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Horst Heldt war seit Anfang 2006 Sportdirektor beim VfB Stuttgart © imago

Nun ist es perfekt: Stuttgarts Manager wechselt zu Schalke 04. Dies bestätigt VfB-Trainer Gross. Die Nachfolge-Suche läuft bereits.

Von Daniel Michel

München - Reisende soll man nicht aufhalten - diese Weisheit hat sich jetzt auch beim VfB Stuttgart durchgesetzt.

Nachdem die Schwaben zunächst ihr Veto gegen einen Wechsel von Horst Heldt zu Schalke 04 eingelegt hatten, folgte nun die Wende:

VfB-Trainer Christian Gross bestätigte vor der Abreise ins Trainingslager nach St. Moritz am Freitag den sofortigen Abgang des Managers - die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits.

"Er wird sich heute noch von den Spielern verabschieden", sagte der Schweizer.

"Ich bin überrascht, weil wir die Saison zusammen geplant haben. Ich hatte eine erfolgreiche Zeit mit ihm, und seine Beweggründe kann ich nicht einschätzen."

Allerdings steht die offizielle Freigabe der Stuttgarter noch aus - vermutllich wird noch über die kolportierte Ablösesumme über 1,5 Millionen gefeilscht.

Magath will keine Ablöse zahlen

Dies dementierte allerdings Schalke-Trainer Felix Magath.

"Es ist für uns gar kein Thema, eine Ablöse zu zahlen. Wir werden in dieser Richtung auf dem Markt nicht aktiv. Außerdem sind wir in der bisherigen Konstellation in der vergangenen Saison auch nicht so unerfolgreich gewesen", äußerte der Coach im Rahmen des Schalker Trainingslagers auf der Nordseeinsel Borkum.

Magath hatte beim Schalker Trainingsauftakt am Mittwoch betont, dass er mit seinem früheren Spieler Heldt gerne zusammenarbeiten wolle - für den Fall, dass er nicht anderweitig unter Vertrag stehe.

Beim VfB "unterbezahlt und nicht wertgeschätzt"

Heldt selber hatte zudem seinen Abschied durch kritische Äußerungen forciert.

Er fühle sich beim VfB "unterbezahlt und nicht wertgeschätzt", hatte der ehemalige Profi dem "kicker" gesagt.

Angeblich sei zudem das Verhältnis zu Trainer Gross nicht das Beste gewesen.

Daher soll der 40-Jährige VfB-Präsident Erwin Staudt erklärt haben, es sei "Zeit für neue Herausforderungen".

Bei Schalke im Vorstand

Nun ist der Weg für Heldt zu den Königsblauen frei, die ihn schon vor einem Jahr verpflichten wollten und nun wieder heftig um ihn buhlten.

Die Schalker wollten die Verpflichtung zwar noch nicht bestätigen, doch das gilt als Formsache.

Heldt soll gemeinsam mit Magath und Peter Peters den Vorstand bilden.

Magath hatte zuletzt bestätigt, dass der Verein nach der Qualifikation für die Champions League Verstärkung für den Manager-Posten sucht.

"Ich würde mich sehr freuen, mit Horst zusammenzuarbeiten. Ich bin nicht der Meinung, dass ich bei Schalke alles alleine machen kann", meinte der sportliche Boss.

Laut "Stuttgarter Zeitung" könnte Heldt auf Schalke rund drei Millionen Euro verdienen - doppelt so viel wie in Stuttgart.

Staudt verärgert

Auch die öffentliche Empörung von Stuttgarts Boss Staudt konnte den Verlust des Meister-Managers von 2007 trotz des Vertrags bis 2013 nicht mehr verhindern.

"Wo kommen wir eigentlich hin, wenn Verträge zwar unterschrieben werden, aber nichts mehr wert sind?", sagte Staudt den "Stuttgarter Nachrichten".

"Ich habe auch Herrn Tönnies von Schalke gesagt, dass Verträge einzuhalten sind. Auch unser Aufsichtsrat war über dieses Vorgehen der Schalker entsetzt."

Doch im Hintergrund laufen schon seit Tagen die Gespräche über die Nachfolge.

Müller und Bobic heißeste Nachfolge-Kandidaten

Nach übereinstimmenden Medienberichten gelten zwei ehemalige VfB-Spieler als die heißesten Anwärter auf den Posten: Andreas Müller und Fredi Bobic.

Pikant: Andreas Müller steht noch auf der Gehaltsliste der Schalker, nachdem er dort 2009 beurlaubt worden war.

Ein Pluspunkt des 47-Jährigen: Seine Erfahrung im Fußballgeschäft. Nach seinem Karriereende als Profi war er neun Jahre im Management von Schalke tätig.

Als gebürtiger Stuttgarter ist Müller mit dem VfB groß geworden und holte 1984 die Meisterschaft an den Neckar.

Ärgster Konkurrent ist angeblich Ex-Torjäger Fredi Bobic.

Laut "Stuttgarter Zeitung" hat sich Bobic, derzeit Manager beim bulgarischen Erstligisten Chernomorets Burgas, bereits mit der VfB-Führung ausgetauscht.

Auch Lehmann und Poschner im Gespräch

Außerdem werden Ex-Keeper Jens Lehmann, Karl-Heinz Riedle, Gerhard Poschner, Jan Schindelmeiser und der derzeitige DFB-Teammanager Oliver Bierhoff als Kandidaten genannt.

Allerdings mahnte Gross zur Gelassenheit. "Es darf kein Vakuum entstehen. Man darf sich jetzt nicht verleiten lassen, schnell einen zu verpflichten", sagte er.

"Aber ich bin überzeugt, dass wir den richtigen Nachfolger finden werden."

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