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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Locker: Jens Lehmann (r.) mit Sport1.de-Redakteur Daniel Rathjen © getty

Im ausführlichen Interview mit Sport1.de gibt Jens Lehmann spektakuläre Prognosen über sein Leben nach dem Fußball preis.

Von Daniel Rathjen

Ludwigsburg/München - Jens Lehmann ist momentan tiefenentspannt.

Die Rückkehr nach Deutschland ist ihm sichtlich gut bekommen. "Hier weiß man, was man hat", sagt der 38-jährige Keeper des VfB Stuttgart gegenüber Sport1.de.

Er kämpft drei Monate nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft zwar weiterhin um ein inoffizielles Abschiedsspiel, doch macht er sich auch in dieser Angelegenheit nicht verrückt.

Sein Wunsch, am 19. November gegen England noch einmal in das DFB-Dress zu schlüpfen, besteht. Nun wartet er ab.

Im Interview mit Sport1.de am Rande der Präsentation des neuen Nike-Winterballes "Total 90 Omni HI-VIS" zeigt sich der Routinier gelassen.

Sämtliche Diskussionen über Privilegien und sein Pendeln vom Wohnsitz München zum Arbeitsplatz Stuttgart per Hubschrauber lassen ihn kalt.

Sport1.de: Herr Lehmann, die Eingewöhnungszeit beim VfB ist vorbei. War der Wechsel von Arsenal nach Stuttgart, von England zurück nach Deutschland, der richtige Schritt?

Jens Lehmann: Ja, auf jeden Fall. Ich bin herzlich empfangen worden. Der gute Saisonstart gibt Anlass zum Optimismus. Und: Die Stadien sind absolut schön. Was mir auffällt ist, dass die Fans - im Gegensatz zu früher - mich oft auch freundlich statt mit Pfiffen begrüßen. Die tolle WM 2006 hat durchaus ihre positiven Spuren hinterlassen.

Sport1.de: Trainer Armin Veh trübte die Freude über die erfolgreiche Anfangsphase etwas, indem er mit Rücktritt zum Saisonende drohte, sollte der VfB nicht bereit sein, finanziell mehr in Top-Spieler zu investieren...

Lehmann: Wenn man investiert, muss man richtig investieren. Es ist schwierig für Trainer. Die Spieler müssen auf dem Boden bleiben, gleichzeitig muss Konkurrenzkampf herrschen. Das wird dadurch bedingt, dass neue Spieler gekauft werden. Ich verstehe Vehs Aussagen nicht unbedingt als Kritik. Bis zum Ende der Saison ist noch viel Zeit, wer weiß, wo wir dann stehen?

Sport1.de: In der Nationalmannschaft tobt der Kampf um Ihre Nachfolge. Ist Rene Adler bereits reif für die Nummer eins?

Lehmann: Der Weg der Bundestrainer Joachim Löw und Hansi Flick ist der einzig richtige. Sie sagen: Es gibt eine Konkurrenzsituation, die Kandidaten stehen jedes Wochenende auf dem Prüfstand. Nur so kann festgestellt werden, wer sich unter Druck profilieren kann und letztlich bei der WM spielen wird.

Sport1.de: Sind Parallelen zu Ihnen vor zwei Jahren im Vergleich mit Oliver Kahn erkennbar?

Lehmann: Absolut. Für mich war der Konkurrenzkampf gut, weil ich jede Woche auf höchstem Niveau spielen musste. Das hat bei mir noch mal eine Leistungssteigerung hervorgerufen.

Sport1.de: Zurück zu Adler: Hat er das Zeug zur Nummer eins?

Lehmann: (schmunzelt) Ich habe ihn noch gar nicht so häufig spielen sehen, um ehrlich zu sein.

Sport1.de: Und im Ernst?

Lehmann: Die Beurteilung fällt mir wirklich schwer, da ich mir komplette Spiele ansehen müsste. Ich sehe immer den internationalen Vergleich. Ich sehe Top-Torhüter und ich weiß wie schwierig es ist, dort hinzukommen und was für ein weiter Weg das ist.

Hier geht es zum zweiten Teil!

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