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Heribert Bruchhagen ist seit 2003 Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt © getty

Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen äußert sich im DSF-Doppelpass zur aktuell prekären Situation der Eintracht.

München - Nach der Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen ist Eintracht Frankfurt Tabellenletzter der Bundesliga.

Zumindest bis zum kommenden Mittwoch, wenn im Nachholspiel gegen Karlsruhe die Wende zum Guten erzwungen werden soll. "Sollten wir gewinnen, stehen wir auf keinem Abstiegsplatz", sah Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen im DSF-Doppelpass keinen Grund zum Schwarzmalen

Kritik übte er allerdings an Caio, dem teuersten Einkauf der Vereinsgeschichte: "Er hat noch nicht richtig erkannt, wie professionell man in der Bundesliga in der körperlichen Verfassung und in der Einstellung sein muss."

Auch die Situation von Trainer Friedhelm Funkel war Thema der Sonntagssendung.

Heribert Bruchhagen im Doppelpass:

?zur Situation der Eintracht:

"Sollten wir kommende Woche gegen Karlsruhe verlieren, sind wir Letzter. Sollten wir gewinnen, stehen wir auf keinem Abstiegsplatz. Es wäre ja ungewöhnlich, wenn bei einem solchen Tabellenstand allgemeine Zufriedenheit im Verein herrschen würde.

Frankfurt reagiert genauso wie jeder andere Bundesligastandort in so einer Situation auch. Die Bundesliga ist kein Wunschkonzert. Wir sind schlecht gestartet und sind in keiner guten Verfassung.

Das Hauptproblem ist ohne Zweifel, dass wir noch in keinen Spielrhythmus gefunden haben. Spieler, die im letzten Jahr eine sehr gute Form hatten, laufen jetzt zusammen mit den fehlenden Ergebnissen ihrer Form hinterher."

...zum Weg aus der Krise:

"Wir sind in einen Strudel des Misserfolgs geraten und der hat uns an das Tabellenende geführt. Da heraus zu kommen, ist jetzt unsere Aufgabe. Die Spieler müssen einfach bessere Leistungen abrufen.

Nur auf dem Feld kann eine Wende herbeigeführt werden. Das können im Moment nur die Spieler leisten. Ich will mich nicht aus der Verantwortung stehlen. Wir sind natürlich mitverantwortlich bei der Zusammenstellung des Kaders.

Aber im Augenblick können uns nur die Spieler helfen, indem sie auf dem Platz zurück zu ihrem Leistungsvermögen finden. Wir sind natürlich in großer Sorge und haben das Beispiel des 1. FC Nürnberg aus der letzten Saison alle vor Augen. Aber ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir die Kurve kriegen."

?zu Rekordtransfer Caio:

"Caio ist ein spezielles Problem. Er ist ein sehr gutmütiger, aber auch noch sehr kindlicher Junge. Alle attestieren ihm aber ein großes spieltechnisches Vermögen. Wir haben nach wie vor den Wunsch, dass er seine Qualitäten bei uns einbringt. Aber wann er das kann, entscheidet bei uns nach wie vor der Trainer."

zur Verantwortung von Friedhelm Funkel für den Absturz:

"Es ist nun mal das Trainer-Los, dass der Trainer als sportlicher Leiter am Ende für den Erfolg verantwortlich ist. Als wir erfolgreich waren, haben wir den Erfolg auch Friedhelm Funkel zugeordnet.

Deswegen stehen wir auch nach wie vor hinter ihm, weil er seit viereinhalb Jahren den Verein weiterentwickelt hat und wir eine Kameradschaftlichkeit haben, die aus der Erfolgsgeschichte resultiert. Die Betonung liegt darauf, dass es sicher irgendwann ein Ultimatum für Friedhelm Funkel geben wird, aber eben erst irgendwann.

Wenn wir glauben, es wäre besser für Eintracht Frankfurt, einen Trainerwechsel vorzunehmen, dann würden wir das auch tun. Aber soweit bin ich und sind wir alle noch nicht.

Man muss natürlich zu jedem Zeitpunkt alles neu in Frage stellen und das tun wir nach jedem Spieltag. Im Augenblick lautet die Antwort: Friedhelm Funkel hat nach wie vor unser Vertrauen. Wir sind überzeugt, dass wir mit ihm die Kurve kriegen."

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