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Zwei Leistungsträger beim HSV: Piotr Trochowski (l.) und Mladen Petric © getty

Der Niederländer ist von der positiven Entwicklung seines Ex-Klubs beeindruckt und erklärt vor dem Spiel gegen Schalke den Aufschwung.

Hamburg - Der Höhenflug des Hamburger SV hat auch seinen ehemaligen Topstar aufhorchen lassen.

"Ich habe drei Jahre beim HSV gespielt und nie auf Platz eins gestanden", bemerkte Rafael van der Vaart in der "Bild am Sonntag", und schickte gleich die Erklärung hinterher. "Seit ich weg bin, wurde die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt. Zudem sind viele Spieler reifer geworden und haben sich gut entwickelt."

In erster Linie dürfte der Spielgestalter von Real Madrid auf Piotr Trochowski angespielt haben, der nach seinem Treffer zum 1:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Wales in aller Munde ist.

Auch im Bundesliga-Topspiel am Sonntag gegen Schalke 04 (ab 16.30 Uhr LIVE) soll der 24-Jährige wieder für reichlich Wirbel sorgen und die Hanseaten an der Spitze halten.

"Er hat aus den Länderspielen sehr viel Selbstvertrauen mitgebracht. Ich will jetzt von ihm sehen, dass er auch bei uns weiter Verantwortung übernimmt", fordert HSV-Trainer Martin Jol, der gegen S04 auf die verletzten Nigel de Jong (Innenbandanriss) und Marcell Jansen (Muskelfaserriss) verzichten und womöglich auch U-21-Nationalspieler Jerome Boateng (Leistenprobleme) ersetzen muss.

Dass zudem Mladen Petric kränkelt, der sechs der letzten sieben Hamburger Pflichtspieltreffer erzielte, hält auch van der Vaart für problematisch.

"Was er bisher veranstaltet hat, ist großartig. Er hat wirklich wie eine Granate beim HSV eingeschlagen", lobt der Niederländer. "Schade, dass ich nie gemeinsam mit ihm spielen konnte. Petric ist der Knipser, den der Verein so lange gesucht hat."

"Ziel Meisterschaft nicht aus den Augen verlieren"

Die Zuversicht in Hamburg würde auch unter einem Ausfall von Petric gegen Schalke nicht leiden. "Wir haben sehr lange darauf gewartet, mal wieder ganz oben zu stehen. Nach so einem Start in die Saison sollte man das Ziel Meisterschaft nicht aus den Augen verlieren", meint HSV-Ikone Uwe Seeler.

Trainer Jol schwärmt unterdessen von seinem Arbeitgeber: "Sie behandeln mich sehr gut, und sie sind sehr zufrieden mit mir", sagte der Ex-Teammanager der Tottenham Hotspur bei der "BBC" und lobte vor allem Dietmar Beiersdorfer.

"Wir haben einen Sportdirektor, der jedem jeden Tag sagt, dass er mit mir zufrieden ist. Das ist genau das, was man braucht - und eine völlig andere Situation als bei den Spurs." Dort habe man nach der Entlassung nach drei Jahren schlecht über ihn geredet.

Rutten erinnert sich

Dort wo der HSV derzeit steht, will auch Schalke hin, doch zuletzt gab es zwei Spiele ohne Sieg. "Jetzt müssen wir in Hamburg punkten. Das wird eine sehr interessante Partie", sagt Trainer Fred Rutten vor dem Duell mit seinem Landsmann Jol.

"Ich erinnere mich noch gut an unser erstes Aufeinandertreffen. Ich war gerade 15 Jahre alt und durfte bei Twente mittrainieren. Er kam von Bayern München nach Enschede und war ein Star."

Inzwischen begegnet man sich auf Augenhöhe. Während Jol sein Team allerdings in Ruhe auf die Partie am Sonntag vorbereiten konnte, hatte Rutten mit reichlich Wirbel zu kämpfen.

Rückhalt für Kuranyi

Nachdem Kevin Kuranyi aufgrund seiner Nicht-Berücksichtigung für den Kader des WM-Qualifikationsspiels gegen Russland (2:1) aus dem Kreis der Nationalmannschaft geflüchtet war, rückte die Partie in Hamburg in den Hintergrund.

Beim HSV, wo er im vergangenen April den entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg schoss, will der Angreifer nun erneut Tore sprechen lassen. Der Rückhalt seiner Mannschaftskameraden ist ihm gewiss.

"Ein Treffer wäre genau die richtige Antwort", sagt Schalke-Kapitän Marcelo Bordon: "Aber Hamburg hat eine starke Mannschaft, die Meister werden kann. Diese Qualität besitzen jedoch auch wir." Verzichten müssen die Gelsenkirchener wohl auf den angeschlagenen Christian Pander (Bluterguss in der Wade). Auch Lewan Kobiaschwili (Grippe) ist angeschlagen.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Hamburg: Rost - Demel, Reinhardt, Mathijsen, Atouba - Jarolim, Benjamin - Trochowski, Olic - Guerrero, Petric. - Trainer: Jol Schalke: Neuer - Rafinha, Bordon, Krstajic, Westermann - Jones, Ernst, Engelaar - Farfan, Altintop (Rakitic) - Kuranyi. - Trainer: Rutten Schiedsrichter: Rafati (Hannover)

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