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Diego (l., gegen Subotic) spielt seit 2006 für Werder Bremen © getty

Die Werder-Abwehr schwächelt weiter und fängt sich auch gegen Dortmund drei Gegentreffer. Der BVB feiert das Remis wie einen Sieg.

Von Jessica Pulter

München/Bremen - Thomas Schaaf war nach dem Spiel mehr als bedient.

"Nach einem 3:2 noch die zwei Punkte aus der Hand zu geben, das ist eigentlich unfassbar", meinte der Trainer von Werder Bremen.

Doch die grün-weiße Abwehr kränkelte drei Tage vor dem Champions-League-Spiel bei Panathinaikos Athen weiter an allen Ecken und Enden, fing sich Sekunden vor dem Abpfiff noch ein Tor und kam gegen Borussia Dortmund nicht über ein 3:3 (0:0) hinaus.

Doppelschlag von Pizarro

Dabei hatten die Gastgeber alle Trümpfe in der Hand. Claudio Pizarro hatte gerade in der 88. und in der ersten Minute der Nachspielzeit das Spiel für Bremen aus einem 1:2 in ein 3:2 gedreht.

Doch ausgerechnet der Ex-Bremer Mohamed Zidan schoss nur eine Minute später den Ausgleich.

"Punkt ist viel zu wenig"

"Wir hätten nur noch den Ball übers Stadiondach hauen müssen, um als Sieger vom Platz zu gehen", brachte es Torwart Tim Wiese treffend auf den Punkt, der allerdings nicht ganz schuldlos am späten Ausgleich war.

"Die letzten Minuten waren wirklich verrückt und nur sehr schwer in Worte zu fassen. Der Punkt ist aber mal wieder viel zu wenig" erklärte Kapitän Frank Baumann, der den wegen seiner Roten Karte aus dem Spiel in Stuttgart (1:4) gesperrten Per Mertesacker in der Innenverteidigung ersetzte.

Die Bremer Achillesferse

Trainer Schaaf wusste auch genau, warum seine Mannschaft noch zwei Zähler verspielt hatte: "Wir waren nach dem 3:2 zu passiv. Wir haben nicht so verteidigt, wie es bedurfte. Wir haben es heute nicht geschafft das Spiel durchzubringen."

Doch dieses Problem verfolgt die Bremer, die nur noch auf Platz zehn rangieren, schon über die gesamte Saison.

Sieben Gegentore in den letzten beiden Heimspielen, erst einmal gingen die Grün-Weißen in dieser Saison überhaupt mit einem Zu-Null (3:0 gegen Cottbus) vom Platz.

Schon 19 Gegentore

Bremens hochgelobte Abwehr der Vorjahre ist ein einziger Trümmerhaufen, denn mit 19 Gegentoren stellen sie die schlechteste Defensive der Liga.

Zwar machte Baumann seinen verschuldeten Elfmeter, den Alexander Frei zum 1:0 (59.) für den BVB versenkte, mit seinem Tor (68.) wieder gut, doch ein schneller Konter reichte den Dortmundern in der 72. durch Mats Hummel zur erneuten Führung.

Zufriedenheit beim BVB

Es folgte die spannende Schlussphase und während der Werder-Coach anschließend mit dem Ergebnis haderte und seine Mannschaft erstmal zur Strafpredigt in die Kabine schickte ("Es ist schon etwas laut geworden"), feierten die Dortmunder den späten Ausgleich wie einen Sieg.

"Wer sich da nicht über einen Punkt freut, muss geisteskrank sein", meinte Trainer Jürgen Klopp.

"Ein ungewöhnliches Spiel"

"Ich bin ja auch schon ein paar Jahre dabei, aber so ein verrücktes Spiel habe ich noch nie erlebt", gab auch Sebastian Kehl nach der Partie zu.

Die Dortmunder zeigten ein diszipliniertes Spiel, in dem sie mit ihrer massiven Defensive die Bremer fast zum Verzweifeln brachten. Und ihre schnellen Konter verfehlten ihre Wirkung nicht.

"Wir haben mehr gekämpft als gespielt, aber sind am Ende mit dem Punkt sehr wohl zufrieden", meinte Klopp. "Auf jeden Fall war es ein absolut ungewöhnliches Bundesliga-Spiel."

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