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Berlins Marko Pantelic musste auf der Tribüne Platz nehmen © getty

Nach dem Berliner 2:1-Erfolg über den VfB Stuttgart darf auch der verstoßene Sündenbock Marco Pantelic wieder mitfeiern.

Berlin - Marko Pantelic feierte auf der Tribüne wie ein Sieger, doch eigentlich war der Torjäger vom Dienst der große Verlierer.

Zum ersten Mal seit dem Debüt des Serben bei Hertha BSC Berlin im September 2005 hatte der Hauptstadt-Klub ohne Pantelic ein Ligaspiel gewonnen.

Es geht auch ohne ihn - eine bittere Erkenntnis für den launischen Angreifer, der wegen unentschuldigten Fehlens beim Training von Trainer Lucien Favre für ein Spiel suspendiert worden war.

"Absolut richtig"

"Die Entscheidung des Trainers war absolut richtig. Was Marko gemacht hat, geht nicht", betonte Herthas Kapitän Arne Friedrich nach dem 2:1 (1:0) gegen den VfB Stuttgart und stellte sich demonstrativ hinter Favre.

"Wir Mitspieler haben nichts gegen Marko. Er ist ein wichtiger Akteur und wird für uns wieder Tore schießen", erklärte Maximilian Nicu, der die Hertha mit seinem ersten Bundesliga-Tor (29.) in Führung gebracht hatte. Das Tor habe er für seinen Papa gemacht, erklärt der Mittelfeldspieler später noch.

Favre öffnete den Jubelkreis für den verstoßenen Sündenbock: "Das war auch ein Sieg für Marko. Wir gewinnen und verlieren zusammen. Für mich ist das Thema erledigt", sagte der Schweizer.

Erster Heimsieg der Saison

Pantelic darf am Sonntag wieder mit der Mannschaft trainieren. Der 30-Jährige sollte sich aber keine weiteren Ausfälle erlauben: "Sein Verhalten wird zeigen, ob er sich wieder eingliedert", sagte Manager Dieter Hoeneß.

Zwar feierten die Berliner vor 42.336 Zuschauern ihren ersten Heimsieg der Saison ausgiebig und stellten damit den Anschluss zur Spitzengruppe her, doch insbesondere in der Offensive war ihr Spiel ohne Pantelic harmlos.

Nur selten kam die "alte Dame" vor das gegnerische Tor.

Siegtreffer aus dem Nichts

Der Siegtreffer in der Schlussphase (87.) durch Gojko Kacar fiel genauso wie das 1:0 aus dem Nichts. "Wir haben die nötige Effizienz gezeigt", kommentierte Hoeneß den glücklichen Sieg.

Auf Seiten der Stuttgarter machten sich nach dem Spiel Frust und Enttäuschung breit: "Für uns ist Berlin keine Reise wert, höchstens für private Anlässe", maulte Stuttgarts Trainer Armin Veh. Und Thomas Hitzlsperger meinte: "Das war Glück beim Gegner und bei uns nur Pech."

Erneut gab es für die Schwaben in der Hauptstadt nichts zu holen. Vor über 17 Jahren, am 2. März 1991, feierte der VfB seinen letzten Bundesliga-Sieg im Olympiastadion.

"Es ist klar, dass man uns hier gerne begrüßt", meinte Veh nach der freundlichen Vorstellung auf der Pressekonferenz.

Glück für Gomez

Der Coach hatte seine Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit klar im Vorteil gesehen. "Uns fehlte im Abschluss die Konzentration", sagte der Meister-Trainer von 2007.

Als Cacau in der 51. Minute nach Vorarbeit des ansonsten blassen Nationalspielers Mario Gomez das Unentschieden erzwang, witterte man bei den Gästen Morgenluft.

Kurze Zeit später hatte Gomez Glück, dass er wegen Nachtretens nicht die Rote Karte sah.

Lehmann eilt nach vorne

In der Nachspielzeit eilte sogar Keeper Jens Lehmann mit nach vorne, doch am Ende hatte nur Hertha an diesem Tag Glück.

Durch die dritte Saisonniederlage verpasste Stuttgart in der Spitzengruppe den Sprung nach ganz oben und musste sogar die Hertha passieren lassen.

"Die Niederlage gegen den direkten Tabellennachbarn ist besonders bitter", sagte Veh. Selbstvertrauen für die schwierige Aufgabe am Donnerstag konnte seine Mannschaft nicht tanken - dann muss der VfB im UEFA-Cup beim FC Sevilla ran.

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