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Mark van Bommel (M.) wird im CL-Spiel gegen den AC Florenz wohl wieder zur Startelf gehören © imago

Der FC Bayern kann doch noch gewinnen. Die Erleichterung bei den Verantwortlichen war immens groß.

Von Daniel Rathjen

München - Bastian Schweinsteiger sprach wahre Worte.

"Man muss nur in die Gesichter schauen, wie erlösend das war", stellte er nach dem 1:0 des FC Bayern beim Karlsruher SC fest.

Der Sieg in Baden war zweifelsohne verdient, aber dennoch glücklich. Nicht einmal Manager Uli Hoeneß dementierte diesen Umstand.

Die Münchner wähnen sich trotzdem wieder auf dem richtigen Weg. Ausschlaggebend dafür war die Rückkehr zum alten System - mit bewährten Kräften.

Experimentierphase scheint vorüber

Denn bis auf Außenverteidiger Massimo Oddo agierte die Elf auf dem Feld, mit der schon Klinsmanns Vorgänger Ottmar Hitzfeld Double-Gewinner geworden war.

Und nach acht Spieltagen steht offenbar fest: Die Experimentierphase, begleitet von diversen Turbulenzen, scheint vorüber.

Der Coach hält inne und kam - vielleicht auch aufgrund dringlicher Beratung - zur Einsicht, dass die Taktik der Vorsaison auch ihre Vorteile besitzt. "Ich wollte sehen, wo einzelne Spieler stehen. Deshalb haben wir in den letzten drei Monaten jedem einen Spielraum gegeben", begründete Klinsmann seine Wechselspiele.

Van Bommel als Gewinner

Er ergänzte: "Wenn sie gebraucht werden, können sie auch nur dann ihren Mann stehen, wenn sie immer am Team geschnuppert haben."

Als Gewinner geht nun Mark van Bommel hervor. Der zuvor zum Bankdrücker degradierte Kapitän wurde begnadigt - aus rein sportlichen Gründen natürlich.

"Er hat in dem einen oder anderen Spiel sein Potenzial nicht abgerufen. Dann sitzt er auf der Bank, das ist das normale Leistungsprinzip. Diesmal hat er seine Sache sehr gut gemacht. Auf diese Art und Weise ist er unangefochten und gesetzt", erklärte "Klinsi".

"Das war ein sportliches Zeichen"

Van Bommel die Grenzen aufzuzeigen, war auch ein grundsätzliches Signal. "Das war ein sportliches Zeichen, das wir Mark gegeben haben. Schau, auch du als Kapitän musst um deinen Platz kämpfen", erläutert der Trainer.

Der Spieler reagierte sachlich: "Es ist immer gut zu spielen. Ich habe mit Holland gespielt und ein Tor geschossen. Ich habe Selbstvertrauen, das hatte ich auch, als ich auf der Bank saß. Aber man muss wieder einen Einsatz bekommen und das dann zeigen."

Mit Klinsmanns Aussage konfrontiert, die Pause als Zuschauer habe ihm doch gut getan, konnte sich der 31-Jährige dann aber doch einen kessen Konter nicht verkneifen: "Hinterher kann man vielleicht sagen, dass es gut war, aber am liebsten spiele ich jedes Spiel."

Entwarnung bei Ribery

Am Dienstag, in der Champions League gegen den AC Florenz (ab 20.15 Uhr LIVE ), wird der Niederländer nun wohl ebenso zur Startelf gehören wie seine Kollegen, die in Karlsruhe von Beginn an aufliefen.

Die Topstars Franck Ribery (Sprunggelenksverletzung) und Miroslav Klose (Oberschenkelprobleme nach seinem Torjubel zum 1:0) sind definitiv einsatzfähig. Der Verein gab bereits Entwarnung.

Fragezeichen hinter Toni

Nur ausgerechnet hinter Luca Toni, der auf seinen Ex-Klub treffen würde, steht noch ein Fragezeichen. Der Torjäger konnte am Sonntag wegen einer schmerzhaften Rippenprellung nicht mittrainieren. Er wird intensiv behandelt.

"Jetzt nehmen wir es jeden Tag so, wie es kommt, und hoffen natürlich, dass er dabei ist. Gegen Florenz ist er bis in die Haarspitzen motiviert", weiß Klinsmann.

Er sieht sein Team im Aufwind und stellt klar: "Es ist kein Neuanfang nötig. Klar, haben wir Frust mit uns herum getragen. Aber jetzt wird es Zeit, dass wir uns in der Tabelle nach oben arbeiten."

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