSV angehen.

Er nennt dabei einen Ex-Klub als Vorbild: "In Stuttgart werden bereits C-Jugendliche beobachtet. Dahin müssen wir noch kommen."

"Am Ende müssen wir erfolgreich sein"

Der neue Coach bringt also eine langfristige Agenda mit nach Hamburg.

Dass er aber bei einem derart ambitionierten Klub aber schnell Ergebnisse im Hier und Jetzt braucht, ist ihm klar: "Am Ende müssen wir erfolgreich sein, um tatsächlich Spaß miteinander zu haben."

Er weiß aus leidvoller Erfahrung auch, was sonst passiert.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel