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Bernd Hoffmann ist seit 2003 HSV-Vorstandschef © getty

Die mächtige Fan-Gruppierung sieht das geplante Kühne-Engagement skeptisch und beantragt eine Mitgliederversammlung.

Hamburg - Der Hamburger SV kommt nicht zur Ruhe.

Das Modell "Anstoß" könnte nun platzen, bevor es beginnt.

Vier Stunden lang legte der Milliardär Klaus-Michael Kühne am Dienstagabend an der Seite von Vorstandschef Bernd Hoffmann wichtigen Aufsichtsräten seine Vorstellungen millionenschwerer Unterstützung dar.

Rund 15 Millionen Euro ist der Speditionskaufmann angeblich bereit, in seinen Lieblingsverein zu investieren.

Doch den mächtigen Supporters ist nicht wohl dabei:

Sie haben eine außerordentliche Mitgliederversammlung beantragt, da sie sich nicht ausreichend im Vorfeld informiert fühlen und grundsätzliche "Bauchschmerzen" mit wegen des Modells haben.

Binnen 31 Tagen muss diese Versammlung nun stattfinden.

Ballack nicht in Kühnes Sinne

Hoffmanns strittige Idee, die er bereits vor einer Woche dem Aufsichtsrat vorgestellt hat und die dort abgenickt wurde, sieht vor, dass Privatleute dem Klub Geld für Spielertransfers zur Verfügung stellen und bei einem eventuellen Weiterverkauf des Spielers entsprechend finanziell an dem Erlös beteiligt werden.

Einfluss auf die Personalpolitik sollen sie aber ausdrücklich nicht haben.

Einziger bekannter Investor bislang ist Kühne, der auch schon mit Trainer Armin Veh über seine Pläne gesprochen hat 241307(DIASHOW: Bilder von Vehs Karriere) .

Sein angepeiltes Engagement hatte zuletzt Spekulationen ausgelöst, der HSV wolle mit dem Geld Michael Ballack kaufen 29125(DIASHOW: Bilder von Ballacks Karriere) .

Dies dürfte allerdings nicht in Kühnes Sinne sein, da Ballack am Ende eines potenziellen HSV-Engagements aufgrund seines fortgeschrittenen Alters weniger wert sein würde und nicht mehr.

Kühnes Millionen sollten stattdessen für den Transfer von Eindhovens Ibrahim Afellay verwendet werden, der allerdings nun ins Stocken geraten ist.

Einfluss auf Personalpolitik befürchtet

Wen auch immer der HSV letztlich mit Kühnes Millionen kaufen will: Die Supporters sind skeptisch.

Sie befürchten trotz der gegenteiligen Beteuerungen, dass Investoren Einfluss auf die Personalpolitik nehmen könnten, eben weil sie interessiert sein könnten, Angebote an Spieler mit hohen Ablösesummen anzunehmen.

"Die Mitgliederversammlung möge beschließen, dass der Vorstand und der Aufsichtsrat die Mitgliedschaft über bevorstehende Investorenmodelle im Vorwege eines entsprechenden Vertragsabschlusses umfassend informieren", lautet daher ihr Antrag.

Die Vertreter der über 60.000 organisierten HSV-Mitglieder fürchten durch das Investorenmodell gar eine verdeckte Entmachtung durch Privatpersonen wie Kühne.

"Da der Vereinsöffentlichkeit bislang keinerlei Informationen über diese Pläne vorliegen, kann derzeit nicht beurteilt werden, ob hier gegebenenfalls sogar eine erhebliche Veränderung der Vereinsorganisation (...) vorliegt", heißt es im Antrag der Supporters, den deren Abteilungsleiter Ralf Bednarik eingereicht hat.

Auch Supporters gespalten

Doch selbst innerhalb der HSV-Fans herrscht keinesfalls Einigkeit. Eine andere Gruppe distanziert sich von dem Antrag der Supporters.

Der Fanklub "Der Norden hebt ab", der vor allem die Außendarstellung des Aufsichtsrates bei der verunglückten Sportchefsuche kritisierte, hatte sich mit dem Vorstand über die Abhaltung einer Informationsveranstaltung geeinigt.

Ob der 73 Jahre alte Kühne angesichts des Widerstandes im Verein noch Lust hat, sein Engagement aufrecht zu erhalten, wird die Zukunft zeigen.

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