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Verlässt die Bayern nach drei Jahren: Weltmeister Luca Toni © imago

Während der Italien-Star die Bayern verlässt, kündigt Sportdirektor Nerlinger an, kräftig auf dem Transfermarkt zu investieren.

Von Daniel Michel

München - Wende im Fall Luca Toni:

Der beim FC Bayern in Ungnade gefallene Stürmer scheint kurz vor dem Trainingsauftakt an der Säbener Straße mit dem FC Genua doch noch einen neuen Verein gefunden zu haben.

Seinen bis 2011 laufenden Vertrag mit den Münchnern hat der Italiener vorzeitig zum 30. Juni aufgelöst.

Der Double-Gewinner will das eingesparte Jahresgehalt zusätzlich in neue Stars investieren.

"Ich darf mich bei Luca Toni für seine Leistungen und Tore, vor allem in der Saison 2007/2008, in der wir das Double gewonnen haben, sehr herzlich bedanken", sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Keine Zukunft in München

Bereits im Mai hatte der FCB-Boss im SPORT1-Doppelpass über Tonis Zukunft den Daumen gesenkt:

"Eine Zukunft beim FC Bayern wird es für ihn nicht geben. Dieses Tischtuch hat er damals zerschnitten und das kann man nicht mehr flicken."

Der Weltmeister von 2006 hatte sich mehrfach in der Öffentlichkeit kritisch über Trainer Louis van Gaal geäußert, der seinerseits keinen Platz für den Stürmer hatte.

2007/2008 hatten die Bayern Toni für rund elf Millionen Euro aus Florenz geholt.

In seiner ersten Saison feierte er mit den Bayern gleich das Double und holte sich mit 24 Treffern die Torjägerkanone.

In Jahr darauf erzielte Toni nur 14 Treffer.

Bei Rom gelang wenig

Toni war im Winter auf Leihbasis zum AS Rom geflüchtet, nachdem er bei Bayern nur noch zweite Wahl war. Allerdings konnte Toni nach starkem Start in der Serie A nicht überzeugen.

Nationaltrainer Lippi verzichtete daher darauf, Toni mit zur WM nach Südafrika zu nehmen.

Auch der angepeilte Verbleib in der italienischen Hauptstadt scheiterte, weil der Angreifer der Roma zu teuer war. Mit dem SSC Neapel kam es deshalb ebenfalls zu keiner Einigung.

Neues Glück in Genua

Die Vertragsauflösung und damit Bayerns Verzicht auf eine Ablöse machten nun den Weg nach Genua frei.

Der Tabellen-Neunte der Serie A bietet dem 33-Jährigen angeblich einen Drei-Jahres-Vertrag an. (241095DIASHOW: Planspiele beim FC Bayern)

Allerdings soll Toni nur noch ein Fünftel seines FCB-Gehalts von zehn Millionen Euro brutto verdienen.

Mit den gesparten Millionen wollen die Münchner nun auf Einkaufstour gehen und vor allem die Defensive stärken.

Frankreich und Portugal im Visier

Ganz oben auf der Liste von Sportdirektor Christian Nerlinger steht ein neuer Linksverteidiger.

"Da haben wir schon ein kleines Spektrum von zwei, drei Spielern", sagte Nerlinger zu "Sport-Bild" - Namen kommentierte er nicht.

Zwei Defensivallrounder stehen angeblich auf dem Einkaufszettel der Bayern, die in Frankreich spielen: Sebastien Corchia, der mit Le Mans aus der Ligue1 abgestiegen ist, und der Kameruner Stephane Mbia von Meister Olympique Marseille.

Außerdem soll Interesse an Fabio Coentrao von Benfica Lissabon bestehen.

"Kronjuwelen" unverkäuflich

Ihre Stars wollen die Bayern halten. Nach der Vertragsverlängerung mit Franck Ribery wiegelte Nerlinger Versuche des FC Chelsea ab, Nationalspieler Bastian Schweinsteiger zu verpflichten.

Nerlinger erklärte Schweinsteiger und seinen Teamkameraden Philipp Lahm jüngst zu "Kronjuwelen des Vereins".

Der Klub hat auch mit Mittelfeldspieler Hamit Altintop den Vertrag verlängert und liebäugelt mit einer weiteren Verpflichtung vom Schlag eines Arjen Robben. (Altintop verlängert)

Wenn wie im Vorjahr ein Weltstar auf dem Markt sei, "dann schlagen wir sofort zu", betonte Nerlinger.

Baustelle Torwart

Offen bleibt, ob die Bayern im Tor bereits für die kommende Saison Konkurrenz für Jörg Butt verpflichten.

Bislang hat der Rekordmeister Nachwuchsspieler Rouven Sattelmaier vom Drittligisten Jahn Regensburg an die Säbener Straße gelockt. Dafür verlässt Ersatzkeeper Michael Rensing den Klub.

Die in der Saison 2009/2010 ausgeliehen Spieler Breno (1.FC Nürnberg) und Toni Kroos (Bayer Leverkusen) kehren zurück. Die Zukunft von Edson Braafheid (Celtic Glasgow) und Andreas Ottl (1. FC Nürnberg) bleibt offen.

Was wird aus Sosa?

Ebenso die von Mittelfeldspieler Jose Ernesto Sosa (Estudiantes de la Plata).

"Er hat sehr gut gespielt, das muss man sagen", betonte Nerlinger.

Trotzdem müsse man diskutieren, ob eine Rückkehr Sinn mache, da Ribery und Robben auf seiner Position gesetzt seien.

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