vergrößernverkleinern
Für acht Millionen Mark wechselt Michael Ballack 1999 zu Bayer 04 Leverkusen, reift dort zum Führungsspieler und zur festen Größe im DFB-Team
Michael Ballack spielte bereits von 1999 bis 2002 bei Bayer Leverkusen © Getty Images

Leverkusen soll sich nach Medienberichten mit dem DFB-Kapitän auf einen Vertrag bis 2012 geeinigt haben. Bayer dementiert noch.

Von Martin Volkmar

München/Leverkusen - Der Transfer-Hammer ist perfekt:

Der DFB-Kapitän wechselt zu Bayer Leverkusen, wo er bereits von 1999 bis 2002 erfolgreich gespielt hat.

Dort erhält Ballack einen Vertrag bis 2012.

Nach anfänglichen Dementis bestätigte der Verein am Freitagnachmittag den Mega-Deal mit dem DFB-Kapitän.

Zuvor hatte der Konzern den mit erheblichen Zusatzzahlungen verbundenen Transfer zugestimmt, nachdem letzte Details geklärt worden waren.

"Für mich schließt sich ein Kreis"

"Mit meiner Rückkehr zu Bayer 04 schließt sich für mich ein Kreis. Ich hatte hier eine schöne und erfolgreiche Zeit, an die ich sehr gerne zurückdenke", sagte der 33-Jährige.

"Das hat mich in meiner Entscheidung für Leverkusen bestärkt, vor allem aber waren die sportlich guten Perspektiven dieser jungen und attraktiven Mannschaft überzeugend."

Auch beim Tabellenvierten der Vorsaison war die Begeisterung groß.

"Das ist großartig für den Verein. Er ist ein exzellenter Spieler, der viel Erfahrung mtbringt", sagte Sami Hyypiä SPORT1.

Völler: "Enormer Qualitätsschub"

Sportdirektor Rudi Völler betonte den "enormen Qualitätsschub" für die Mannschaft:

"Besonders unsere vielen jungen Spieler werden von seinem Können und seiner Erfahrung profitieren. Wir haben alles getan, um Michael zu überzeugen."

So sieht es auch Jupp Heynckes.

"Man hat damit nicht nur den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft verpflichtet, sondern eine große Spielerpersönlichkeit. Wenn man sich im Ausland so durchsetzt wie Michael Ballack, dann ist das bemerkenswert; das schaffen nicht viele", erklärte der Chefcoach.

"Ich bin sicher, dass er auch die neue Herausforderung in Leverkusen genau so überzeugend annimmt wie zuvor in Chelsea und beim FC Bayern und dass er auch bei uns wieder so dominierend Fußball spielen wird, wie man es von ihm gewohnt ist."

Wolfsburg und HSV haben das Nachsehen

Auch der VfL Wolfsburg und der Hamburger SV hatten dem Mittelfeldspieler, dessen Vertrag beim FC Chelsea nicht verlängert worden war, ein Angebot unterbreitet.

Zudem waren Tottenham Hotspur, der FC Liverpool, FC Sevilla und auch Real Madrid interessiert, konnten sich aber nicht zu einer konkreten Offerte durchringen.

Der 98-malige Nationalspieler wollte unbedingt einen Zweijahres-Vertrag, da er sich nach der wegen seiner Knöchelverletzung verpassten WM die EM 2012 als Ziel gesetzt hat.

Angeblich zwölf Millionen für zwei Jahre

Angeblich hat Leverkusen zwölf Millionen Euro für zwei Jahre plus maximal drei Millionen Euro Prämien sowie einen Anschlusvertrag als Repräsentant von Bayer oder im sportlichen Bereich des Klubs geboten.

Für dieses laut Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser nicht mehr verhandelbare Angebot hatte Bayer eine Entscheidung bis spätestens zum Trainingsauftakt am Montag erbeten.

Dafür überzieht der Werksklub auch sein Budget. Für Ballack sei "eine Sonderfinanzierung notwendig, die natürlich mit der Konzernzentrale abgesprochen ist", hatte Holzhäuser zuvor der "Süddeutschen Zeitung" erklärt.

Höhere Wolfsburger Offerte

Man habe zudem auf die emotionale Bindung Ballacks an Bayer gesetzt, da man laut Holzhäuser "20 bis 30 Prozent" unter den Offerten anderer Klubs gelegen habe.

So soll der VfL Wolfsburg rund 19 Millionen Euro für die zwei Jahre geboten haben, ebenfalls mit der Option einer Anschlusstätigkeit beim VW-Klub oder für das Unternehmen.

Laut Ballack-Berater Michael Becker sei der finanzielle Aspekt nach seinen früheren glänzend dotierten Verträgen beim FC Bayern (2002 bis 2006) und Chelsea (2006 bis 2010) "diesmal untergeordnet".

Zudem hatte er erklärt: "Diese große emotionale Bindung an Leverkusen gibt es bei Michael wirklich."

Schon von 1999 bis 2002 bei Bayer

Ballack war 1999 vom 1. FC Kaiserslautern an den Rhein gewechselt und mit Bayer zweimal Vize-Meister geworden sowie 2002 ins Finale der Champions League und des DFB-Pokals eingezogen.

Noch immer besitzt er ein Haus in Leichlingen im Bergischen Land, das praktischerweise gerade frei wird:

Sein ehemaliger Mitspieler Bernd Schneider, der zurück ins heimatliche Jena geht, zieht gerade aus.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel