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Michael Ballack stand mit Bayer Leverkusen 2002 im Champions-League-Finale © getty

Ballack sieht in Leverkusen "großes Potenzial" und will "in Europa für Furore sorgen". Kapitän wird er bei Bayer aber wohl nicht.

Johannesburg/Leverkusen - Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack will nach seiner Rückkehr in die Bundesliga mit Bayer Leverkusen Meister werden und auch in der Europa League um den Titel mitspielen.

"Wir wollen in naher Zukunft Meister werden! Ich habe in den vergangenen zehn Jahren immer um Titel mitgespielt, das können wir auch mit Bayer. Natürlich sind da die Bayern hoher Favorit. Aber hier in Leverkusen ist auch ein großes Potenzial, und wir wollen auch in Europa für Furore sorgen", sagte der 33-jährige Mittelfeldspieler in einem Interview mit der "Bild".

Der 98-malige Nationalspieler hatte sich am Freitag mit dem Werksklub auf einen Vertrag bis Ende Juni 2012 geeinigt. Der derzeit noch verletzte DFB-Kapitän soll bei Bayer bis zu 15 Millionen Euro verdienen.

Das Grundgehalt des neuen Leverkusener Führungsspielers soll bei rund sechs Millionen Euro pro Jahr liegen.

"Blick auf die EM 2012"

Neben Titeln hat sich Ballack mit Blick auf die EURO 2012 in Polen und der Ukraine insbesondere ein schnelles Comeback in der Nationalmannschaft zum Ziel gesetzt.

"Jetzt muss ich erst mal gesund werden. Aber klar ist, dass ich weiter für die Nationalmannschaft spiele, und ich habe den Blick auf die EM 2012 gerichtet", sagte Ballack, der nach seinem Syndesmose-Anriss am Montag nach München zur Nachuntersuchung bei Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt reist.

Sollte die DFB-Auswahl mit einem Sieg gegen England (So., ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) ins WM-Viertelfinale einziehen, wird Ballack als Edel-Fan nach Südafrika reisen.

Ballack will nach Südafrika reisen

"Ich gehe davon aus, dass ich dann bei der Mannschaft bleibe, bis es wieder nach Hause geht", sagte der 98-malige Nationalspieler.

Ob Deutschland allerdings tatsächlich in die Runde der letzten Acht einzieht, ist laut Ballack völlig offen: "England hat sein wahres Gesicht noch nicht gezeigt. In der Mannschaft steckt viel mehr."

Wie immer mit der "13"

Neben den Rehabilitationsmaßnahmen plant Ballack derzeit auch seine Zukunft in Leverkusen.

Zwar weiß der dreifache Familienvater noch nicht, wo er in Zukunft mit Ehefrau Simone und seinen Söhnen wohnen wird, dafür ist aber klar, dass er wie in der Nationalelf und in den vergangenen vier Jahren beim englischen Doublegewinner FC Chelsea die Rückennummer 13 tragen wird.

Kapitän wird der Capitano in Leverkusen aber offensichtlich nicht.

Rolfes bleibt Kapitän

"Simon Rolfes ist unser Kapitän, ich denke, dass Michael das respektieren wird", sagt Bayer-Coach Jupp Heynckes: "Es ist wichtig für Simon, dass er nach seiner Verletzung die Rückendeckung von mir spürt. Und für Michael ist das Kapitänsamt nicht wesentlich - er ist auch ohne Binde Führungsspieler."

Das sieht auch Ballack so: "Das ist Sache des Trainers. Aber ich muss nicht Spielführer sein, um Verantwortung zu übernehmen. Simon Rolfes ist als Kapitän eine Größe, er hat das Amt toll ausgeführt und ich denke, dass es dabei bleibt."

Für Ballack war die Entscheidung für Leverkusen letztlich eine Herzensangelegenheit.

Besonderes Verhältnis zu Völler

Entscheidend waren vor allem die Bemühungen von Bayer-Sportchef Rudi Völler.

"Auch andere Klubs haben um mich geworben, aber zu Rudi habe ich ein besonderes Verhältnis, eine Freundschaft, die über den Sport hinausgeht. Der wusste natürlich, wie er mich anpacken muss", sagte Ballack dem "Express".

Ballack spielte bereits von 1999 bis 2002 für Bayer, zog mit dem Team 2002 ins Finale der Königsklasse ein und wurde zweimal Vize-Meister (2001 und 2002).

Außerdem stand er 2002 mit dem Werksklub im DFB-Pokalfinale. Für Bayer bestritt er bislang 79 Bundesligaspiele und erzielte dabei 27 Tore.

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