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Mehr als 30 Saison-Spiele zuletzt: Denoch ist Danijel Pranjic (l.) keine Bayern-Stammkraft © imago

Bayerns holprige Vorbereitung lässt den Immer-mal-wieder-Reservisten selbst gegen den deutschen WM-Star mutig werden.

Von Christian Paschwitz

München - Schon die erste Phase der Saisonvorbereitung beim FC Bayern hätte holpriger kaum sein können.

Und auch den kompletten Juli wird Trainer Louis van Gaal sich nur mit einem Rumpfkader für die kommende Spielzeit präparieren können angesichts elf fehlender WM-Fahrer.

Weil Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Arjen Robben, Mark van Bommel und Co. nach dem Turnier drei Wochen Urlaub machen und erst am 2. August wieder einsteigen. (93065DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Nie dagewesene Startelf droht

Es spricht einiges dafür, dass van Gaal beim Liga-Start gegen Wolfsburg in 42 Tagen (20. August) deshalb eine Startelf aufbietet, die fast ausschließlich aus bisherigen Reservisten besteht.

Denn: Der Niederländer ist dafür bekannt, die Fitness seine Akteure allem Anderen überzuordnen - und auf Namen wie Star-Status wenig zu geben.

Während der vergangenen Saison bekamen das bereits mehrfach Robben und Franck Ribery zu spüren, als van Gaal sie trotz auskurierter Blessuren außen vor ließ.

Ribery dürfte rechtzeitig fit sein

Immerhin: Der Franzose kann diesmal wohl von Saisonbeginn an wirbeln.

Nach dem frühen WM-Aus mit der "Equipe Tricolore" ließ sich Ribery an beiden Leisten operieren und soll laut Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge ab dem 25. Juli sogleich in die zweite Vorbereitungsphase einsteigen.

Dasselbe gilt für Martin Demichelis, der mit Argentinien gegen Deutschland im WM-Viertelfinale rausflog.

"Zweiter Anzug" wittert Chance

Ansonsten aber dürfte sich zunächst wohl ausschließlich der "zweite Anzug" des Rekordmeisters beweisen.

Und mancher wittert dabei auch schon seine Chance auf mehr, will nicht nur als Notnagel herhalten für die etablierten Kräfte.

Die haben zum Zeitpunkt des "Wölfe"-Spiels gerade mal zweieinhalb Wochen Training in den Knochen.

Pranjics will ins Zentrum

"Ich werde versuchen, mir einen Platz zu erkämpfen", sagt Danijel Pranjic im "kicker" und schickt zugleich eine Kampfansage an die Adresse von Schweinsteiger.

Sich mit einem Platz links in der Abwehrkette zufrieden zu geben, obwohl er auch dort zuletzt nur zweite Wahl blieb gegenüber Diego Contento und Holger Badstuber, will Pranjic nicht.

"Meine Position ist im Zentrum. Das sieht auch der Trainer so", meint der 28-Jährige, einst van Gaals Wunscheinkauf für 7,7 Millionen Euro.

Dass er bei Bayern im Vorjahr trotzdem recht schnell aus der Startelf rutschte, beeindruckt Pranjic wenig: "Am Ende habe ich über 30 Spiele gemacht. Alles war deshalb nicht schlecht."

Profitiert Tymoshchuk?

Von der personell schwierigen Vorbereitung aktuell will auch Anatoliy Tymoshchuk profitieren.

Der Ukrainer - wie Pranjic fürs Erste wohl als Sechser gefordert anstelle von Schweinsteiger und van Bommel - äußerte unlängst noch leise Hoffnung auf mehr Spielanteile.

Tymoshchuk sagt aber auch: "Ich denke über Angebote nach."

Müller: "Bin bei Bayern genau richtig"

Während unklar ist, wohin die Reise für den 31-Jährigen mittelfristig geht, sitzt Thomas Müller bei den Münchnern fester denn je im Sattel - und freut sich drüber.

"Ich bin bei Bayern genau richtig. Im Moment gibt es keine bessere Adresse", lässt der Shootingstar via "kicker" wissen, dass es auch keineswegs voreilig war, mit den Münchnern bis 2013 zu verlängern.

Kräftige Gehaltsaufbesserung

Finanziell scheint sich Müllers grandiose Saison ohnehin ausgezahlt haben.

Laut "Sport Bild" könnte der 20-Jährige statt bisher kursierenden knapp zwei Millionen Euro bald 2,5 Millionen jährlich oder mehr verdienen.

"Der FC Bayern ist doch bekannt dafür, dass er auf besondere Leistungen reagiert" so Manager Christian Nerlinger.

Gleich zu Beginn der neuen Saison wird Müller (geschätzter Marktwert mittlerweile rund 10 Millionen Euro), den Rummenigge bereits mehrfach als "unverkäuflich" bezeichnete, in van Gaals Personalplanungen wohl trotzdem keine Rolle spielen.

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