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Tranier Felix Magath (l.) hatte Horst Heldt noch als Spieler. Beim VfB waren sie schon einmal vereint © imago

Der Manager wird Magaths neue rechte Hand. Die Stuttgarter sind von Heldt enttäuscht und können Schritt nicht nachvollziehen.

München - Er wollte ihn schon länger.

Jetzt hat er ihn offenbar.

Die "Bild" vermeldet den Wechsel von Manager Horst Heldt zum FC Schalke 04 als perfekt.

Trainer und Manager Felix Magath bekommt damit seinen Wunschkandidaten für den Posten des sportlichen Leiters.

Letzte Details seien am Samstag in Stuttgart geklärt worden. Demnach wird Heldts Vertrag, der bis 2013 gelaufen wäre, aufgelöst.

In Gelsenkirchen unterschreibt der 40-Jährige einen Dreijahresvertrag. Offiziell sei der Wechsel ablösefrei.

Vereinbart wurde jedoch wohl ein Freundschaftsspiel beider Vereine, bei dem alle Einnahmen an Stuttgart gehen sollen (SERVICE: Sommerfahrplan VfB Stuttgart).

Für Magath geht mit dem Deal ein langersehnter Wunsch in Erfüllung.

"Wir schätzen uns. Ich habe schon versucht, Horst Heldt nach Wolfsburg zu holen. Er sagt, dass er nicht zufrieden ist. Wir haben abgesprochen, dass er in Schalke arbeitet, wenn er nicht mehr in Stuttgart tätig ist", sagt er.

Staudt maßlos enttäuscht

Für den VfB war Heldts Entschluss ein Schlag ins Gesicht.

Präsident Erwin Staudt zeigte sich verärgert. "Als ich erstmals davon gehört habe, war ich stocksauer", sagte er im VfB-Trainingslager in St. Moritz den "Stuttgarter Nachrichten".

Inzwischen sei die Wut in "maßlose Enttäuschung" umgeschlagen.

Die angeblichen Gründe für den geplanten Wechsel könne der 62-Jährige nicht nachvollziehen.

"Keine Streicheleinheiten"

"Ich habe nie ein schlechtes Wort über ihn verloren", sagte Staudt zu dem Vorwurf, er habe den Vorstandskollegen nicht genügend geschätzt.

Außerdem dürfe man in solch "exponierten Positionen keine Streicheleinheiten verlangen".

Heldt hatte sich in Stuttgart über zu geringe Bezahlung mangelnde Wertschätzung beklagt.

"Wir erfüllen unsere Verträge auf Punkt und Komma", erklärte Staudt.

Eine vereinbarte Prämie in Höhe von 50.000 Euro galt nur für das Erreichen der ersten fünf Tabellenplätze, der VfB wurde in der abgelaufenen Saison jedoch nur Sechster.

Auch den Einfluss des Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Hundt sieht er als etwas Normales.

Verständnis für Hundt

In dem Arbeitgeberpräsidenten habe der VfB "eine nationale Führungskraft, einen kritischen Partner, der nicht zu allem Ja und Amen sagt. Und das ist auch so gewollt".

Unterdessen hat Staudt schon erste Gespräche mit Kandidaten auf Heldts Nachfolge bestätigt. Sowohl Ex-VfB-Spieler Fredi Bobic als auch der frühere Schalker Andreas Müller zählen zu "einer Hand voll Kandidaten", die in Frage kommen.

Spekuliert wird auch mit Jens Lehmann und Oliver Bierhoff. Bobic, der momentan als Geschäftsführer in Bulgarien bei Chernomorets Burgas arbeitet, hält sich noch zurück.

Bobic hält sich zurück

"Ich bin in Bulgarien und arbeite dort. Auch aus Respekt zu meinen Klub werde ich mich zu den Gerüchten nicht äußern. Dass ich einer der Kandidaten beim VfB bin ist schön, aber auch nicht offiziell", sagte er SPORT1.

Auszuschließen sind jedoch vereinsinterne Lösungen:

Trainer Christian Gross wird den Manager-Posten nicht als zusätzliches Amt übernehmen und auch Sportdirektor Jochen Schneider, der Heldt momentan vertritt, soll nicht zum alleinigen Sportchef aufrücken.

VfB-Trainer Gross war derweil mit dem einwöchigen Trainingslager in St. Moritz "sehr zufrieden. Wir haben intensiv im Grundlagenbereich gearbeitet und unseren Teamgeist gestärkt", sagte der Erfolgscoach vor dem Rückflug.

In den nächsten Wochen stoßen auch die WM-Teilnehmer des VfB nach und nach dazu.

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