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Doppelter Vollstrecker und nie zu bremsen: Hoffenheims Chinedu Obasi © getty

Wieder so eine Gala: Hoffenheim zeigt dem HSV mit 3:0 die Grenzen auf - und ist nicht nur erneut Erster, sondern auch Titelanwärter.

Mannheim - Wieder so eine Gala: Aufsteiger 1899 Hoffenheim hat im Topspiel ein spektakuläres Offensivfeuerwerk abgebrannt und ist an die Tabellenspitze gestürmt.

Die Hoffenheimer überranten am neunten Spieltag den weitgehend chancenlosen Titelanwärter Hamburger SV und verdrängten durch das 3:0 (3:0) Bayer Leverkusen vom ersten Platz.

Chinedu Obasi (7., 36.) und Vedad Ibisevic (13.) erzielten die Treffer für den Neuling.

Der ist in dieser Verfassung eine echter Aspirant auf die Meisterschaft.

"Gelaufen wie die Verrückten"

"Ich weiß nicht, was die gegessen haben. Die sind gelaufen wie die Verrückten und waren klar besser", sagte ein verblüffter HSV-Verteidiger Joris Mathijsen, räumte aber auch ein: "Wenn man mit 70,80 Prozent in so ein Spiel geht, bekommt man so ein Ergebnis. Für die Tabellenführung war das zu wenig."

Die Spitzenposition hat stattdessen Hoffenheim. Doch Ralf Rangnick lässt Träumereien erst gar nicht aufkommen: "Ich will nicht wissen, was nächstes Jahr im Mai ist. Ich denke nur an das nächste Spiel. Wir tun gut daran, uns nur mit dem nächsten Gegner zu beschäftigen."

Der Trainer tritt also einmal mehr auf die Euphorie-Bremse.

Beeindruckender Angriffswirbel

Dabei entfachten die Gastgeber in den ersten Minuten einen Angriffswirbel, dem der HSV kaum etwas entgegenzusetzen hatte vor 26.300 Zuschauern im zum fünften Mal in Folge ausverkauften Mannheimer Carl-Benz-Stadion.

Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw wurden die Platzherren bereits früh durch das zweite Saisontor des Nigerianers Obasi und den zehnten Treffer des bosnischen Top-Torjägers Ibisevic für ihre Anfangsoffensive belohnt.

Auch nach den beiden Treffern dominierten die Hoffenheimer, die ohne die angeschlagenen Tobias Weis und Per Nilsson auskommen mussten, die Partie.

Einfach überlegen

Dagegen kamen die Norddeutschen drei Tage nach dem 2:1-Sieg im UEFA-Cup beim slowakischen Vertreter MSK Zilina nicht ins Spiel.

Zu groß war in dieser Phase die Überlegenheit der taktisch und technisch klar besseren Hoffenheimer.

Die ersatzgeschwächten Hamburger, die auf die verletzten Paolo Guerrero, Timothee Atouba, Marcell Jansen, Nigel de Jong, Romeo Castelen sowie Thiago Neves verzichten mussten, kassierten vor der Pause sogar das dritte Gegentor durch Obasi und wurden phasenweise vom Team von Trainer Ralf Rangnick vorgeführt.

Salihovic an den Pfosten

Hätte Sead Salihovic mit seinem Freistoß nicht nur den Pfosten getroffen (40.), wäre das Debakel des HSV in der ersten Hälfte perfekt gewesen.

Nach dem Seitenwechsel konnten die Hamburger die Begegnung ausgeglichener gestalten und kamen durch einen Distanzschuss von Nationalspieler Piotr Trochwoski zu ihrer ersten kleinen Möglichkeit (52.).

Im Anschluss an diese Szene intensivierten die Gäste ihre Bemühungen und erarbeiteten sich ihre erste gute Chance, die Mladen Petric vergab (56.).

Reinhardt vergibt

Während sich der HSV im zweiten Abschnitt deutlich verbessert präsentierte, konnten die Hoffenheimer nicht mehr an ihre spektakuläre Vorstellung der ersten Hälfte anknüpfen.

Trotz der verstärkten Bemühungen und einer weiteren Möglichkeit durch Bastian Reinhardt (65.) blieb den Hamburgern in dieser Phase ein Treffer verwehrt.

Die Gäste hatten sogar Glück, dass Demba Ba einen Konter nicht zum vierten Tor für Hoffenheim nutzen konnten (67.).

Obasi und Eduardo glänzen

Beste Spieler auf Seiten der Gastgeber, die im kommenden Punktspiel am Mittwoch beim VfL Bochum antreten müssen, waren Obasi und Spielmacher Carlos Eduardo.

Bei den Hamburgern, die am Mittwoch auf den VfB Stuttgart treffen, konnten Kapitän David Jarolim und der bemühte Trochowski überzeugen.

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