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Miro Klose (l., mit Maik Franz) verpasst beim letzten Aufeinandertreffen einen Ball © getty

Jürgen Klinsmann will mit seinem Team aus der Krise. Mit den strengsten Vorgaben reist der FC Bayern daher nach Karlsruhe.

Von Mathias Frohnapfel

München - Das Mia-san-mia-Gefühl ist Bastian Schweinsteiger nicht abhanden gekommen. Im Gegenteil.

Von den beiden Partien mit der Nationalelf ist der Bayern-Spieler bestens gelaunt zurückgekommen. Im Pressegespräch an der Säbener Straße präsentierte er sich vorm Spiel in Karlsruhe (Sa., ab 15 Uhr LIVE) siegesgewiss.

Wie Tennis-Legende Boris Becker in seinen stärksten Tagen, retournierte er am Freitagmittag die Fragen der Reporter.

Der Kampf zuerst

Kommt ein Leistungsknick nach den Strapazen der Länderspiele? "Nein. Das ist nichts Neues. Und außerdem hatten wir ja zwei Heimspiele in Deutschland."

Ist der KSC im Vorteil, weil ausgeruhter? "Klar, kommen unserer Südamerikaner (Lucio, Demichelis, Anm. d. Red.) erst am Freitagnachmittag zurück. Aber wir werden über den Kampf ins Spiel finden."

Und die Bayern-Krise wollte "Schweini" erst gar nicht lange besprechen. Denn nach den letzten Partien sei jeder entsprechend angestachelt vorm Duell Tabellenelfter (Bayern) gegen Tabellenzwölfter (KSC).

Dann entschwand der Nationalspieler - quasi mit Spiel, Satz und Sieg.

Breitseite gegen Podolski

Jürgen Klinsmann setzte schwungvoll die Rolle des Verteidigers der vermeintlichen bayerischen Grundrechte - inklusive Tabellenspitzenplatz - fort. "Wir haben uns fahrlässig in diese Situation gebracht, jetzt müssen wir sie korrigieren."

Mithelfen soll dabei Miroslav Klose, der seine Blessur aus dem Spiel gegen Wales bereits überstanden hat. Für Lukas Podolski bleibt erneut nur ein Platz auf der Bank. "Seine Leistungskurve beim FC Bayern ist nicht so wie in der Nationalelf", begründete Klinsmann im DSF.

"Er hatte bei uns viele Momente, wo er sich zeigen konnte. Er hat sie nicht genutzt. Deshalb sind Klose und Toni absolut gesetzt."

Van Bommel darf helfen

Mark van Bommel darf dagegen in Karlsruhe nach langer Zeit wieder einmal den "Capitano" geben. Klinsmann nutzte das vereinseigene "fcb.tv", um die Meldung publik zu machen. "Er wird in der Anfangsformation stehen und uns hoffentlich sehr viel Stabilität geben."

Der Niederländer schoss am Mittwoch das 1:0-Siegtor für sein Team gegen Norwegen. Mit seinem Einsatz sollen die giftigen Karlsruher gebremst werden.

Den Bayern ergeht es in der Bundesliga derzeit wie Urlaubern, die auf einer Trekking-Tour im Himalaya arglos die falsche Weggabelung genommen haben. Die Fehlersuche ist kurz vorm Auftritt im Wildpark-Stadion zweitrangig.

Sieben Spiele in 22 Tagen

Stattdessen müssen jetzt die Erwartungen, die bei den Roten "natürlich die höchsten sind", erfüllt werden.

Das Ziel mutet wie eine Bergstation Richtung Mount Everest an: "Woche für Woche gut spielen und die Fans glücklich machen."

Denn im Herbst erwarten die "Klinsmänner" sieben Spiele in 22 Tage.

Extraschichten für Rensing

Viele Möglichkeiten also auch für Torwart Michael Rensing, um sich auszuzeichnen. Jürgen Klinsmann nimmt seinen jungen Keeper, der zuletzt gegen Bochum patzte, in die Pflicht. "Er muss diese Phase durchmachen, sich diesen Momenten stellen. Wohlwissend, dass es alles andere als einfach ist, Torwart beim FC Bayern München zu sein."

Klinsis Hilfe für Rensing fällt höchst praktisch aus. "Wir haben viele Extraschichten gemacht und ihm die Bälle um die Ohren gehauen. Das ist gut so, denn wenn man eine schwierige Phase da ist, kann man die nur bewältigen, in dem man mehr tut."

Der FCB und sein Torhüter hoffen so gewappnet zu sein für einen Herbst voller Aufgaben.

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