Auch am 8. Spieltag bietet die Bundesliga wieder ein ansehnliches Offensivspektakel. Die Zahl der Profiteure ist sehr klein.

In der DFL-Zentrale in Frankfurt haben sich auch an diesem Samstagnachmittag sicher wieder einige Mitarbeiter die Hände gerieben.

Der Ligaverband muss nach der Kartellamtsentscheidung gegen die Kooperation mit Leo Kirchs "Sirius" in kürzester Zeit die TV-Rechte neu ausschreiben. Da kommt es gerade recht, dass die Liga den Zuschauern nun beinahe jede Woche ein Spektakel bietet.

29 Tore am fünften Spieltag, 26 am sechsten, 30 am siebten und nun schon 29 Treffer in den bislang acht Spielen des achten Spieltags: Vorne klingelt es in der Bundesliga immer kräftig.

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Das heißt im Umkehrschluss aber auch: Hinten brennt es gewaltig in den Strafräumen der Erstligisten. Nur drei Mannschaften haben nach acht Spieltagen weniger als zehn Gegentreffer auf dem Konto: der 1. FC Köln, Schalke 04 und Hertha BSC.

Es kommt wohl kaum von Ungefähr, dass Aufsteiger Köln (Platz acht) und das ewige Mittelfeldteam aus Berlin (Platz vier) mit diesen Stärken in der Defensive über dem Soll liegen. Und auch Schalke kann mit einem Sieg im Spitzenspiel beim Hamburger SV noch auf Platz vier der Tabelle klettern.

Wie es umgekehrt eben nicht funktioniert, stellte am achten Spieltag einmal mehr Werder Bremen unter Beweis. Nach dem 3:3 gegen Dortmund bringen die Norddeutschen das Kunststück fertig, mit 22:19 Toren sowohl den besten Angriff, als auch die schlechteste Abwehr der Liga zu stellen. Das macht im Moment in der Tabelle Platz zehn und damit nur Mittelmaß.

Das gleiche gilt trotz des 1:0-Erfolgs in Karlsruhe weiter für den FC Bayern. Die Münchner haben schon 13 Gegentore auf dem Konto. In der gesamten vergangenen Spielzeit waren es nur 21.

Eklatanter ist da nur noch die Häufung von haarsträubenden Torwartfehlern. Fromlowitz, Weidenfeller, Nikolov, Wiese ? und auch wieder Rensing: Alle brockten ihren Teams Gegentore ein, oder brachten sie wie im Fall von Rensing zumindest in arge Bedrängnis.

Und so gilt nach knapp einem Viertel der Saison der vom Fußballweisheiten-Beauftragten Franz Beckenbauer im Hinblick auf Werder Bremen übermittelte Leitsatz: Man kann nicht immer mehr Tore schießen, als man hinten kassiert.

Das einzige Team, dass dieser Weisheit im Moment noch trotzen kann, ist Sensations-Tabellenführer 1899 Hoffenheim. Steht bei den Kraichgauern aber mal die Tormaschine still, werden sich jene Mannschaften die Hände reiben, die ihre Defensive am besten im Griff haben.

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