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Grafite markierte gegen Bielefeld im fünften Spiel sein drittes Tor © getty

Felix Magath ist nach dem Sieg über Bielefeld zufrieden. Die Arminia wundert sich lediglich über die Tabellensituation.

Wolfsburg - So hat man Felix Magath selten nach einem Spiel erlebt: Rundum zufrieden, ein bisschen stolz und angriffslustig.

Der Trainer und Sportdirektor des VfL Wolfsburg sieht seine Saat aufgehen.

Nach dem leicht und locker herausgespielten 4:1 (2:0) seines Teams gegen eine über weite Strecken desolate Mannschaft von Arminia Bielefeld geriet Magath richtig ins Schwärmen: "Wir haben im Stil einer Spitzenmannschaft gespielt. Es war unsere beste Leistung bisher."

Klassenunterschied erkennbar

Der Sieg wurde seiner Mannschaft allerdings ausgesprochen leicht gemacht. Der Gegner aus Ostwestfalen präsentierte sich vor 24.211 Zuschauern in Wolfsburg wie ein Abstiegskandidat.

Naiv in seinem Drang, mitzuspielen, nicht energisch im Zweikampf, leichtsinnig im Spielaufbau. Trainer Michael Frontzek verstand die Welt nicht mehr: "Wenn wir einen Gegner vom Kaliber Wolfsburg in die Enge treiben wollen, müssen wir völlig anders auftreten. So war ein Klassenunterschied zu sehen."

Präsident Hans-Hermann Schwick blickte unterdessen auf den Videotext und schüttelte ungläubig den Kopf: "Das wir immer noch nicht auf einem Abstiegsplatz stehen, ist erstaunlich. Ich habe jede Gegenwehr vermisst."

Falscher Zeitpunkt zum draufhauen

Im Kampf um den Klassenerhalt aber wird es genau auf diese Tugenden ankommen. "Auch in dieser Saison können wir es nur schaffen, wenn wir gemeinsam kämpfen", sagte Frontzeck, "es wird klare Worte hinter verschlossener Tür geben, solche eine Leistung sollte uns nicht zu oft passieren."

Dennoch wolle er nicht draufhauen, denn es wäre der völlig falsche Zeitpunkt: "Ich habe das nie groß thematisiert, aber uns fehlen seit längerer Zeit elementar wichtige Spieler. Und wenn meine Mannschaft dann so einen Tag erwischt wie heute gegen Wolfsburg, wo wir eigentlich nur eine Chance haben wenn alles passt, dann gehen die Spiele halt so aus."

Treffer beim Jubiläumsspiel

Schon nach fünf Minuten war die Partie praktisch entschieden, als der VfL nach einem sehenswerten Konter über Sascha Riether und Ashkan Dejagah durch Zvjezdan Misimovic in Führung ging.

Der Jubilar krönte seine herausragende Leistung im 100. Bundesligaspiel noch mit dem 2:0 (34.) und ließ Magath schwärmen: "Wir wussten, dass er ein Zehner ist, der auch torgefährlich ist", sagte der Coach über seinen 4,5-Millionen-Zugang aus Nürnberg: "Es war schwer für ihn, in die Fußstapfen von Marcelinho zu treten. Aber er hat nun gezeigt, dass er das kann."

Mit Selbstvertrauen zum FC Bayern

Die Treffer von Alexander Madlung (54.) und Grafite (64.) bei einem Gegentor des vom VfL ausgeliehenen Alexander Laas (60.) waren eigentlich noch zu wenig für Wolfsburg.

Bielefelds Keeper Dennis Eilhoff verhinderte mit zahlreichen Glanzparaden ein Debakel für sein Team, aber selbst über das Auslassen diverser Chancen konnte sich "Felix der Glückliche" an diesem Tag nicht aufregen: "Wir haben doch vier Tore geschossen."

Der internationale Wettbewerb muss es am Saisonende wieder werden für Wolfsburg. Der "Pflicht-Dreier" gegen einen Abstiegskandidaten war deshalb auch so wichtig. "Wir wollen mit aller Macht oben dran bleiben", sagte Misimovic, "wenn wir abrufen, was wir können, wird es für jeden Gegner schwer."

Und so fahren sie mit äußerst breiter Brust zum nächsten Auswärtsspiel bei Bayern München. "Wir können in den kommenden Wochen beweisen, dass wir das Zeug haben, in der Bundesliga-Spitzengruppe mitzuspielen", sagte Magath - und wirkte davon absolut überzeugt.

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