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Luca Toni erzielte 38 Bundesligatore für den FC Bayern München © getty

Der Italiener verabschiedet sich persönlich beim FC Bayern. Ab Juli spielt er für Genua will aber häufig nach München zurück.

Von Ingo Weber

München - Der Weltmeister ist noch einmal zum Rekordmeister FC Bayern zurückgekehrt: Luca Toni ist auf großer Abschiedstour in München.

Am Mittwoch schaute der Italiener an der Säbener Straße vorbei, allerdings nur für ein kurzes "Servus" an Freunde und Kollegen (SERVICE: Sommerfahrplan FC Bayern).

"Zudem wollte ich mich beim Vorstand des FC Bayern bedanken, weil wir immer ein gutes Verhältnis hatten", sagte der 33-Jährige der "Bild".

Mit dem Rekordmeister holte Toni 2008 das Double und erzielte in 60 Bundesligaspielen insgesamt 38 Tore. Doch mit dem Amtsantritt von Louis van Gaal war die Ära des Stürmers schnell beendet.

Versöhnlicher Abschied

Trotzdem sagt Toni: "Ich habe in München zweieinhalb Jahre eine sehr schöne Zeit verbracht. Ich will öfter hierher zurückkommen, um Freunde zu sehen und die Spiele der Bayern zu verfolgen."

Klingt nach einem versöhnlichen Abschied, nachdem es zu Beginn der vergangenen Saison und seinem Wechsel zum AS Rom zu Misstönen gekommen war. Auch das Verhältnis zu van Gaal war von Anfang an nicht besonders gut.

Flucht aus dem Stadion

Es gipfelte mit der Flucht aus dem Stadion während der Halbzeitpause im Heimspiel gegen Schalke im November 241095(DIASHOW: Die Bayern-Baustellen).

"Das war sicherlich ein falsches Verhalten. Aber dem ging ein monatelanges Leiden meinerseits voraus", begründet Toni.

An die Zeit bei den Münchnern bleiben dem Weltmeister von 2006 vor allem die Titel in Erinnerung: "Auch die Allianz Arena ist etwas ganz Besonderes. Wenn ich ein Tor erzielt habe, kam immer das Lied 'Bello e impossibile'. Da haben alle Fans italienisch gesungen. Das war sehr, sehr schön."

Ab Juli in Genua

Doch die Bundesliga ist Vergangenheit und nach dem Vizemeistertitel in der italienischen Hauptstadt zieht es ihn in der neuen Saison zum FC Genua 114788(DIASHOW: Internationale Wechselbörse).

"Der Verein und ich haben uns bereits unser Wort gegeben. Mitte Juli geht es dort mit dem Training los", erklärt Toni der "Bild".

Um den Titel wird er in der kommenden Spielzeit wohl nicht mitspielen, trotzdem hat er einige Vorteile für den Wechsel zum Liganeunten (2009/10) der Serie A parat: "Dort kann ich etwas bewegen. Die Spielweise kommt meinem Spiel besonders entgegen. Ich will bei diesem Klub gut spielen und vor allem Tore machen."

Zurück zur Nationalmannschaft?

Mit guten Leistungen will sich der Stürmer auch wieder für die Nationalmannschaft empfehlen, nachdem er für die WM 2010 nicht berücksichtigt wurde. In diesem Fall wird er es verschmerzen können.

"In Südafrika ist es wirklich sehr schlecht gelaufen. Mit tut das als Italiener sehr leid. Auf der anderen Seite bin ich ganz froh, dass ich nicht dabei war", bestätigt Toni.

"Der Verein geht vor"

Den Umbruch in der Squadra Azzurra hält Toni für nötig, doch hat er gleichzeitig eine Kampfansage für die jungen Spieler auf Lager: "Wenn sie nicht treffen und ich viele Tore schießen sollte, warum sollte ich dann nicht noch einmal zurückkommen? Aber der Verein geht erstmal vor."

Dass seine Ex-Bayern-Kollegen mit der deutschen Nationalmannschaft bei der WM für positive Schlagzeilen sorgen, freut den 33-Jährigen.

"Für mich ist das Team ein besonderes, weil ich die meisten Spieler kenne. Mit Miroslav Klose habe ich noch häufig Kontakt, auch mit Lukas Podolski, Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger hatte ich ein gutes Verhältnis", meint Toni.

"Fan der deutschen Mannschaft"

Nach seiner erfolgreichen Zeit in Deutschland lüftet der Italiener noch ein kleines Geheimnis:

"Seitdem Italien ausgeschieden ist, bin ich Fan der deutschen Mannschaft. Ich wünsche den Jungs, dass sie den Pokal holen, ich weiß wie toll sich das anfühlt. Wenn sie Argentinien schlagen, können sie es schaffen."

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