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Felix Magath (l.) und Clemens Tönnies während der Vorstellung von Horst Heldt (r.) © imago

Ohne Investitionen drohe ein Absturz ins Mittelmaß, sagt der Trainer bei der Vorstellung des neuen Sport-Vorstandes Horst Heldt.

Gelsenkirchen - Personelle Hilfe hat Felix Magath beim Vizemeister Schalke 04 erhalten, doch der Trainer und Manager vermisst weiter finanzielle Unterstützung.

"Ich warne davor zu glauben, dass dieser Verein sich ohne Investitionen da oben halten kann", sagte Magath bei der Vorstellung des neuen Sport-Vorstands Horst Heldt am Donnerstag und wiederholte seine Forderung nach mehr Geld für Neuverpflichtungen.

"Es wäre eine Verklärung, wenn man meint, dass es ewig so weitergehen kann, denn zaubern kann ich nicht", sagte Magath, der vor kurzem 30 Millionen Euro für neue Spieler gefordert hatte, und prophezeite:

"So werden wir wieder im Mittelmaß landen."

Tönnies signalisiert Entgegenkommen

Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, der dies angesichts der weiter angespannten Finanzlage des Klubs abgelehnt hatte, signalisierte Entgegenkommen:

"Was wir haben, werden wir ihm in die Hand geben. Wir können den Verein nur stabilisieren, wenn wir Erfolg auf dem Platz haben. Das habe selbst ich verstanden."

Und schmunzelnd fügte der Fleischfabrikant an: "Das da unten auf dem Platz sind unsere Schnitzel."(SERVICE: Sommerfahrplan Schalke)

Raul will am 15. Juli entscheiden

Magath bemüht sich weiter um eine Verpflichtung von Spaniens Stürmerstar Raul, der wahrscheinlich ablösefrei von Real Madrid wechseln könnte.

Im Gespräch ist ein Zweijahresvertrag mit einem Jahresgehalt von vier Millionen Euro. "Es wird noch ein paar Tage dauern", sagte Magath.

Der 33-jährige Raul will am 15. Juli nach Ende seines Urlaubs bekannt geben, wohin er wechselt. Ihm liegen unter anderem auch Angebote aus England vor.(209112die Wechselbörse).

Heldt wird "Vorstand Sport und Marketing"

Heldt, den Tönnies am vergangenen Wochenende vom VfB Stuttgart losgeeist hatte, erhält auf Schalke einen Vertrag bis 2013 und bekommt den Titel "Vorstand Sport und Marketing".

Magath ist für die Bereiche Sport und Kommunikation zuständig. Das Gremium komplettiert Peter Peters (Finanzen und Verwaltung).

"Mein Ziel ist es, mit daran zu arbeiten, dass Schalke mal wieder Deutscher Meister wird. Denn das ist schon lange her", sagte Heldt, der Magath schon aus seiner Zeit als Spieler in Frankfurt und Stuttgart kennt. (209112die Wechselbörse)

Magath hat bei "Transfers das letzte Wort"

"Er war mir immer ein guter Ratgeber. Wir sind auf einer Wellenlänge, was sportliche Dinge angeht", erklärte der 40-Jährige und stellte klar, wie die künftige Zusammenarbeit aussehen wird: (209112die Wechselbörse)

"Bei Transfers hat er das letzte Wort, er ist schließlich der Cheftrainer."

Bei Magath war indes der Unmut darüber, dass ihm weitergehende Befugnisse auf der Jahreshauptversammlung im Mai verwehrt worden waren, nicht verflogen.

"Die schwierigste Saison, seit ich Trainer bin"

"Wir hatten in der letzten Saison unglaublichen Erfolg, mit dem niemand rechnen konnte. Aber es gab im Klub Strömungen, die damit nicht zufrieden waren und Stimmung gemacht haben", sagte Magath, der über seinen eigenen Etat ohne Zustimmung des Aufsichtsrates selbst entscheiden wollte.

Der Erfolg der vergangenen Saison sei ohne weitere Investitionen nicht zu wiederholen.

"Es war für mich die schwierigste Saison, seit ich Trainer bin, weil wir nicht den Fußball gespielt haben, der mir vorschwebt. Veränderungen im Verein haben ihren Ursprung in Veränderungen im Kader. Dafür muss man investieren."

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