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Michael Ballack zog mit Bayer Leverkusen 2002 ins Endspiel der Champions League ein © getty

Der Neu-Leverkusener nutzt seine Vorstellung zur Attacke auf den Bayern-Verteidiger. Mit Bayer will Ballack um den Titel spielen.

Von Matthias Becker

München - Michael Ballack ist zurück in Deutschland und nutzt seine Vorstellung beim neuen Klub Bayer 04 Leverkusen zur Verbalattacke auf Philipp Lahm.

Der Münchner hatte Ballack bei der WM in Südafrika als Kapitän der Nationalmannschaft vertreten - und erklärt, diesen Posten nicht freiwillig zu räumen.

"Ich bin immer noch der Kapitän der Nationalmannschaft", stellte Ballack am Mittwochmittag klar und ätzte Richtung Lahm:

"Es ist ja kein Wunschkonzert, dass jeder Spieler sich äußern kann, wo er gerne spielt. Genauso ist das auch in der Kapitänsfrage"

Wenn Lahm damit ein Problem habe, müsse er sich an Bundestrainer Joachim Löw wenden, so Ballack: "Der entscheidet das."

"Ich bin der Kapitän"

So oder so will der 33-Jährige mit dem Verteidiger des FC Bayern noch "das ein oder andere Wort sprechen, wenn wir uns wiedersehen."

Die Situation sei für ihn klar. "Ich bin Kapitän der Nationalmannschaft und Philipp hat zu einem Zeitpunkt Ansprüche geäußert, den ich für diskussionswürdig und unpassend halte", erklärte Ballack.

Allerdings wolle er der Diskussion keine zu große Bedeutung beimessen, versicherte der Mittelfeldspieler: "Beim nächsten Länderspiel werden wir das kurz anschneiden, aber dann geht es weiter und wir ziehen wieder an einem Strang."

Von Bayer-Sportdirektor Rudi Völler bekam der 98-malige Nationalspieler Rückendeckung. "Michael ist der Kapitän. Bei uns in Leverkusen wird er zeigen, was für ein Klasse-Fußballer er ist", sagte Völler der "Bild".

Der Titel als Ziel

Mit Bayer Leverkusen hat Ballack große Ziele.

"Es steckt sehr viel Potenzial in der Mannschaft. Das war das Wichtigste für mich: Eine Chance zu haben, um die deutsche Meisterschaft mitzuspielen und den größtmöglichen Erfolg zu haben", sagte Ballack.

Die Erinnerung an seine erste Zeit in Leverkusen habe bei der Entscheidung zur Rückkehr zwar geholfen. Aber:

"Die sportlichen Gründe überwiegen. Die Mannschaft spielt, wie früher schon, offensiven und attraktiven Fußball, den der Trainer im letzten Jahr noch verfeinert hat."

Völler: Wollen mehr als Platz vier

Der angesprochene Coach Jupp Heynckes bekräftigt die Ambitionen Ballacks. "Wenn alle Spieler gesund sind, hat Bayer 04 Leverkusen Top-Mannschaft. Dann ist für uns auch der ganz große Erfolg möglich", sagte Heynckes.

Am Dienstag hat Ballack in Leverkusen seinen Zweijahresvertrag unterschrieben und bereits erklärt, um die Meisterschaft kämpfen zu wollen. (AKTUELL: Sommerfahrplan Leverkusen)

Rudi Völler freut diese Einstellung seines neuen Stars. Schließlich wolle man mit dem Transfer auch ein Zeichen an die Konkurrenz senden, "dass wir über Platz vier hinaus wollen", erklärte er.

"Michael ist ein sportlicher Gewinn und auch ein Image-Gewinn für uns, aber seine Rückkehr ist auch ein gutes Zeichen für die gesamte Bundesliga."

Dauerkarten-Rekord in Sicht

Nicht nur die sportliche Perspektive, auch die Fans hätten bei seiner Entscheidung pro Leverkusen eine Rolle gespielt, versicherte Ballack unterdessen.

Die Vorverkaufszahlen in Leverkusen bestätigen diese Aussage. Bislang hat Bayer schon 17.500 Dauerkarten verkauft, der Vereinsrekord von 20.000 Saisontickets dürfte fallen. (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan)

Lauftraining in Kürze

Wann die Anhänger ihren Liebling zum ersten Mal auf dem Platz zu sehen bekommen, ist aber noch ungewiss. "Mit meinem Reha-Training bin ich sehr zufrieden und in Kürze werde ich wohl mit dem Lauftraining beginnen", erklärte Ballack.

Völler ist sich sicher, dass der 98-malige Nationalspieler schon bald wieder mit der Mannschaft üben kann.

"Müssen ihn fast bremsen"

"Michael wäre natürlich sehr gerne zum Auftakt in Dortmund dabei", sagte er dem "Express". "Mein Eindruck: Der Michael brennt, wir müssen ihn fast ein bisschen bremsen."

Nach seinem Bänderriss als Folge eines Fouls von Kevin-Prince Boateng aus dem FA-Cup-Finale mit dem FC Chelsea gegen den FC Portsmouth will er aber nichts überstürzen:

"Wann es dann mit dem Mannschaftstraining soweit ist, lassen wir in Ruhe auf uns zukommen. Wichtig ist, dass es schmerzfrei bergauf geht und das tut es im Moment."

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