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Friedhelm Funkel ist seit 2004 Trainer bei Eintracht Frankfurt © getty

Frankfurt kann im Nachholspiel gegen den KSC die Rote Laterne abgeben. Ein angeschlagener Spieler soll Funkels Heilsbringer sein.

Frankfurt/Main - Siegen oder Fliegen: Für Trainer Friedhelm Funkel vom Tabellenletzten Eintracht Frankfurt ist das Nachholspiel der Fußball-Bundesliga gegen den Karlsruher SC am Mittwoch (18.30 Uhr LIVE ) ein echtes Endspiel.

"Ich möchte gerne Trainer von Eintracht Frankfurt bleiben. Wir haben jetzt eine Phase von zwei Monaten, die etwas schwerer ist, aber die Mannschaft wird sich da raus kämpfen", sagte Funkel vor der Partie gegen den KSC, die am 4. Spieltag dem nach einem Madonna-Konzert unbespielbaren Rasen zum Opfer gefallen war.

Eine weitere Niederlage würde Funkel nach viereinhalb Jahren bei der Eintracht trotz der Treueschwüre von Vorstandsboss Heribert Bruchhagen wohl den Job kosten.

Saisonübergreifend gelang den Hessen in den vergangenen 15 Spielen nur ein Sieg, auch spielerisch entwickelte sich die Mannschaft zuück, wie zuletzt beim enttäuschenden 0:2 gegen Leverkusen deutlich wurde.

Trainingslager statt Brandrede

Am Montag zog der 54-Jährige deshalb die Notbremse und reiste mit seinem Team in ein Trainingslager im Westerwald.

"Das Trainingslager war erforderlich. Den Eindruck, den ich von den Spielern in den letzten zwei Tagen bekommen habe, macht mich zuversichtlich", meinte Funkel. Vorstandschef Bruchhagen verfolgte die Einheiten in Wiesensee am Spielfeldrand, einmischen wollte er sich vor dem richtungweisenden Kellerduell gegen die Badener aber nicht.

"Ich würde eine vierstündige Brandrede halten, ich würde toben und auf den Tisch hauen - wenn ich glauben würde, dass es etwas bringt. Aber Fensterreden haben noch nie etwas gebracht", sagte der 60-Jährige.

Funkel muss sich ankreiden lassen, dass die Integration der zuletzt für insgesamt 13 Millionen Euro geholten Neuzugänge nur schleppend verläuft.

Hoffen auf Amanatidis

Zudem haben sich Stammspieler wie Christoph Spycher, Martin Fenin oder Michael Fink sportlich verschlechtert. Bis auf Rechtsverteidiger Patrick Ochs erreichte in dieser Spielzeit noch kein Eintracht-Profi Normalform.

"In einer solchen Situation möchte ich kein Trainer sein. Für jeden von uns ist die Partie gegen den KSC ein Qualifikationsspiel für die Bundesliga", sagte Ochs, der bereits das Interesse anderer Bundesligisten geweckt hat.

Entwarnung gab am Dienstag zumindest der zuletzt erneut angeschlagene Kapitän Ioannis Amanatidis. "Er ist bereits wieder gelaufen und kann spielen", sagte Funkel, nachdem der griechische Nationalspieler am Montag über Schmerzen im Kniegelenk geklagt und sich einer Kernspintomografie unterzogen hatte.

Chris wieder an Bord

Zudem können die Hessen gegen den KSC im Mittelfeld wieder auf Chris zurückgreifen. Der Brasilianer hat seine Sperre von drei Spielen abgesessen und steht Funkel damit zur Verfügung. Einen Torwartwechsel schloss Funkel dagegen aus.

Damit wird erneut der zuletzt schwache Oka Nikolov und nicht wie erwartet Markus Pröll gegen die Badener zum Einsatz kommen.

Im Vergleich zur Unruhe in Frankfurt herrscht beim KSC trotz der Last-Minute-Niederlage gegen Bayern München am Samstag (0:1) derzeit absolute Gelassenheit.

Einzig Rechtsverteidiger Andreas Görlitz scharrt nach fünfmonatiger Verletzungspause mit den Hufen, doch Karlsruhes Coach Edmund Becker wird in der Viererabwehrkette wohl erneut auf Stefano Celozzi zurückgreifen.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Frankfurt:

Nikolov - Ochs, Russ, Galindo, Spycher - Chris, Inamoto, Köhler - Fenin, Korkmaz - Amanatidis. Trainer: Funkel

Karlsruhe:

Miller - Celozzi, Sebastian, Franz, Eichner - Mutzel, Porcello - Freis, da Silva, Iashvili - Kennedy. Trainer: Becker

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