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Sami Khedira wurde mit dem VfB Stuttgart 2007 Deutscher Meister © imago

Sami Khedira ist ein Shooting-Star der WM. In Stuttgart setzt Trainer Christian Gross auf ihn, aber auch Top-Klubs wollen Khedira.

Von Matthias Becker

München - Schon an diesem Frühsommertag im Seehotel Überfahrt in Rottach-Egern wusste Sami Khedira genau, was er will.

"Ich habe jetzt eine Saison Zeit, um meine Leistung kontinuierlich abzurufen und gesund zu bleiben. Wenn das gelingt, bin ich davon überzeugt, dass der Sprung ins A-Team klappt", sagte er damals im Interview mit SPORT1 vor der U-21-Europameisterschaft in Schweden.

Wenige Wochen später führte er die deutschen Junioren als Stratege und Kapitän zum ersten Titel bei einer U-21-Europameisterschaft.

Nur ein Jahr später hat der Stuttgarter für das DFB-Team in allen sieben WM-Spielen in der Startelf gestanden, verpasste insgesamt nur 21 Turnierminuten und sorgte mit seinem ersten Länderspieltor für das 3:2 im Spiel um Platz drei gegen Uruguay ? und für den versöhnlichen Abschluss.

Chelsea und Real klopfen an

Sami Khedira hat im letzten Jahr und vor allem in den letzten Wochen also sehr viel richtig gemacht. Vor Beginn der WM sahen viele Experten mit bangem Blick auf den Ersatz des verletzten Michael Ballack.

Mit seiner Lauf- und Zweikampfstärke überzeugte Khedira in Südafrika die Zweifler und lockt nun die europäischen Top-Klubs mit ihren finanziellen Möglichkeiten an. 209112(Die Bundesliga-Wechselbörse)

Der FC Chelsea und Real Madrid warfen ihren Hut schon in den Ring, auch wenn ein offizielles Angebot noch auf sich warten lässt. Beide Klubs sind angeblich bereit, 15 Millionen Euro für Khedira zu zahlen.

"Sami der zentrale Mann für die Zukunft"

Das ist auch seinem Stuttgarter Trainer Christian Gross nicht entgangen. Gross baut sich den VfB nach der fulminanten Aufholjagd in der Rückrunde der vergangenen Saison im Moment nach seinen Vorstellungen um.

"Sami soll bei uns der zentrale Mann für die Zukunft werden. Er spielt auf höchstem Niveau", sagte Gross den "Stuttgarter Nachrichten" über seine Pläne. Er weiß aber, dass ihm das Fundament der Mannschaft abhanden kommen könnte.

"Khedira spielt sich bei dieser WM ins Rampenlicht, er ist einer der gefragtesten deutschen Spieler im Ausland."

Khedira lässt Stuttgart zappeln

Khedira, an dem angeblich auch der VfL Wolfsburg interessiert sein soll, weiß um seine ausgezeichneten Leistungen im DFB-Dress und machte nach seinen starken WM-Auftritten keine Anstalten seinen 2011 auslaufenden Vertrag in Stuttgart zu verlängern.

"Ich werde mir im Urlaub nach der WM Gedanken machen, wie es weitergeht. Ich habe aber bei diesem Turnier gemerkt, wie viel Dynamik in den Transfermarkt kommen kann", erklärte er vieldeutig.

Gross: Nicht gut, wenn er ablösefrei geht

Christian Gross ist lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass er im Interesse des Neuaufbaus vielleicht in den sauren Apfel beißen und Khedira ziehen lassen muss.

"Ich halte unheimlich viel von Sami Khedira, aber ich würde es nicht gut finden, wenn er in einem Jahr ablösefrei wechseln würde", sagte Gross.

Zwölf Spieler haben Stuttgart schon verlassen, darunter bisherige Größen wie Ricardo Osorio, Roberto Hilbert und Alexander Hleb. (SERVICE: Sommerfahrplan Stuttgart)

Drei Sechser sind noch da

Dem stehen erst vier Neuzugänge gegenüber. Vor allem im Offensivbereich auf den Außenbahnen muss der VfB noch etwas tun.

Auf Khediras Position im defensiven Mittelfeld sind die Schwaben mit Zdravko Kuzmanovic, Rückkehrer Christian Gentner und Christian Träsch dagegen auf lange Sicht gut aufgestellt.

"Wenn überhaupt, dann wird Sami nur zu einem internationalen Topklub wechseln", sagt Gross. Nur von einem Schwergewicht bekommt er genug "Schmerzensgeld", um in seinem Team das Fehlen des neuen Top-Stars durch andere Transfers kompensieren zu können.

Nicht nur Khedira weiß eben genau was er will.

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