vergrößernverkleinern
Leo Kirch ist schon seit mehr als 50 Jahren im Mediengeschäft tätig © imago

Eine Einmischung des Amtes soll dem Medienunternehmer die Grundlage für das Geschäft rund um die Bundesliga-Rechte entzogen haben.

München - Wegen des geplatzten Milliardenvertrages mit der Deutschen Fußball Liga erwägt Medienunternehmer Leo Kirch offenbar eine Klage gegen das Bundeskartellamt.

Dabei könnte es nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" um Schadenersatz in Millionenhöhe gehen.

Der geplante Drei-Milliarden-Euro-Deal von Kirchs Sportrechtefirma Sirius mit der DFL sei durch Empfehlungen des Bundeskartellamts quasi die Geschäftsgrundlage entzogen worden.

Deshalb hatte auch Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erklärt, dass man eine Schadenersatzklage gegen die Wettbewerbshüter in Erwägung ziehen müsse.

Amt verneint Einmischung

Das Kartellamt wies in einem achtseitigen Schreiben an Kirch jede Kritik von sich. Die Einschätzungen der Behörde hätten keineswegs zur Folge gehabt, dass der Vertrag mit der DFL aufzulösen war.

Vielmehr habe die DFL die Entscheidung eigenständig getroffen, zum Beispiel wegen "begrenzter Refinanzierungsmöglichkeiten, etwa aufgrund limitierter Bankbürgschaften".

Das Kartellamt betonte, nicht direkt in die Rechtsbeziehungen zwischen Kirch und der DFL eingegriffen zu haben.

Eine Empfehlung ausgesprochen

Allerdings hatte das Kartellamt die "Empfehlung" ausgesprochen, die Zusammenfassung von den Samstagsspielen in der Bundesliga im frei empfangbaren Fernsehen auch ab 2009 vor 20 Uhr auszustrahlen.

Sirius, das dem Pay-TV eigentlich mehr Exklusivität zusichern wollte und Bilder im Free-TV erst zu einem späteren Zeitpunkt am Samstagabend ausstrahlen wollte, konnte daraufhin die geplanten drei Milliarden Euro in sechs Jahren nicht mehr refinanzieren.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel