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Schalke-Manager Horst Heldt (r.) will zwischen Clemens Tönnies und Felix Magath schlichten © imago

Horst Heldt ist hungrig auf Titel. Ein möglicher Transfercoup mit Real-Star Raul reicht dem Schalke-Manager nicht aus.

Von Daniel Michel

München - 1958 hat der FC Schalke 04 seine letzte deutsche Meisterschaft gefeiert.

Geht es nach dem neuen Manager Horst Heldt, soll der Titel innerhalb der nächsten drei Jahre wieder nach Gelsenkirchen wandern.

Dazu will der 40-Jährige auf dem Transfermarkt zuschlagen. Wichtigstes Zielobjekt weiterhin: Raul.

"Es wäre für die Bundesliga eine Sensation, wenn so ein Weltklasse-Stürmer nach Schalke kommt", sagte Heldt in der "Bild" über eine mögliche Verpflichtung von Raul.

Der Stürmer von Real Madrid will sich nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub am 15. Juli entscheiden, ob er nach Schalke kommt. Sollte dieser Transfercoup zustande kommen, wäre Heldt aber noch lange nicht zufrieden.

Bayern vom Thron stürzen

"Ein Raul allein reicht nicht, wir brauchen mehr Verstärkungen", betont Heldt. (SERVICE: Sommerfahrplan Schalke)

Der Vorstand für Sport und Marketing bei Schalke, will möglichst bald mit dem FC Bayern um die Meisterschaft konkurrieren. "Sie sind stets der Top-Favorit", sagt Heldt über den Rekordmeister aus München, "doch es ist immer möglich, sogar die Bayern zu stoppen".

Welchen finanziellen Spielraum er dafür hat, will Heldt in den kommenden Tagen klären.

Streit zwischen Magath und Tönnies schlichten

Im Streit zwischen Trainer Magath, der 30 Millionen Euro für neue Spieler fordert, und Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies, der Magath bislang nur zehn Millionen Euro zugesteht, gibt sich Heldt zurückhaltend. 209112(Die Bundesliga-Wechselbörse)

"Felix Magath hat die Sorge, dass die Mannschaft durch die Zusatzbelastung Champions League ohne größere Investitionen nicht konkurrenzfähig ist. Clemens Tönnies hat die Verantwortung, dass Schalke wirtschaftlich stabil bleibt", erklärt Heldt der "Bild".

"Wir werden uns zeitnah zusammensetzen und auf einen gemeinsamen Nenner kommen", kündigt er an.

Heldt lehnt es indes ab, die Transfermillionen über den Verkauf von Anteilen an der Veltins-Arena oder der Marketing-Rechte einzuspielen. "Grundsätzlich ist das Tafelsilber das Letzte, was ein Klub veräußern darf."

Heldt giftet Richtung VfB

Die Kritik an seinem vorzeitigen Abgang beim VfB Stuttgart - Heldt hatte noch einen Vertrag bis 2013 - findet er überzogen:

"Ich bin kein Söldner-Typ, identifiziere mich überall zu 100 Prozent mit meiner Aufgabe. So war es in den vergangenen sieben Jahren beim VfB Stuttgart. Allerdings muss man nicht immer warten, bis die Chemie gar nicht mehr stimmt."

Insgesamt sei er in Stuttgart einfach "zu oft unzufrieden" gewesen, erinnert sich Heldt.

Stammplatz auf der Bank

Darüber, dass die Chemie mit Felix Magath auf Schalke nicht stimmen könnte, macht sich der Ex-Profi keine Sorgen. Das zeigt schon die Platzwahl für die anstehende Saison. Heldt wird gemeinsam mit Coach Magath und dessen Co-Trainer auf der Bank Platz nehmen.

Wie viele weitere Neuzugänge dann mit auf der Bank sitzen oder auf dem Rasen stehen, wird sich noch zeigen. Momentan sind Magath und Heldt schon schwer aktiv.

Carlos Zambrano wurde an den FC St. Pauli ausgeliehen und ist bereits der zehnte Spieler, der die Königsblauen, zumindest vorrübergehend verlässt. Dem stehen mit Erik Jendrisek, Christoph Metzelder, Tim Hoogland, Kyriakos Papadopoulos und Atsuto Uchida fünf Neuzugänge gegenüber.

Für ein paar Neue wäre also noch Platz. Raul wäre da schon mal ein Anfang.

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