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Christian Gross ist seit Dezember 2009 Trainer des VfB Stuttgart © getty

Für den Stuttgarter Coach ist Bayern absoluter Meisterschaftsfavorit. Für seinen VfB sieht Gross in der Vorbereitung Probleme.

Donaueschingen/München - Für Trainer Christian Gross vom VfB Stuttgart ist der amtierende deutsche Meister und Pokalsieger Bayern München zweifelsohne der Favorit auf den erneuten Titelgewinn.

"Es wird wieder auf die Bayern rauslaufen, die es zu schlagen gilt", sagte der 56-Jährige dem "kicker".

Nicht umsonst seien im WM-Halbfinale viele Bayern-Spieler vertreten gewesen.

Mit dem VfB, der in der Rückrunden-Tabelle der vergangenen Saison auf Platz eins stand, setzt der Schweizer sich zunächst kleinere Ziele.

"Wichtig ist erstmal, dass wir einen guten Start hinlegen und einheitlich auftreten", sagte Gross, der vor dem Saisonstart noch keine konkreten Vorgaben machen will.

Zunächst wolle er "erfolgreich und kämpfend" spielen.

Keine "normale Saisonvorbereitung" machbar

Eine "normale Saisonvorbereitung" sei allerdings nicht möglich.

In Zdravko Kuzmanovic (Serbien) und Arthur Boka (Elfenbeinküste) sind zwar zwei WM-Teilnehmer in den vergangenen Tagen im Trainingslager in Donauseschingen zum VfB-Tross gestoßen.

Auf die deutschen Nationalspieler Sami Khedira, Cacau und Serdar Tasci sowie Vize-Weltmeister Khalid Boulahrouz (Niederland) muss Gross allerdings noch bis zum 2. August warten.

Zwei Partien in der Qualifikation zur Europa League stehen aber schon am 29. Juli und am 5. August an.

"Jeder hat Probleme"

Jammern wollte Gross deshalb aber nicht: "Jeder Trainer hat zum jetzigen Zeitpunkt Sorgen. Sie werden niemanden in der Bundesliga finden, der keine hat."

Allerdings will der VfB angesichts der zunächst dünnen Personaldecke noch auf dem Transfermarkt aktiv werden. "Wir brauchen einen Kader, der für viele Spiele in drei Wettbewerben angelegt ist", sagte Gross. 209112(Die Bundesliga-Wechselbörse)

Besonders auf zwei neue Flügelspieler hat es der Trainer abgesehen. Auflage des Vereins sei es aber, "erst Spieler abzugeben, um Neuverpflichtungen tätigen zu können". (SERVICE: Sommerfahrplan Stuttgart)

Heldt-Abgang wirft VfB zurück

Die Kaderplanung wurde durch den Abgang von Manager Horst Heldt nach Schalke beeinträchtigt, soll nun aber forciert werden.

Der Managerposten bleibt derweil eine weitere Planstelle beim VfB. Eine Doppellösung aus Sportdirektor Jochen Schneider und Gross selbst, schließt der Coach aber aus: "Dafür bin ich noch viel zu frisch im Verein."

Kein Real-Angebot für Khedira

Natürlich müsse man man sich daher auch mit einem Transfer der umworbenen WM-Teilnehmer Tasci und Khedira beschäftigen. Grundsätzlich wolle man aber versuchen, vor allem Khedira zu halten.

Ein angebliches erstes Angebot für Khedira von Real Madrid dementierte der VfB umgehend.

"Es gibt keinen neuen Stand: Wir haben kein Angebot. Das beruht nur auf Spekulationen spanischer Sportzeitungen", sagte Sportdirektor Schneider zu einem Bericht der "Bild" über eine mutmaßliche Acht-Millionen-Euro-Offerte aus Madrid.

Khedira habe vor der WM zugesagt, "dass er die Saison 2010/11 bei uns spielt", betonte Schneider: "Nach seinem Urlaub setzen wir uns zusammen und sehen, ob wir seinen Vertrag über 2011 hinaus verlängern können."

Khedira als "Hauptfigur"

Sollte Khedira nicht verkauft werden, will Gross um den Nationalspieler den neuen VfB aufbauen. "Ich wünsche mir, dass Sami die zentrale Figur ist, um die die Mannschaft der Zukunft aufgebaut wird", erklärte der Schweizer.

"Er wäre eine wichtige Symbol- und Integrationsfigur für die nächsten Jahre. Er hat bewiesen, wie wichtig er für den Verein ist."

Entscheidend seien in diesem Fall nicht "etwaige Neuzugänge, sondern Sami selbst".

Am Deutsch-Tunesier, der einen Vertrag bis 2011 bei den Schwaben besitzt, soll auch der englische Doublegewinner FC Chelsea interessiert sein.

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