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Grund zu jubeln hatten die Eintracht-Spieler in dieser Saison nur selten © imago

Vor dem "Endspiel" für Trainer Friedhelm Funkel gegen den KSC nimmt Präsident Peter Fischer die Mannschaft in die Pflicht.

Von Andreas Kloo

München/Frankfurt - Das Nachholspiel gegen den Karlsruher SC (ab 18 Uhr LIVE ) wird für die Frankfurter Eintracht und ihren Trainer Friedhelm Funkel zum echten Nervenspiel.

Nur ein Sieg kann Funkels Job bei der bislang noch sieglosen Eintracht wohl retten.

Präsident Peter Fischer nimmt bei Sport1.de allerdings vor allem das Team in die Pflicht:

"Was die Mannschaft bislang abgeliefert hat, war Lichtjahre von dem entfernt, was die Spieler normalerweise leisten können."

Fischer: Kein Ultimatum

Vier Punkte müsse Funkel aus den beiden Partien gegen Karlsruhe und Frankfurt holen, um seinen Job zu retten, hieß es in verschiedenen Medienberichten

Dieses Ultimatum für Funkel will Fischer nicht bestätigen: "Eine solche Diskussion über Punkte, die geholt werden müssen oder Tore, die erzielt werden müssen, führen wir nicht und werden wir auch in Zukunft nicht führen", hält der Vereinsboss fest.

Für das Spiel gegen Karlsruhe ist er zudem optimistisch: "Wenn die Herren Fußballer endlich ihre Beine in die Hand nehmen, werden wir auch gewinnen. Wir spielen ja nicht gegen eine Übermannschaft."

Was im Umkehrschluss aber heißen dürfte, dass bei einer Niederlage gegen den schlagbar erscheinenden KSC Funkel wohl trotz aller Treuebekundungen der Vereinsführung seinen Hut nehmen müsste.

Funkel verspürt "keinen Druck"

Den Trainer scheint diese bedrohliche Situation nicht zu belasten. Zumindest demonstriert er vor dem für ihn existenziellen Spiel weiterhin Gelassenheit:

"Wir haben keinen Druck. Wir haben ganz einfach die Möglichkeit, mit einem Heimsieg die Abstiegsränge zu verlassen", sagt Funkel zur Bedeutung des Spiels.

Dem 54-Jährigen geht es wohl in erster Linie darum, der Mannschaft den Druck zu nehmen. Dass Funkel die aktuelle Lage falsch einschätzt, ist bei der Erfahrung, die er mittlerweile vorzuweisen hat, schwer vorstellbar.

Nikolov weiter im Tor

Dennoch überraschen die Mittel, mit denen der Coach die Krise abwenden möchte:

Statt personeller Veränderungen oder Brandreden setzte Funkel auf intensive Einzelgespräche in einem zweitägigen Trainingslager. Torhüter Oka Nikolov, der beim 0:2 gegen Leverkusen patzte, darf weiterhin zwischen den Pfosten stehen.

Ioannis Amanatidis läuft trotz leichter Kniebeschwerden ebenso auf wie der Brasilianer Chris, der seine Rot-Sperre abgesessen hat.

Funkel ist sich sicher, dass die Spieler das in sie gesetzte Vertrauen zurückzahlen: "Ich bin optimistisch, dass die Mannschaft trotz der schwierigen Situation ihr Herz in beide Hände nehmen und sich zerreißen wird."

Becker erkennt psychologischen Vorteil

Entscheidend werden die ersten Minuten des Spiels sein. Gerät die Eintracht wieder in Rückstand wie in den letzten vier Partien, wird es schwer. Denn die Geduld der Fans hält nicht ewig. Schon gegen Leverkusen äußerten sie in der zweiten Halbzeit lautstark ihren Unmut.

Gästetrainer Edmund Becker sieht deshalb den psychologischen Vorteil auf seiner Seite. "Je länger wir das Spiel offen halten, desto mehr spielt die Zeit für uns", ist sich der KSC-Coach sicher.

Psycho-Duell Amanatidis vs. Franz entfällt

Auf Maik Franz muss Becker allerdings wohl verzichten. Den Innenverteidiger plagt eine schmerzhafte Fersenverletzung.

Beim letzten Aufeinandertreffen lieferte sich Franz erst auf dem Feld und dann vor den Mikrofonen einen heftigen Schlagabtausch mit Amanatidis.

Angesichts der derzeitigen Situation der Eintracht wird der Grieche froh sein, dass ihm zumindest ein Psycho-Duell mit dem Karlsruher Abwehrspieler espart bleibt..

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Frankfurt: Nikolov - Ochs, Russ, Galindo, Spycher - Chris, Inamoto, Köhler - Fenin, Korkmaz - Amanatidis

Karlsruhe: Miller - Celozzi, Sebastian, Stoll, Eichner - Mutzel, Porcello - Freis, da Silva, Iashvili - Kennedy

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