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Auch Keeper Rene Adler greift im Traingslager im Zillertal wieder voll an © imago

Die Werkself will nächste Saison ganz oben mitspielen. Der Kampf um die Plätze wird dank Neuzugang Ballack noch härter.

Aus dem Zillertal berichtetMathias Frohnapfel

Zell am Ziller - Mit Bildern aus dem Bayer-Trainingslager ließe sich leichterhand ein Urlaubsprospekt fürs Zillertal erstellen. (AKTUELL: Sommerfahrplan Leverkusen)

Der Trainingsplatz, nur zwei Gehminuten vom Vier-Sterne-Hotel "Theresa" entfernt, liegt eingebettet in einer idyllischen Bergkulisse.

Es ist angenehm warm, aber zum Glück für die Leverkusener Profis nicht so heiß wie im Rheinland - also unter 30 Grad.

Und als I-Tüpfelchen schweben an diesem Freitagvormittag zwei Gleitschirmflieger über die Kulisse in Tirol.

"Sehr gutes Traininingslager"

"Wir haben ein sehr gutes Trainingslager mit sehr guten Rahmenbedingungen. Auch landschaftlich ist es sehr reizvoll. Wir finden alles vor, was wir brauchen", sagt Trainer Jupp Heynckes zu SPORT1.

Seit anderthalb Wochen schwitzt die Werkself nun schon hier. Radeln, Konditionsarbeit, ein Treppenlauf in der Tourismus-Schule und natürlich viel Fußballspielen gehören dazu.

Harter Konkurrenzkampf

Es ist der Einstieg in einen Konkurrenzkampf, der nicht nur durch den Zugang von Starspieler Michael Ballack noch härter zu werden verspricht als in den Vorjahren.

Die Arbeit im Trainingslager ist für den Kader insofern doppelt wichtig. (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan)

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"Wir haben einen etwas breiteren Kader und mehr Alternativen, das ist nach einer WM sehr wichtig", meint Heynckes. Am Samstag geht es zurück nach Deutschland.

Zwei Testspielsiege

Heynckes ist zufrieden, was auch an den beiden gewonnenen Testspielen liegt. Nach einem Spielchen gegen eine Regionalauswahl (12:0) wartete am Donnerstag Wacker Innsbruck.

Die Österreicher sind gerade in die höchste Klasse aufgestiegen und kurz vor dem Saisonauftakt in der Alpenrepublik "voll im Saft".

Bayer siegte dennoch mit 3:1, Patrick Helmes (2) und der dänische Neuzugang Nicolai Jörgensen trafen. Der erste "echte Test", sagte auch Michal Kadlec.

"An Rhythmus gewöhnen"

"Es war vor allem positiv, dass sich keiner verletzt hat. Die Muskulatur muss sich ja erst wieder an den Rhythmus gewöhnen", berichtet der Defensivspieler.

Im Gespräch mit SPORT1 lobt Kadlec die Bedingungen und scherzt: "Natürlich sind wir nicht hier nicht, um die Berge anzuschauen, sondern um zu trainieren."

Und der Tscheche gibt zu, dass nach der langen Pause "die Beine erst mal jucken."

Kadlec wird dieses Gefühl rasch verdrängen - schließlich kann er sich jetzt einen Vorsprung im Kampf um die Stammplätze erarbeiten.

Drei Wochen Urlaub für WM-Fahrer

Denn: Den Nationalspielern, die an der WM teilnahmen, wurde vom Zeitpunkt ihres Ausscheidens aus dem Turnier drei Wochen Urlaub gewährt.

Die Schweizer Tranquillo Barnetta und Eren Derdiyok kommen daher etwas eher zurück, Arturo Vidal (Chile), Hans Sarpei (Ghana) und der deutsche Nationalstürmer Stefan Kießling später.

"Die Konkurrenz ist überall, ob im Sturm, Mittelfeld oder in der Abwehr", stellt Kadlec aber so oder so fest.

"Es wird jetzt ein Kampf um jede Position, der Kader ist breit, auch damit wir hoffentlich nach der Europaleague-Quali in drei Wettbewerben mitspielen können."

Tanz auf drei Hochzeiten

Persönlich hat sich Kadlec vorgenommen, seinen Stammplatz nach dem Syndesmosebandriss in der vergangenen Saison zurückzuerobern.

"Jetzt bin ich topfit, habe keine Verletzung und werde alles dafür tun, zu spielen", sagt er.

Mittelfeldmann Lars Bender, der in der vergangenen Saison 20 Liga-Einsätze sammelte, klingt ganz ähnlich. "Ich werde mich auf jeden Fall so reinhauen, dass ich in der Summe auf mehr Einsätze zu kommen."

Kapitän Simon Rolfes und Keeper Rene Adler tun ebenso nach ihren Verletzungen alles, um zum Saisonstart sicher dabei zu sein.

Blick auf Ballack

Der Blick aller geht allerdings auf den verletzten Michael Ballack, der in der kommenden Woche in Leverkusen erwartet wird.

Mit ihm sollen endlich Titel gewonnen werden. Auch wenn Kadlec einschränkt: "Ein Titel ist immer möglich, das war auch in der Vorsaison möglich. Es wäre falsch zu sagen, jetzt kommt Ballack, jetzt kommt alles von selbst."

Dennoch: Der enormen Qualität des Ex-Chelsea-Spielers ist sich selbstverständlich auch Kadlec bewusst, er lobt dessen "große Karriere".

Ganz oben angreifen

Mit dem Nationalspieler hoffen die Leverkusener ganz oben anzugreifen, in möglichst vielen Wettbewerben lange dabeizusein.

"Es ist wirklich ordentlich, was wir jetzt für eine Mannschaft zusammen haben", meint Bender.

Und Teamkollege Kadlec weiß, was das für die Zukunft bedeutet: "Es gibt viele Spiele, da muss man auch damit rechnen, mal auf der Bank zu sitzen."

Der Konkurrenzkampf hat im idyllischen Zillertal gerade erst begonnen.

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