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Auch mal sachlich: Jens Lehmann (r.) mit Sport1.de-Redakteur Daniel Rathjen © SPORT1

Im zweiten Teil des ausführlichen Interviews mit Sport1.de redet Jens Lehmann über Hubschrauber, Privilegien und seine Zukunft.

Von Daniel Rathjen

Sport1.de: Wo stehen die deutschen Torhüter momentan im internationalen Ranking?

Lehmann: Sie sind gut. Aber: Es spielt niemand im Ausland. Das Ziel für sie muss sein, entweder mit einem deutschen Klub in der Champions League weit zu kommen oder zu einem europäischen Spitzenverein zu wechseln. Es gibt immer eine Menge, was man lernen muss.

Sport1.de: Ist Bayer Leverkusen so ein Spitzenverein?

Lehmann: (lacht) Wir haben ja schon gegen Bayer gespielt und ich finde, sie sind eine technisch gute Mannschaft. Wenn sie so weitermachen, spielen sie sicher auf internationaler Ebene. Momentan aber nicht. Ich habe zudem nicht gesagt, dass internationale Erfahrung wichtig ist, sondern allein die Tatsache zählt, sich gegen internationale Konkurrenz durchzusetzen.

Sport1.de: Sie haben es geschafft und genießen beim VfB auch deshalb diverse Privilegien. Sie fliegen beizeiten sogar mit dem Hubschrauber zum Training. Das sorgt für Diskussionen, lassen diese sie komplett kalt?

Lehmann: Ja, natürlich. Und was heißt "Privilegien"? Ich darf an einem Tag der Woche, wo ein Auslaufen der Mannschaft angesetzt ist, zu meiner Familie. Ich habe kleine Kinder und eine Frau. Die will ich sehen. Der VfB Stuttgart stand vor der Wahl, mich zu verpflichten - mit dieser Bedingung.

Sport1.de: Warum dann den Hubschrauber?

Lehmann: Andere Leute kaufen sich ein dickes Auto, ich kaufe mir Zeit, indem ich einen sehr schnellen Weg nach Hause nutze oder um nach Stuttgart zu kommen. Außerdem: Zwei, drei Tage übernachte ich in Stuttgart. In diesem Monat bin ich bislang einmal geflogen. Ansonsten fahre ich mit dem Auto.

Sport1.de: Wohin führt Ihre Reise nach dem 30. Juni 2009, wenn Ihr Vertrag ausläuft?

Lehmann: Ich warte die Saison ab. Ich genieße den Moment, ich habe Spaß am Fußball. Wenn der VfB sagt, jetzt müssen wir eine Entscheidung treffen, dann mache ich mir konkret Gedanken.

Sport1.de: Haben Sie sich selber ein Ultimatum gesetzt?

Lehmann: (schmunzelt) Wenn die Möglichkeit besteht, nächstes Jahr in der Champions League zu spielen, würde mir die Entscheidung sicher leichter fallen. Wobei das auch nicht heißt, dass ich es tun würde.

Sport1.de: Gibt es auch Überlegungen außerhalb des Fußballs? Werden Sie vielleicht Pilot?

Lehmann: (lacht) Ja, es kann gut sein, dass ich jetzt so eine Ausbildung beginne. Nein, im Ernst: Ich will nicht zu spät anfangen, ein neues Leben zu beginnen. In erster Linie will ich ein Studium auffrischen und eventuell den Trainerschein machen.

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