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Michael Ballack wechselte 2006 vom FC Bayern zu Chelsea © getty

Die Werkself buhlt nun unverhohlen um den DFB-Team-Kapitän. Calmund lockt auf SPORT1 schon mit Posten nach der Kariere.

Von Christian Paschwitz

München - Erst hüllten sie sich alle in Schweigen.

Nun aber kommt Schwung ins Transfer-Gezerre um Michael Ballack. Allem voran durch Bayer Leverkusen.

Drei Tage nach der geplatzten Vertragsverlängerung des deutschen Stars mit dem FC Chelsea baggert der Werksklub mit offenem Visier um den 33-Jährigen.

"Ich will da gar nichts verheimlichen: Wenn ein Spieler wie Michael Ballack mit seiner Vorgeschichte bei uns auf dem Markt ist, dann denken wir über ihn nach", sagte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler dem "Express".

Völler und Calmund buhlen unverhohlen

Und Bayer-Kenner und Ex-Manager Reiner Calmund legte auf SPORT1 nach:

"Dass mit Michael würde doch wie die Faust aufs Auge passen. Ich kann mir sogar vorstellen, dass er nach seiner aktiven Karriere in Leverkusen als Trainer oder Manager Fuß fasst."

Worauf Calmund und Völler hoffen, ist die langjährige Verbundenheit zu Ballack ("Der Kontakt ist nie abgerissen").

Bereits von 1999 bis 2002 kickte der bei WM verletzungsbedingt fehlende Führungsspieler in Leverkusen. "Bei uns ist er doch zum Star gereift", erinnert Calmund.

Gesamt-Transfer-Paket von 10 Millionen Euro?

Ob das als Argument für einen Wechsel jedoch reicht, ist kaum anzunehmen. Vielmehr dürfte die finanziellen Eckdaten das Entscheidende sein für eine Rückkehr in die Bundesliga.

Laut "Bild" ist das Gesamtpaket für die Verpflichtung des Mittelfeldspielers wohl 10 Millionen Euro schwer.

Nach Angaben der englischen Zeitung "The Times", für die Ballack bei der WM als Kolumnist arbeitet, hat der 33-Jährige bei Chelsea 136.000 Euro pro Woche kassiert - was ein Jahresgehalt von etwa 6,5 Millionen Euro aufwirft.

Und: Ballack ist ablösefrei. Er könnte somit neben dem von Berater Michael Becker aufgezeigten Zweijahresvertrag ("Schon mal eine Ansage, wenn man ihm das bieten würde") auch ein gehöriges Handgeld verlangen.

"Spieler muss Abstriche machen"

Ein Gehaltsgefüge wie zuletzt scheint hierzulande ausgeschlossen - das erklären auch die Interessenten:

"Normalerweise ist ein Spieler wie Michael nicht unsere Kragenweite", so Völler.

Und Calmund ergänzt: "Ein Transfer haut nur hin, wenn der Spieler vom Gehalt Abstriche macht."

Womöglich ließe sich ein Teil des Deals aber auch extern über Großsponsoren finanzieren. Oder durch Erlöse von Trikot-Verkäufen.

Wolfsburg, Schalke und Hamburg lauern

Dass wiederum könnte im Tauziehen um Ballack auch den VfL Wolfsburg (mit VW im Rücken) sowie den FC Schalke 04 (Gazprom) in eine gute Position bringen.

Wenngleich sich die Niedersachsen um Manager Dieter Hoeneß als auch die mit rund 250 Millionen Euro Verbindlichkeiten gedrückten Knappen an den Transfer-Spekulationen wesentlich leiser beteiligen.

Laut "Hamburger Morgenpost" mischt womöglich auch noch der HSV mit in dem Poker. Dank Groß-Unternehmer Klaus-Michael Kühne ("Kühne+Nagel").

Hilft Groß-Unternehmer dem HSV?

Der in der Schweiz lebende Milliardär und HSV-Sympathisant soll signalisiert haben, das sportliche Konzept der Hanseaten mitzutragen und dabei bis zu zehn Millionen Euro für einen Transfer zur Verfügung stellen.

Eben jene Größenordnung, die für einen Ballack-Transfer realistisch erscheint.

Schon vor drei Monaten sollen die Hamburger an Ballack drangewesen sein, sich aber eine Absage eingehandelt haben, weil der Spieler unmittelbar vor seiner Verlängerung in London stand.

Van der Vaart lockt Ballack zu Real

Offen bleibt, was Ballack will - zumal auch Real Madrid Interesse haben soll und Rafael van der Vaart via "Bild" lockt: "Michael wäre eine echte Verstärkung für uns.?

Berater Becker hält seinem Klienten alle Optionen offen, möchte "nichts ausschließen". 29125(DIASHOW: Ballacks Karriere)

"In der nächsten Woche kommt Michael aus dem Urlaub zurück. Dann werden wir die Dinge, wie es für ihn weitergeht, besprechen", sagte Becker der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung".

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