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Valerien Ismael wurde mit Werder Bremen und Bayern München Deutscher Meister © getty

Der derzeit verletzte Innenverteidiger spricht über das Hannover-Spiel gegen Hoffenheim und seinen alten Klub Bayern München.

Von Mathias Frohnapfel

München - Valerien Ismael sieht nicht aus wie einer, der leidet. Im schicken Pullover und Schal kommt der Verteidiger von Hannover 96 aus dem Studio des DSF, wo er gerade Studiogast war.

"Persönlich und privat fühle ich mich wohl in Hannover", erzählt Ismael im Gespräch mit Sport1.de.

Doch sportlich ist der Abwehrspezialist in Niedersachsen noch nicht hundertprozentig glücklich geworden. Auch weil ihn immer wieder Blessuren zurückwerfen. So wie im Moment. Eine Knochenstauchung im rechten Knie bereitet ihm Schmerzen, der 33-Jährige muss voraussichtlich vier Wochen pausieren.

"Das ist sehr traurig für mich", sagt er. Was für ein exzellenter Fußballer er ist, das konnte der Deutsche Meister mit Werder Bremen und Bayern München in Hannover nur selten so zeigen, wie er wollte.

Trainer Dieter Hecking hatte bereits vor der jüngsten Verletzung befürchtet: "Er wird nie wieder zu hundert Prozent so spielen können, wie es sein Anspruch ist."

Ein Schien- und Wadenbeinbruch hat 2006 die Karriere des Franzosen beim FC Bayern jäh unterbrochen, erst nach seinem Wechsel im Winter 2008 zu Hannover kam er wieder regelmäßig zu Einsätzen (14 in der Rückrunde).

"Es geht darum, die Serie zu halten"

Das Spiel seiner Mannschaftskollegen gegen Hoffenheim (ab 15 Uhr LIVE) wertet der 33-Jährige als Schlüsselpartie. "Es geht darum, drei Punkte zu holen und unsere Serie zu halten. Wenn wir den Sprung nach oben schaffen, wird das richtig gut tun. Auch für das Selbstvertrauen ist das natürlich wichtig, da wir momentan einige Sorgen haben."

Die Sorgen sind ganz klar die riesige Verletztenliste der 96er. Allen voran Nationalkeeper Robert Enke, Jan Rosenthal und Michael Tarnat. Und natürlich Ismael selbst.

Hannover steckt derzeit in einer wichtigen Übergangsphase. Ismael hofft nun auf Geduld. Denn: "Alles braucht Zeit, vor allem wenn man eine neue Methode, eine neue Mentalität reinbringen will." Auch die neuen Spieler wie die Stürmer Jan Schlaudraff und Mikael Forssell müssten noch integriert werden.

Ismael: Kahn fehlt den Bayern

Im Umbruch sieht der gebürtige Straßburger auch das Team seines früheren Arbeitgebers FC Bayern.

Vor allem Torwart Oliver Kahn fehle den Münchnern ungemein. Mit dem Respekt, den die Gegner vor "King Kahn" hatten, "hattest du schon 20 Prozent der Zweikämpfe gewonnen", sagt er.

Unumstritten als Führungsspieler bei Bayern schätzt er in erster Linie den Brasilianer Ze Roberto ein.

Klinsmann-Konzept durchziehen

Eine neue Hierarchie zu bilden, dauere eben. Ismael erklärt: "Das kann man über Erfolge schaffen. Wenn du keinen Erfolg hast, bekommst du ein Problem innerhalb der Mannschaft und von außen wird Unruhe hineingetragen."

Die Münchner müssten daher jetzt ihrer Linie treu bleiben. "Sie haben ein Konzept mit Jürgen Klinsmann. Sie müssen das durchziehen und brauchen Erfolg, sonst wird es ungemütlich."

Kampf mit dem Körper

Spieler wie Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger haben aus seiner Sicht das Zeug, die Mannschaft immer mehr zu führen. "Aber bei ihnen kommt noch der Reifeprozess. Es geht um Persönlichkeit. Und darum, durch Persönlichkeit noch mehr Einfluss aufs Spiel zu nehmen."

Er selbst will baldmöglichst in Hannover wieder auf dem Platz ein wichtiges Wort mitsprechen. Vorher muss er den Kampf mit seinem Körper gewinnen. Im Moment bremsen die Schmerzen den Tatendurst des einstigen Vorzeige-Verteidigers noch zu sehr.

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