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Uli Hoeneß (r.) glaubt nicht, dass Thomas Müller die Bayern allzu schnell verlässt © imago

Bayerns Präsident bügelt die Lockrufe für Müller und Schweinsteiger ab, sieht auch die Vorbereitung gelassener als van Gaal.

Von Christian Paschwitz

München - Louis van Gaal hat sicherlich schon bessere Saison-Vorbereitungen erlebt.

Wegen der WM hatte der Trainer des FC Bayern in der ersten Trainingsphase auf die kommende Spielzeit nicht mal die Hälfte seines Kaders zusammen.

Am Sonntagmorgen trimmten sich gar nur zehn Mann.

Und durch den Halbfinaleinzug der deutschen und holländischen Nationalmannschaft werden Philipp Lahm, Mark van Bommel und Co. erst am 2. August dazustoßen.

Weil jeder Bayern-Nationalspieler nach dem Turnier in Südafrika drei Wochen Urlaub bekommt.

Van Gaal in Sorge

"Das ist nicht gut, das ist ein großes Problem", motzt van Gaal daher.

Zumal: Beim Bundesliga-Auftakt am 20. August gegen den VfL Wolfsburg wird der halbe Bayern-Kader gerade mal zweieinhalb Wochen im Training stehen.

Des Trainers Sorge ficht die Bayern-Bosse dagegen weniger an.

Hoeneß und Rummenigge gelassen

"Sicher wird die Vorbereitung nicht optimal sein, aber das bekommt Louis van Gaal schon hin", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in der "Bild".

Und Präsident Uli Hoeneß ("Sieben WM-Spiele sind kein Pappenstil") ergänzt:

"Außerdem ist unser Kader groß genug, um eventuell auftretende Müdigkeiten zu überbrücken. Und spätestens im Herbst wird das alles wieder vergessen sein."

Welt-Klubs locken

Dann soll vielmehr die Bayern-Dominanz zum Tragen kommen, mit der der Rekordmeister die nationale Konkurrenz in der abgelaufenen Saison das Fürchten gelehrt hatte.

Und dabei bauen die Münchner ebenso auf ihr bewährtes Hochkaräter-Personal.

Dass die vielumworbenen WM-Stars Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller den Lockrufen der Weltklubs wie Chelsea, Real Madrid oder Barcelona erliegen könnten, glaubt an der Säbener Straße derzeit offenbar niemand.

"Wo sollen die denn noch hin?"

"Wo sollen die denn eigentlich noch hin? Wer beim FC Bayern spielt, hat keine anderen Ziele mehr", sagt Hoeneß.

"Wir sind längst ein Verein, der sehr gute Gehälter bezahlt. Ich weiß nicht, ob es in den nächsten Jahren noch so viele Vereine gibt, die diese Gehälter zahlen können."

Und der Präsident fügt süffisant hinzu: "Da geht dann nur noch die alte Leier: 'Ich will in eine andere Kultur und eine andere Sprache lernen'. Aber das können sie hier im Goethe-Institut genauso."

"Werden keinen Spieler verkaufen"

Die in den nächsten Wochen wohl noch stärker kursierenden Transfergerüchte lassen auch Rummenigge kalt:

"Die Antwort wäre immer: Absolut no way! Wir sind in keinem Fall gesprächsbereit, wir werden keinen Spieler verkaufen."

Ebenso gelassen geben sich die Bayern hinsichtlich eigener Verstärkungen und den zuletzt gehandelten Personalien für die Neubesetzung der Linksverteidiger-Position.

Fabio Coentrao und Michael Bastos seien kein Thema.

Coentrao und Bastos kein Thema

"Coentrao ist sicher ein guter Mann, aber wir sind nicht im Ansatz bereit, die exorbitanten Forderungen von Benfica Lissabon zu erfüllen", erklärt Rummenigge.

Hintergrund: Zuletzt hatten die Portugiesen angeblich mehr als 20 Millionen Euro für den 22-Jährigen gefordert.

Bastos wiederum komme nicht infrage, weil Olympique Lyon den Brasilianer erst im vergangenen Jahr für 18 Millionen Euro verpflichtet habe.

"Wir halten weiter Ausschau, und wenn wir einen geeigneten Mann finden, ist es gut. Falls nicht, dann hat Louis auch kein Problem damit, mit Diego Contento in die Saison zu gehen", so Rummenigge.

Zweite Vorbereitungsphase ab 15. Juli

Es dürfte demnach wenig verwundern, würde van Gaal ab dem 15. Juli seine zweite Vorbereitungsphase auf die neue Saison mit ebenso überschaubarem wie bekanntem Personal einleiten.

Schließlich bleibt auch der an beiden Leisten operierte Franck Ribery vorerst außen vor, wenngleich Rummenigge meint:

"Diesbezüglich war es für uns gut, dass Frankreich so früh ausgeschieden ist. Franck ist jetzt im Urlaub, ein Physiotherapeut betreut ihn dort. Er kehrt am 25. Juli zurück und wird hoch motiviert in die Saison starten."

Ribery selbst hofft auf sein Comeback bereits zum Liga-Start gegen Wolfsburg:

"Mein Programm ist auf den 20. August ausgerichtet, damit ich gegen Wolfsburg spielen kann", kündigte der Franzose auf der Bayern-Homepage an.

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