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Von 2002 bis 2010 spielte Arne Friedrich für Hertha BSC Berlin © getty

Der Nationalspieler unterschreibt bei den "Wölfen" einen Dreijahresvertrag. VfL-Manager Dieter Hoeneß schwärmt in höchsten Tönen.

Wolfsburg - Bei der WM in Südafrika macht Arne Friedrich bislang dank starker Leistungen von sich reden und stellt sogar den Abwehrchef Per Mertesacker in den Schatten.

Auch für die kommende Bundesliga-Saison stellte der 31-Jährige nun die Weichen.

Was sich lange angedeutet hat, ist perfekt: Der Nationalspieler verlässt Absteiger Hertha BSC Berlin und wechselt zum VfL Wolfsburg (SERVICE: Sommerfahrplan VfL Wolfsburg).

Die Klubs haben sich angeblich auf eine Ablösesumme von über 2,5 Millionen Euro geeinigt.

Vertrag bis 2013

Bei den "Wölfen" unterschreibt der Innenverteidiger einen Dreijahresvertrag bis zum 30. Juni 2013. Am Donnerstagabend erzielten der VfL und sein Ex-Verein Hertha BSC Einigung über den Transfer.

"Wir sind sehr froh, dass sich Arne für uns entschieden hat und die Sache jetzt vom Tisch ist", sagt Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß nach längeren Verhandlungen.

"Er wird uns weiter helfen"

"Seine Klasse stellt er gerade jetzt wieder bei der Nationalelf unter Beweis. Arne wird der Mannschaft nicht nur als erfahrener und leistungsstarker Spieler, sondern auch als Persönlichkeit gut tun. Er wird uns sicher dabei helfen, unsere Defensive zu stabilisieren", meint Hoeneß.

Friedrich, der bei den Wölfen pro Jahr vier Millionen Euro verdienen soll, ist bei der WM bislang die große Überraschung im Team von Bundestrainer Joachim Löw. Am Samstag gegen Argentinien bestreitet der Innenverteidiger sein 77. Länderspiel.

"Will in die Champions League"

Friedrich ließ aus Kapstadt ausrichten, dass er sich auf die neue Herausforderung freue. "Das Potenzial des Klubs ist groß, wir werden eine starke Mannschaft haben. Mein persönliches Ziel ist es, mit dem VfL wieder in der Champions League zu spielen", sagte der Abwehrspieler, der allerdings auch seine alte Liebe nicht vergaß: "In Berlin hatte ich eine wunderbare Zeit. Deshalb wünsche ich der Hertha von ganzem Herzen den Wiederaufstieg in die Bundesliga."

Alte Bekannte in Wolfsburg

Durch den Transfer bleibt Friedrich nach einer Achterbahn-Saison mit der "Alten Dame" erstklassig. Wolfsburg, der Deutsche Meister von 2009, ist ein Verein mit Perspektive, der allerdings in der neuen Spielzeit nicht im internationalen Geschäft vertreten sein wird.

Beim VfL trifft er mit Alexander Madlung, Ashkan Dejagah und Manager Hoeneß auf alte Bekannte aus Berliner Zeiten. Mit Madlung könnte Friedrich die Innenverteidigung bilden.

Hoeneß hatte den Defensivspieler 2002 von Zweitligist Arminia Bielefeld zu Hertha BSC Berlin in die Bundesliga geholt. Kurz nach seinem Wechsel zur Hertha wurde Friedrich Nationalspieler.

231 Spiele für die Hertha

Seit dem Weggang von Hoeneß im Juni 2009 lief es aber auch für Friedrich bei der Hertha nicht mehr rund. Es folgte am Ende der abgelaufenen Saison der bittere Abstieg. Friedrich absolvierte für Hertha insgesamt 231 Bundesliga-Spiele. Zuvor brachte es der gebürtige Ostwestfale für die Arminia auf 47 Einsätze in der zweiten Liga.

Im Gerangel um Friedrich hatte Hertha zuletzt noch eine Option gezogen, durch die der bis 2012 an den Klub gebundene Abwehrspieler auch in der 2. Liga für Hertha hätte auflaufen müssen. Da sich die Berliner jedoch das Gehalt von geschätzten drei Millionen Euro im Unterhaus kaum leisten konnten, galt der Verkauf des WM-Teilnehmers als sicher.

Der VfL Wolfsburg hat nach dem verpassten Transfer von Michael Ballack mit der Verpflichtung von Friedrich den ersten großen Schritt bei der Verstärkung der Mannschaft unternommen, ist aber noch weiter auf der Suche nach einem defensiven Mittelfeldspieler.

Auge auf Kacar

Nach der Absage von DFB-Kapitän Ballack, der das weniger lukrative Angebot seines Ex-Klubs Bayer Leverkusen annahm, könnte in Gojko Kacar ein weiterer Berliner in die VW-Stadt wechseln. Unklar ist weiterhin, ob Stürmerstar Edin Dzeko bei den "Wölfen" bleibt.

"Ich hoffe und denke, dass der VfL mich gehen lässt", hatte Dzeko zuletzt gesagt. Angeblich hat der englische Klub Manchester City Interesse. Allerdings pocht VfL-Manager Hoeneß nach dem Verstreichen der Frist, in der Dzeko für eine Ablöse in Höhe 40 Millionen Euro den Klub hätte wechseln können, auf einen Verbleib des 24-Jährigen.

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